YesterPlay: Duke Nukum / Duke Nukem (MS-DOS, Apogee Software, 1991)

Den Duke selbst muss ich wohl keinem mehr vorstellen: Das blonde Großmaul mit dem Bürstenschnitt hat sich seinen Spitzenplatz in allen Listen bekannter Videospielhelden mehr als zementiert, ganz besonders dank dem 1996 erschienenen “Duke Nukem 3D” und dessen Neuauflagen, wie z.B. der gerade 2016 erst veröffentlichten “20th Anniversary World Tour” mit einer brandneuen Episode. Auch der  unrühmliche Nachfolger “Duke Nukem Forever” machte seinen Protagonisten bekannt, allerdings nicht wegen seiner Qualität sondern seiner beinahe wahnwitzigen Entwicklungsgeschichte.

Was viele aber vielleicht nicht wissen ist, dass der Duke seine Karriere in einem ganz anderen Genre startete: Dem Action-Plattfomer, zu meiner Zeit noch Jump ‘n’ Shoot genannt. In einem solchen debütierte der schießwütige Macho nämlich 1991 unter dem Banner von Apogee Software (heute als 3D Realms bekannt) auf dem PC. Mit dessen Eingabegerät der Wahl (Tastatur oder Joystick) hüpft und ballert man sich also zu feinsten PC-Speaker-Klängen durch die sehr schön gestalteten und ausgeklügelten Level in EGA-Grafik und versucht, sich gegen allerlei Fallen und Widersacher meist technischer Natur seiner Haut zu erwehren. Diese stammen aus den Laboren des fiesen Dr. Proton (Bitte nicht mit dem fiktiven TV-Wissenschaftler aus “Big Bang Theory” verwechseln!) und dienen, wie so oft, dem Ziel, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Was unser Held in pinker Rüstung natürlich zu verhindern versucht.

Das Spiel ist, wie es damals oft üblich war, in 3 Episoden aufgeteilt, die leider separat gespielt werden müssen. Das bedeutet, dass man in jeder Episode wieder bei Null anfängt: Null Punkte, Null Waffenupgrades, Null alles. Das ist zwar etwas schade, andererseits bleibt das Spiel so spannend und herausfordernd. Die erste Episode wurde, wie bei vielen anderen Spielen seinerzeit, kostenfrei als Shareware vertrieben.

Warum im Titel eigentlich “Duke Nukum / Duke Nukem” steht? Das rührt daher, dass Apogee kurz nach Veröffentlichung des Spiels herausfand, dass es bereits eine Figur mit dem Namen “Duke Nukem” in einer populären Zeichentrickserie gab. Um eventuellen Rechtsstreitigkeiten mit deren Machern aus dem Weg zu gehen, wurde kurzerhand mit einem Patch das eigene “Duke Nukem”  in “Duke Nukum” umbenannt. Da sich der Name der Zeichentrickfigur dann aber doch als nicht geschützt herausstellte, konnte Apogee sich diesen nun schützen lassen und so konnten die darauf folgenden Spiele wieder mit dem heute bekannten Titel erscheinen. Verwunderlich bleibt allerdings, warum man sich wegen des Namens solche Sorgen machte, aber offenbar kein Problem damit hatte, Grafikelemente aus “Turrican” und “Mega Man” zu “übernehmen”…

“Duke Nukem” wusste mich von Anfang durch die nahezu perfekte Balance zwischen Action und Geschicklichkeit sowie die wundervoll präzise Steuerung zu begeistern. Eigentlich wollte ich für dieses Video nur die ersten paar Level spielen, aber ruck-zuck hatte ich die gesamte erste Episode “Shrapnel City” durch (ca. 2,5 Stunden), weil es sich einfach so schön flüssig spielt.

Die beiden ersten “Duke Nukem”-Spiele waren übrigens noch auf der CD der ersten veröffentlichten Version (1.3d) von “Duke Nukem 3D” mit enthalten und waren bis Ende 2015 noch bei Steam und GOG als Download erhältlich. Leider sind sie, ebenso wie die “Megaton Edition” (Hauptspiel + alle offiziellen veröffentlichten Addons) von “Duke Nukem 3D”, aktuell in keinem digitalen Store mehr erhältlich, da die Rechte an der Marke 2015 endgültig von 3D Realms auf Gearbox Software übergingen und seither offenbar keine neuen Verhandlungen über die Wiederveröffentlichung der alten Teile der Serie mehr geführt wurden, zumindest keine erfolgreichen. Glücklicherweise hatte ich die Spiele noch gekauft, bevor sie bei Steam und GOG aus dem Angebot genommen werden mussten und kann sie nach wie vor spielen.

Ich hoffe sehr, dass sie dort bald wieder auftauchen, noch schöner wäre nach inzwischen 26 Jahren im Dienst der Menschheit freilich ein Freeware-Release, es wäre einfach zu schade wenn sie völlig in Vergessenheit geraten würden!

Emulation – Neues Leben für alte Spiele

Eigentlich wollte ich mir gerade “Neo Turf Masters” kaufen, weil ich dachte, ich hätte es noch nicht, aber glücklicherweise war es doch bereits in der NeoGeo 25th Anniversary Collection enthalten, die ich bereits 2015 im Humble Store kaufte. Diese ist inzwischen als Neo-Geo Classic Complete Collection verfügbar, die die gleichen 23 Spiele enthält und auf Windows, Mac und Linux lauffähig ist. Ganz ohne DRM, für sehr faire 34,99€ im Bundle, in Paketen ab 11,99€ oder ab 3,99€ pro einzelnem Spiel.

Echt, ich liebe solche Collections und Compilations total! Jede Menge guter Retro-Spiele zu fairen Preisen, da können mich die ganzen “Sammler” mit Ihren Wucherpreisen auf Ebay & Co. mal kreuzweise. Klar wäre es toll, auch mal Fotos der eigenen meterlangen und prall gefüllten Spielregale twittern zu können, aber ich kann mir das leider weder räumlich noch finanziell erlauben. Deswegen lege ich inzwischen auch keinen gesteigerten Wert mehr auf physikalische Medien und nutze gerne Downloadplattformen wie Steam, Humble Bundle / Store, GOG, etc. um meiner Sammelleidenschaft zu frönen und meinen Bedarf an Retro-Spielen zu decken.

Natürlich läuft das bei älteren Spielen in den meisten Fällen auf einen Sourceport oder eine Emulation hinaus, sei es ein selbst geschriebener Emulator z.B. von DotEmu oder ein DOSBox, wie es bei GOG z.B. häufig zum Einsatz kommt. Aber auch darin sehe ich mehr Segen denn Fluch, denn (gute) Emulatoren bieten inzwischen echten Mehrwert gegenüber klassischen Konsolen: Man kann den Controller seiner Wahl nutzen, hat auch am 4K-TV (sofern vorhanden) immer ein gestochen scharfes  und optional oft sogar aufgebessertes Bild. Teures Zubehör wie z.B. Memory Cards oder Upscaler sind nicht mehr nötig, Ladezeiten sind oft kürzer, das Handling bequemer, Ländersperren entfallen, man kann oft pausieren, speichern und laden, wie es einem passt, etc. Und so mancher Emulator ermöglicht sogar das Spielen mit- oder gegeneinander über das Internet!

Viele Hardcore-Retrospieler rümpfen jetzt vermutlich wieder die Nase und werden mir erzählen wollen, dass nur echte Hardware das echte Gefühl wiedergibt und alles andere nichts tauge. Aber das ist in meinen Augen Quatsch! Klar, ein hydraulisch bewegtes Deluxe-Arcadecabinet in der Spielhalle ist ein ganz anderes Erlebnis als als das gleiche Spiel in MAME daheim vor dem PC oder TV zu spielen, keine Frage. Aber ob das Mega-Drive-, SNES-, Neo-Geo- oder Playstation-Spiel, das jetzt gerade auf dem heimischen TV läuft, tatsächlich auf der  Originalkonsole oder im  Emulator am PC läuft ändert am Spiel an sich, wenn man es mal nüchtern betrachtet, rein gar nichts, vorausgesetzt natürlich, es ist gut emuliert. Ein gutes Spiel ist ein gutes Spiel ist ein gutes Spiel. Aber das ist eine grundsätzliche Glaubensfrage, die nicht Thema dieses Beitrags sein soll.

Mich beschäftigt eine ganz andere Frage: Warum gibt es nicht mehr solcher Compilations oder Re-Releases auf Basis von Emulatoren? Obwohl die Nachfrage und das Interesse an Retro-Spielen so hoch ist wie nie, werden die Möglichkeiten, die alten Klassiker aus dem eigenen Portfolio wieder auf die Bildschirme dieser Zeit zu bringen, meiner Meinung nach von viel zu wenig Entwicklern und Publishern genutzt. Dabei wäre es doch für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation: Die Publisher / Entwickler könnten mit relativ wenig Aufwand ihre alten Spiele neu veröffentlichen, die Fans kämen für überschaubare Ausgaben in den Genuss, sie (wieder) (legal) spielen zu können. Und die Auswahl wäre oft enorm!

Natürlich werden immer wieder einzelne Spiele oder Bundles neu veröffentlicht, z.B. auf der Virtual Console von Nintendo oder in den Stores auf Xbox Live und Playstation Network. Aber das geschieht in doch eher homöopathischen Dosen und oft mit einer ähnlich fragwürdigen Preisgestaltung wie auf Ebay & Co. Auch diverse Collections, z.B. von Namco, existieren bereits, aber variieren z.B. im Inhalt teilweise deutlich von Plattform zu Plattform, warum auch immer. Und wirklich viel zu oft sind leider die verwendeten Emulatoren einfach qualitativ nicht gerade die 1. Wahl. Was leider, mit Ausnahme des “NES Classic Mini”, in der Regel auch auf die diversen Konsolen zutrifft, mit denen immer wieder Spiele gebundelt auf den Markt kommen:

Dass leider nicht jedes Spiel einfach so neu veröffentlicht werden kann leuchtet mir natürlich auch ein, oft verhindern beispielsweise nicht mehr verfügbare Lizenzen einen Re-Release, wie z.B. bei Sega mit den alten “OutRun“-Spielen, die sie ohne Modifikationen daran nicht mehr veröffentlichen können, weil sie die Lizenz von Ferrari nicht mehr haben. Ein weiterer Grund ist, dass viele der ursprünglichen Entwickler / Publisher heute gar nicht mehr existent sind und die Lizenzen für ihre Spiele mit ins Grab genommen haben.

Aber so viele richtig gute Spiele sind heute trotz vorhandener und eindeutig zugeordneter Lizenzen legal einfach nicht mehr oder nur noch zu teilweise horrenden Summen erhältlich. Und letzteres auch nur auf dem Gebrauchtspielemarkt, Publisher und Entwickler sehen da also keinen Cent mehr. Warum starten da nicht viel mehr Rechteinhaber Initiativen, diese offensichtliche Versorgungslücke mit Hilfe von Emulatoren zu schließen, die Spiele vor dem endgültige Vergessenwerden zu bewahren, nebenbei ein wenig Fanservice zu bieten und dabei noch den einen oder anderen Euro zu verdienen?

Frank Cifaldi, seines Zeichens Gründer und Vorsitzender der Video Game History Foundation, schlug mit seinem fantastischen Beitrag  “It’s just emulation! – The challenge of selling old games” auf der Game Developers Conference  2016 bereits in die gleiche Bresche:

Emulation is the cheapest, safest and best way to republish an older game on modern hardware.

(Emulation ist der billigste, sicherste und beste Weg um ein älteres Spiel auf moderner Hardware wieder zu veröffentlichen.)

(Hätte ich diesen Beitrag eher gefunden, hätte ich mir meinen hier eigentlich sparen können. 😉) Ich kann mich dem nur anschließen: Liebe Publisher, Entwickler, sonstige Rechteinhaber, nutzt doch bitte die sich bietenden Möglichkeiten, anstatt das Thema Emulation einfach grundsätzlich mit Raubkopien gleichzusetzen! Dass beide Themen eine gemeinsame Schnittmenge bilden, will ich gar nicht leugnen. Aber sie sind keinesfalls gleichbedeutend, denn Leute, die sich heute noch für diese Spiele begeistern, sind auch bereit, angemessene Preise dafür zu zahlen! Ihr müsst nur dafür sorgen, dass die Spiele legal verfügbar und bezahlbar sind. Schaut doch mal auf Ebay, wie viele Eurer alten Spiele selbst für völlig unangemessene Preise tagtäglich noch den Besitzer wechseln!

Und hört bitte mit der alten Leier auf, Emulatoren wären, weil sie Raubkopien begünstigen würden, nicht geschäftlich sinnvoll! Der Zug ist doch nun wirklich abgefahren, so gut wie jedes Eurer älteren Spiele kann inzwischen kostenlos irgendwo heruntergeladen und auf so gut wie jedem System mit mindestens einem Emulator gespielt werden. Und das schon seit MS-DOS-Zeiten! Die Frage, die Ihr Euch also stellen solltet ist demnach nicht, ob jemand einen Emulator nutzt, sondern welchen: Den frei erhältlichen mit dem kostenlos gezogenen Rom? Oder den evtl. von Euch zur Verfügung gestellten mit dem legal dazu erworbenen Spiel? Ihr habt nichts mehr zu verlieren und könnt doch nur noch gewinnen!

Ihr müsstet es nur richtig aufziehen. Es gibt z.B. einige echt schön aufgemachte Sammlungen, wie z.B. die um 2012 herum veröffentlichten “Sega Vintage Collections” auf Xbox Live, die noch gar nicht so alte “Mega Man Legacy Collection” oder die auch erst kürzlich erschienene “Disney Afternoon Collection” (beide von Capcom), die zwar klasse aufgemacht sind, aber mit jeweils 3 bzw. 6 Spielen nur eine sehr begrenzte Auswahl enthalten. Trotzdem freue ich mich über jede davon! Viel sinnvoller finde ich aber “modulare” Collections wie z.B. die “SEGA Mega Drive and Genesis Classics” auf Steam. Leider kamen da schon ewig keine weiteren Spiele mehr nach, bis heute gibt es beispielsweise kein einziges Rennspiel in dieser Sammlung. Und leider verwendet Sega hier einen in der Unity Engine eingebetteten Emulator, der mehr schlecht als recht läuft und unter mittelmäßigem Ton und schwankenden Bildwiederholraten selbst auf leistungsfähigen PCs leidet. Die gleichen Spiele laufen übrigens wunderbar und problemlos in anderen frei erhältlichen Emulatoren (z.B. Kega Fusion), selbst auf älteren PCs.

Lässt man die qualitativen Mängel aber einmal beiseite, findet man ein an sich sehr interessantes Konzept vor: Alle Spiele können entweder einzeln (fast alle für sehr faire 2,49€), in Paketen (zu je 7,50€) oder alle auf einmal (55 Spiele für schlappe 58,99€!) gekauft werden, tauchen dann, alle schön in einem virtuellen Regal im Zimmer dargestellt, im schönen, animierten Frontend auf und können von da konfiguriert und gestartet werden. Ähnlich und qualitativ besser macht es Code Mystics “Atari Vault” (auch Steam, schlappe 9,99€!), das ganze 100 Atari-2600-Spiele mitbringt und auch zukünftig mit DLCs erweitert werden soll. So, liebe sonstige Rechteinhaber, könnten auch Eure Spiele wieder an Mann und Frau kommen, völlig legal, völlig einfach!

Und das wäre (ganz grob umrissen natürlich) auch schon alles, was einmalig getan werden müsste: Man müsste einen guten Emulator lizenzieren oder (mit)entwickeln, im Idealfall für mehrere Systeme, z.B. NES und SNES. Dieser müsste auf möglichst vielen aktuellen Plattformen laufen (was heute oft schon der Fall ist, s. MAME). Dann bräuchte der noch ein schickes und einfach zu bedienendes Frontend. Et voilà – Euer Zeitreisetunnel für das gesamte Retroportfolio! Danach könnte man jederzeit ein Spiel nach dem anderen dafür oder damit veröffentlichen, als kleines, plattformunabhängiges Downloadpaket mit dem Rom, einem digitalen Handbuch und evtl. optionalen Artwork für den Emulator / das Frontend. Oder jedes Spiel als Gesamtpaket mit dem Emu, wie es z.B. DotEmu und SNK mit ihren Spielen tun. Steam und die jeweiligen Stores auf den Konsolen könnten,sofern verlangt, mit dem jeweiligen DRM dafür sorgen dass Schindluder so gut es geht vermieden wird (Obwohl der Zug, wie gesagt, eh längst abgefahren ist.) – Zack, fertig! Wie John Connor 1994 schon zu sagen pflegte:

Leicht verdientes Geld!

Die Basis müsste einmalig geschaffen werden, die Preise müssten vertretbar sein, die Fans wären glücklich, die Abzocker auf Ebay eher nicht. Es könnte so schön sein…

Wie denkt Ihr darüber? Wäre / ist Emulation für Euch eine Alternative zu überteuerten Gebrauchtspielen? Oder lasst ihr nichts an Eure Sammlung echter Konsolen und Module rankommen? Und hättet Ihr lieber ein “SNES Classic Mini” oder wäre Euch eine erweiterbare “SNES Classic Collection” auf PC/Konsole lieber?

YesterPlay: Sonic R (PC, Traveller’s Tales / Sonic Team, 1998)

“Sonic R” war, als es 1997 für Segas Saturn herauskam, das einzige originale Sonic-Spiel für die 32-Bit-Konsole und sollte es auch bleiben. Gleichzeitig war es das erste Sonic-Spiel in 3D überhaupt.

Das “R” im Titel verrät es: Hier geht es nicht so sehr um Jumping sondern mehr um Rrrrrrrunning! Ihr rennt, fahrt, oder fliegt also mit einem der 4 anfangs verfügbaren Charaktere über leider sehr magere 4 Pisten und versucht,  überall erster zu werden um eine fünfte, wunderschöne Strecke freizuschalten. Alle Strecken haben übrigens einen Namen, der mit “R” beginnt und sind sehr abwechslungsreich gestaltet, es gibt jede Menge alternative Routen und versteckte Schätze zu entdecken, mit denen man 6 weitere Charaktere frei spielen kann. Verschiedene Time-Attack-Modi laden dazu ein, deren unterschiedlichen Spezialfähigkeiten auf die Möglichkeit, noch etwas mehr an der Bestzeit zu feilen, abzuklopfen.

Dazu kann man sich auch bis zu 3 Freunde mit an den PC holen, gegen die man dann seine Zeiten verteidigen darf. Per Patch soll das sogar im LAN möglich sein! Die spaßige Flitzerei ist also trotz der wenigen Pisten nicht so schnell durchgespielt.

Die Umsetzung für den PC kann im Vergleich zur Saturn-Version mit schönerer und schnellerer Grafik aufwarten, mit Hacks sollen sogar Full-HD-Auflösungen möglich sein, regulär ist bei 640×480 Schluss.

Wer die frühen “Sega PC”-Spiele noch kennt weiß, dass es heute teilweise so gut wie unmöglich ist, sie noch fehlerfrei zum Laufen zu bekommen, selbst zu deren Release war es oft ein reines Glücksspiel. Glücklicherweise wurde “Sonic R” aber 2004 noch einmal, leicht überarbeitet, neu veröffentlicht. Diese Version, die ich auch hier spiele (aus der Budetreihe “Green Pepper”), läuft heute noch wunderbar, selbst mit Windows 10 in 64 Bit hatte ich keinerlei Probleme bei der Installation und beim Spielen! Und sie ist für echt schmales Geld erhältlich.

Besitzer einer Playstation 2 oder eines Gamecube können sich, für ein paar Euro mehr, das Spiel (neben vielen anderen Sonic-Spielen) übrigens auf der 2005 erschienenen “Sonic Gems Collection” nach Hause holen.

Doom 64 EX (1997 Midway Games / 2008 Samuel Villareal)

id Softwares Klassiker “Doom” und “Doom 2” dürften ja jedem hier hinlänglich bekannt sein, sie wurden ja auch auf so gut wie jedes System portiert, das noch in der Lage war es halbwegs vernünftig laufen zu lassen. Meistens mit Einschnitten, manchmal auch mit Neuerungen, wie sie beispielsweise die Playstation-Versionen bekamen.

Auf diesen aufbauend und mit Unterstützung und Lizenz von id Software ging Midway Games 1997 einen ganzen Schritt weiter und brachte ein zumindest optisch und akustisch ganz neues “Doom” auf Nintendos N64 heraus. “Doom 64” weicht spielerisch keinen Deut von seinen Wurzeln ab, präsentiert sich aber deutlich düsterer und bedrohlicher als seine Vorgänger, was unter anderem durch neue, realistischer gezeichnete Sprites, die höhere Leistung des N64 und eine überarbeitete Doom-2-Engine mit neuen Features wie farbigem Licht, animierten Skyboxes und übereinander liegenden Räumen möglich gemacht wurde. Auch der Soundtrack, der wie schon bei den Playstation-Versionen von Aubrey Hodges beigesteuert wurde, trägt maßgeblich zu der beklemmenderen Atmosphäre bei.

Leider blieb diese Version N64-exklusiv, was 2003 den Leveldesigner Samuel “Kaiser” Villarreal auf die Idee brachte, das Spiel unter dem Namen “Doom 64: (The) Absolution” auf Basis der “Doomsday-Engine” auf den PC zu portieren, was er und ein paar Mitstreiter auch erfolgreich umsetzen konnten. Der Name kam übrigens nicht von ungefähr, “The Absolution” war Midways Arbeitstitel für “Doom 64” und ist auch der Name des letzten Levels im Spiel.

Da das Team mit der “Doomsday-Engine” nicht alle Features von “Doom 64” so originalgetreu umsetzen konnte, wie es sich das vorstellte, wurde das Projekt als “Doom 64 EX” ab 2008 auf Basis der selbst entwickelten KeX-Engine neu gestartet und ist bis heute unter aktiv.

Die Kex-Engine ist übrigens eine Weiterentwicklung der Doom3D-Engine und findet in einer neueren Version (Kex 2) unter anderem in den beiden “Turok”-Remakes Verwendung, die von Nightdive Studios 2015 und 2017 veröffentlich wurden und die auf dem Projekt “Turok EX” von Samuel Villarreal basieren. Auch das auf der originalen Doom-Engine basierende Spiel “Strife” wurde dank dieser Engine als “Strife – Veteran Edition” von Nightdive Studios neu veröffentlicht, ebenso gelang es Samuel Villarreal die Playstation-Version des FPS “Powerslave / Exhumed” mit der Kex-Engine  auf den PC zu portieren, er musste die Downloads aber kurzfristig wieder vom Netz nehmen, vermutlich wegen Problemen mit Lobotomy Software, die die Rechte am Spiel besitzen.

Dank der Kex-Engine und eines ebenfalls von Samuel Villarreal geschriebenen Tools (WadGen.exe bzw. WadGen.dmg), das im Download von Doom 64 EX enthalten ist und mit dem die Spielinhalte direkt aus einem ROM des Nintendo-64-Moduls in eine WAD-Datei extrahiert werden, ist “Doom 64 EX” also eine absolut originalgetreue Umsetzung des N64-Spiels, das sich am PC oder MAC dank Tastatur und Maus oder 360-Controller nicht nur besser spielen lässt, es sieht auch noch besser aus, da hier auch höhere Auflösungen genutzt werden können als am N64, wie man hier im Video gut sehen kann. Auch die Möglichkeit nun jederzeit speichern und sogar gegen Freunde im Netzwerk antreten zu können (funktioniert noch nicht 100%ig), machen das ohnehin schon sehr gute “Doom 64” am heimischen Rechner nochmal EXtra interessant!

YesterPlay: Arkanoid (MS-DOS, NovaLogic, 1988)

“Arkanoid” ist eine meiner ersten Erinnerungen an Spiele auf dem PC. Eine Tante hatte damals so einen, Jahre bevor ich meinen ersten bekommen sollte. Und auf dem hatte sie unter anderem diesen Port der Spielhallenversion von “Arkanoid”. Ihr könnt Euch sicher denken, wie die Besuche bei besagter Tante aussahen?! 😉
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YesterPlay: Destruction Derby (MS-DOS, Reflections Interactive, 1995)

“Destruction Derby” war ein Meilenstein, der eine neue Ära der Arcade-Rennspiele einläutete: Ging es in diesen bisher hauptsächlich darum, möglichst gute Platzierungen und damit Punktestände einzufahren, standen bei “Destruction Derby” Rempeleien, Unfälle und Zerstörung der motorisierten Konkurrenz im Vordergrund. Damit stand das Spiel Pate für einige bis heute beliebte Rennspielserien wie “BurnOut”, “FlatOut” oder “Carmageddon” und einige Einzelspiele mit ähnlicher bis gleicher Thematik, wie z.B. “Demolition Racer”, “Wreckfest” oder “DIRT: Showdown”. Continue reading “YesterPlay: Destruction Derby (MS-DOS, Reflections Interactive, 1995)”

“Tron 2.0” auf GOG erhältlich (das YesterPlay dazu bei mir ;))

Nachdem ich in den letzten Beiträgen hauptsächlich Gratis-Spiele und Angebote aufgelistet habe, nun zur Abwechslung mal wieder zu einem Re-Release, der Geld kostet: Tron 2.0 ist nun DRM-frei auf GOG.com erhältlich.

Auf Steam gibt es das Spiel schon länger, aber dort berichten viele User davon, dass sie es nicht mehr starten könnten. Ob das nun an DRM-Maßnahmen liegt, kann ich nicht beurteilen, meine Retailversion jedenfalls läuft auch auf Windows 10 noch, das gleiche scheint für den GOG-Release zu gelten. Regulär ist das Spiel auf beiden Plattformen für 9,99€ zu haben, aktuell  werden in der Winteraktion auf Steam nur 2,49€ und als Releaseangebot bei GOG nur 7,49€ fällig.

Ich habe bereits vor längerem ein Video samt Beschreibung zum Spiel auf YouTube veröffentlicht, die ich der Einfachheit halber ab hier kopiere:

Zum Film “Tron”, der 1982 in den US-Kinos anlief, muss ich wohl nichts mehr sagen, er und sein Kultstatus dürfte inzwischen allgemein bekannt sein, zumal er durch seinen “Nachfolger “Tron: Legacy”, der 2010 in den USA anlief, wieder vermehrt in den DVD-Regalen auftauchte und seither einem noch größeren Publikum bekannt sein dürfte.

Was aber allgemein weniger bekannt ist: Eigentlich hatte “Tron” bereits einen offiziellen Nachfolger. So bezeichnete nämlich der Autor und Regisseur Steven Lisberger, der seinerzeit den Originalfilm realisierte, dieses Spiel hier, für das er entweder auch das Skript schrieb oder zumindest beratend tätig war, da variieren die Aussagen im Netz.

Die Handlung des Spiels findet ca. 20 Jahre nach den Geschehnissen des Films statt: Alan Bradley (in der englischen Fassung von Bruce Boxleitner, dem Darsteller aus dem Film von 1982, gesprochen) arbeitet immer noch bei EnCom und hat es geschafft, seinen begabten aber eher mäßig motivierten Sohn Jet in der Videospielabteilung von EnCom unterzubringen. Während eines Telefonats der beiden entdeckt die von Alan geschaffene KI Ma3a einen Virus im System und nur Augenblicke später wird Jet am Telefon Ohrenzeuge, wie sein Vater von offenbar unbekannten Eindringlingen überwältigt und scheinbar entführt wird. Als er daraufhin an dessen Arbeitsplatz nach dem Rechten sehen will, wird er kurzerhand von der Hilfe suchenden Ma3a digitalisiert und findet sich plötzlich, wie damals Kevin Flynn, im Computer wieder. Und schnell wird klar, dass es sich hier um mehr als einen kleinen Virenbefall handelt…

Wer den ersten Film mochte und auf Videospiele (konkreter: First Person Shooter) steht, für den dürfte “Tron 2.0” die Erfüllung eines Traumes sein. Es gab zwar vorher bereits ein paar Arcadespiele die auf Tron basierten, aber keines davon hatte so viel Tiefgang wie “Tron 2.0”. Neben der eigentlichen Action entlang der Hauptstory kann das nämlich noch mit Rollenspielelementen und einer sich im Laufe des Spiels entwickelnden Hintergrundgeschichte aufwarten. Beides entfaltet sich durch im Spiel zu findende Subroutinen, Updatepunkte und Emails. Dabei sind Subroutinen neue Fähigkeiten, die Jet in unterschiedlichen Kombinationen einsetzen und hin und wieder verbessern kann. Updatepunkte erhöhen Jets Version und schlussendlich seine Grundfähigkeiten wie Energie, Gesundheit, etc. Und durch Emails wird neben der Hauptgeschichte des Spiels auch etwas das Verhältnis zwischen Alan und seinem Sohn beleuchtet.

“Tron 2.0” visualisiert, wie schon der Film aus den 80ern, durch die passende Farbgebung, den Detailgrad und die Gestaltung der jeweiligen Umgebung wunderschön gängige Klischees und Vorstellungen davon, wie eine Welt innerhalb eines PCs oder Netzwerks aussehen könnte. Jedes Programm (also NPC) hat einen Namen, der häufig Rückschlüsse auf dessen Funktion zulässt, und oft bewusst humoristisch gewählt wurde. Die Musik, die immer wieder Melodien aus dem Film aufgreift und die “digitalen” Umgebungsgeräusche untermalen die Kulisse stets passend und stimmungsvoll. Und durch immer wieder eingestreute Lichtrennerabschnitte kommt so schnell keine Langeweile auf.

Das Spie kann auch über Netzwerk oder Internet gespielt werden, wobei der Hersteller bei letzterem von Lichtrennerduellen abrät, weil es durch die leider unvermeidliche Verzögerung bei der Übertragung die schnelle nötige Reaktionszeit so gut wie nicht erreichbar ist.

“Tron 2.0” hat eine recht aktive Modding-Community, die unter anderem auch die erweiterten Features und Funktionen aus dem Konsolenport “Tron 2.0: Killer App” auf das PC-Spiel portiert hat. Ich habe bisher keine MOD installiert, das steht aber noch auf meiner Liste, wenn ich das Spiel (wieder) durchgespielt habe.

Für mich ist “Tron 2.0” das ultimative Spiel aus dem Tron-Universum, keines davor oder danach hat den Flair, den Stil und die Idee so liebevoll und einfallsreich umgesetzt. Für jeden Fan ein absoluter Must-Play-Titel!

Hier bekommt ihr mehr Info über das Spiel und hier findet Ihr die erwähnte Community und deren MODs.