YesterPlay: Atomic Bomberman (PC, Interplay Productions, 1997)

Boxart von “Atomic Bomberman”

Die “Bomberman”-Serie erfreut sich seit Ihrer Entstehung in den frühen 1990ern auf so ziemlich jedem System großer Beliebtheit. Entsprechend viele Spiele und Versionen der spaßigen Bombenlegerei existieren inzwischen, mit mal mehr, mal weniger Abweichung vom Original.

Der bis dato vermutlich ungewöhnlichste Ableger der der Reihe kam 1997, fünf Jahre nach dem dem ersten Teil, exklusiv für den PC heraus. Der neue Look fällt natürlich als erstes auf, statt in japanophiler Zeichentrickoptik präsentiert sich das Spiel hier mit vorgerenderten Sprites, ein Grafikstil der damals recht populär war und wohl eher dem westlichen Auge gefallen sollte. Denn anders als die bisherigen “Bomberman”-Spiele, die allesamt von Hudson Soft in Japan produziert wurden, stammte dieses hier von Interplay Productions in den USA, die sich bei Hudson eine Lizenz dafür besorgten.

Auch akustisch hebt sich das Spiel deutlich von bisherigen Spielen der Serie ab, die Bombermänner schlagen sich zu eher technolastiger Musik im Sekundentakt mehr oder weniger lustige Sprüche, Zitate und Imitationen um die Ohren. Was durchaus irgendwann auch etwas nervig werden kann! Auf der CD des Spiels sind übrigens weitere ungenutzte Dateien mit Sprachsamples versteckt, die Sprüche deutlich unterhalb der Gürtellinie enthalten. Ihr könnt Euch diese hier anhören. Achtung: NSFW!

Spielerisch wird das Spiel dem Namenszusatz “Atomic” voll und ganz gerecht: Anders als beim Vorgänger, in dem die Powerups noch wohldosiert einzeln pro Level gefunden werden wollten, liegen hier altbekannte und neue Powerups sprichwörtlich unter jedem 3 Stein. Entsprechend schnell fliegen die Fetzen, was zwar prinzipiell kurzweilig klingt, aber sehr schnell sehr langatmig wird.

Denn die KI in diesem Spiel ist leider übermenschlich: Ist es schon schwer genug, sich in dem Tohuwabohu auf dem Bildschirm nicht selbst mit der eigenen Bombe hoch zu jagen, macht es einem das scheinbare Allwissen der CPU-Gegner nicht gerade leichter. Diese wissen nämlich scheinbar immer, wessen Bombe welche Reichweite hat, wann genau sie explodiert, etc. Diese “Superkraft”, gepaart mit wirklich pixelgenauen Bewegungen, verschafft den computergesteuerten Bombermännern einen kaum zu schlagenden Vorteil gegenüber den menschlichen Kontrahenten.

Was leider allzu häufig, vor allem bei mehr als 3 CPU-Spielern, zu folgendem Szenario führt: Menschliche Spieler scheiden bereits recht früh im Match aus, dass sich dann zwischen den gleichwertigen CPU-Bombern so lange hinzieht bis das Zeitlimit erreicht wurde und schließlich unentschieden endet. Während man als Spieler nur dasitzt, sich die irgendwann doch hinlänglich bekannten Sprüche anhört und hofft, dass es nun bald weiter geht.

“Saturn Bomberman” mit 10 Spielern

Der Action ist leider jeglicher Storymodus zum Opfer gefallen, es gibt niemanden zu retten, keine Bosse zu besiegen, etc. Der bockschwere Einzelspielermodus ist also bestenfalls als Trainingsmodus für Mehrspielerpartien zu verstehen, worauf klar der Schwerpunkt des Spiels liegt: Bis zu 10 Spieler können sich gleichzeitig lokal an einem oder an bis zu 5 PCs im (IPX-)Netzwerk bekriegen! Meines Wissens unterstütze bis heute ansonsten nur die Saturn-Version vom “Bomberman” so viele Spieler, von den nur in Asien erschienenen Online-Ablegern vielleicht mal abgesehen.

Das Spiel wurde heuer 20 Jahre alt, fast so lange dürfte es her sein, dass ich es zum letzten Mal gespielt habe. Warum, wurde mir schnell und schmerzlich wieder bewusst, als ich die meiste Zeit Däumchen drehend vor dem Bildschirm saß und den CPU-Gegnern bei ihrem irrwitzigen Ringelreihen im Bombenhagel zuschaute. “Atomic Bomberman” ist sicher ein interessanter Ableger der Reihe, aber sicher nicht der beste, schon gar nicht, wenn man vornehmlich alleine spielt. Dieses Spiel spielt man am besten mit ein paar Freunden. Oder gar nicht.

P.S.: Mir fiel eben auf, dass das Introvideo versehentlich der digitalen Schere zum Opfer fiel. Wird nachgereicht!

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(Wunsch-)YesterPlay: Terminal Velocity (MS-DOS, Terminal Reality Inc., 1995)

An sich ist das Leben nun ja wahrlich kein Wunschkonzert. Aber hin und wieder, ganz selten mal, bekommt man doch die Gelegenheit, sich kleinere Wünsche erfüllen zu können. Z.B. wenn der DJ den Song spielt, den man sich bei ihm gewünscht hat. Oder wenn die Partnerin/der Partner das Abendessen gekocht hat, das man sich gewünscht hat. Oder wenn man, wie der Leo, immer fleißig hier mitgelesen und kommentiert hat und dafür nun den folgenden Wunschtitel hier vorgestellt bekommt (Danke, Leo!):

“Terminal Velocity” Box-Art

“Terminal Velocity”, das allererste von 3D Realms veröffentlichte Spiel, ist ein Shooter in vollem 3D und lässt sich am ehesten mit “StarFox” auf dem SNES, “Cybermorph” auf dem Atari Jaguar und mit “Descent” auf dem PC vergleichen. Es wurde von den gleichen Personen entwickelt, die früher auch für den “Microsoft Flight Simulator” verantwortlich zeichneten. Für Ihr erstes Spiel unter dem neuem Banner Terminal Reality (inzwischen nicht mehr existent) wurde die Spielmechanik aber glücklicherweise deutlich vereinfacht und voll auf Action getrimmt. Was einen astreinen Arcade-Shooter ergab!

Die Engine des Spiels zaubert sehr flottes Gameplay auf den Bildschirm, die Steuerung über Maus und Tastatur funktioniert sehr gut, noch besser in DOSBox mit einem modernen Gamepad, da kommt echtes Konsolenfeeling auf! Das Spiel liefert Action satt, entweder für einen oder für bis zu 8 Spieler im Netzwerk (nur in der CD-Version). Nur die Musik könnte dabei gerne etwas abwechslungsreicher sein.

Das Spiel erschien 1995 in 2 Versionen für den PC, zuerst auf Disketten und später auf CD. Diese Version enthielt zusätzliche Videosequenzen, einen zusätzlichen, geheimen Bonusplaneten, den Netzwerkmodus und insgesamt schönere Grafik.

Das sehr, sehr ähnliche “Fury³” für Windows 95

Einigen, die die Anfangszeit von Windows 95 aktiv miterlebt haben, wird “Terminal Velocity” vielleicht seltsam vertraut vorkommen. Das rührt vermutlich daher, dass es, mit neuen 3D-Modellen und neuen Planetenoberflächen aber ansonsten quasi unverändert, als “(Microsoft) Fury³” für Windows veröffentlicht wurde und als Demo damals sehr populär war. “Terminal Velocity” wurde davor noch ganz klassisch als Shareware mit nur einer der drei Episoden vertrieben.

“Terminal Velocity” auf dem Smartphone

Heute ist das Spiel in der CD-Version bei Steam und bei GOG als Download erhältlich, Konsolenversionen gibt es keine. Dafür wurde das Spiel aber 2015 für Android- und iOS-Smartphones umgesetzt und ist in den jeweiligen App Stores für ein paar wenige Euro zu haben:

P.S.: Falls sich jemand wundert, warum ich im Video auch nach erfolgreich beendeter Mission noch ein wenig auf Gegnerjagd gegangen bin: Am Ende des Spiels gibt es Ranking nach der Anzahl der Abschüsse, jeder zählt also. Bäume und sonstige “organische” Ziele geben übrigens Punkt-/Trefferabzug, also schont die Umwelt! 😉

YesterPlay: Judge Dredd: Dredd vs. Death (PC, Rebellion, 2003)

Das Gesetz wurde in Filmen und deren Videospieladaptionen bereits von sehr vielen Charakteren vertreten, nur wenige waren dabei aber so wortkarg, konsequent und unbeirrbar wie Judge Dredd.

Nach diversen Plattform- und Railshootern ließ Rebellion Developments Ltd. den berühmten Comic-Gesetzeshüter 2003 erstmals in einem First-Person-Shooter gegen das Verbrechen und die geisterhaften Dark Judges antreten und spendierte dem Spiel dabei eine der größten Besonderheiten im Vergleich zu anderen Shootern: Um am Ende eines Levels die höchste Auszeichnung (natürlich “Judge Dredd”) zu bekommen, genügt es nicht, einfach alles Bösewichte aus den Latschen zu pusten. Stattdessen muss, ganz im Sinne der Judges, ein Bösewicht erst verhaftet und dann direkt Recht gesprochen werden, was in der Regel lebenslänglich bedeutet. Dabei ist der mürrische Polizei-Richter nicht allein auf die offensichtlichen Verbrecher und Kultisten beschränkt, auch die zahlreich in den Leveln herumlaufenden Zivilisten verhalten sich nicht immer konform den Gesetzen der dystopischen Mega-City One. So kann man also durchaus auch Leute dafür verhaften, dass sie in der Öffentlichkeit rauchen oder einfach zu dick sind.

Im Gegenzug bekommt Dredd aber auch mit den eigenen Leuten Ärger, wenn er zu viele Zivilisten tötet, man sollte also bei Feuergefechten immer darauf achten, welche Munition man im Lawgiver geladen hat, um Kollateralschäden zu vermeiden.

Damit der reine Ballerspaß aber nicht zu kurz kommt, nehmt ihr es auch immer wieder mit Vampiren und Zombies auf, bei denen sich eine Verhaftung aus naheliegenden Gründen erübrigt und die deshalb standesgemäß endgültig aus dem Leben geschossen werden dürfen.

Das Spiel ist relativ kurz(weilig), mittelmäßig schwer und leider grafisch eher unterdurchschnittlich, was wohl darauf zurückzuführen ist dass es neben dem PC noch für die Xbox, den Gamecube und die Playstation 2 herauskam. Der Comic-Charme, die futuristische Stimmung und die Action wissen aber definitiv zu gefallen!

Das gilt auch für die diversen Spielmodi, die neben der Hauptstory noch sogenannte Arcade-Level enthalten, in denen man in einem Level eine bestimmte Anzahl Gegner erledigen muss. Für Multiplayer gibt es gar einen Koop-Modus sowie diverse Modi gegeneinander.

Das Spiel wird heute noch für den PC bei Steam und GOG für jeweils ein paar Euro verkauft, die man definitiv schlechter anlegen könnte.

Ein kleiner Tip noch: Dank eines Custom Resolution Tools, was ich auch eingesetzt habe, lassen sich höhere Auflösungen als eigentlich vom Spiel unterstützt einstellen, ebenso wie Breitbildmodi.

YesterPlay: Pray For Death (MS-DOS, Light Shock Software, 1996)

In den 1990ern waren die Videospielkonsolen mit Prügelspielen in Hülle und Fülle gesegnet, “Street Fighter 2” und “Mortal Kombat” initiierten eine wahre Flut an Spielen, die sich oft eines der beiden in irgend einer Form zum Vorbild nahmen.

Der PC geriet dabei schnell ins Hintertreffen, zwar wurden die beiden Platzhirsche auch dafür umgesetzt, darüber hinaus blieb die Auswahl aber eher spärlich. Umso erfreuter nahm man damals also Spiele wie dieses hier an, dass sich allerdings nicht an den beliebten Vorbildern von Capcom oder Midway, sondern ganz offensichtlich an “Killer Instinct” von Rare (Arcade, N64 und SNES) orientierte.

Dessen Klasse erreicht “Pray For Death” zwar in keinem Bereich, es ist aber ein solides, PC-exklusives Prügelspiel, mit einer interessante Auswahl an Kämpfern, vielfältigen Special Moves und viel Liebe zum Detail.

“Pray For Death” ist heute noch/wieder für ein paar Euro bei GOG erhältlich.

Was wurde eigentlich aus Project: Retro?

Ja genau, was wurde eigentlich aus meinen Retro-PCs, an denen ich gebastelt habe? Wir erinnern uns: Als es vergangenes Jahr kälter wurde, legte ich das Projekt temporär auf Eis, weil es in der Garage zu kalt zum basteln wurde.

Inzwischen ist es deutlich wärmer, leider hindern mich aber andere Faktoren daran, die Kisten zu vollenden. Allen voran natürlich unser aller Todfeind: Die Zeit. 40h-Job, Renovierungen, Garten, 2 Hunde, sonstige Verpflichtungen und Hobbies…

Dann kommt aktuell, trotz Haus, ein gewisser Platzmangel dazu. Denn in der Garage stehen noch all die Sachen, die eigentlich schon längst draußen auf der Terrasse stehen sollten und nehmen mir den Platz zum arbeiten weg. Und die Terrasse ist aktuell und schon seit einer ganzen Weile Baustelle. Die wird aber hoffentlich dieses Wochenende fertig.

Das gilt leider nicht für mein Zockerzimmer, wo all das Gewerk später mal stehen soll. Dort werde ich vor Herbst kaum weiter renovieren können, entsprechend hätte ich aktuell eh keinen Platz für meine Retro-PCs.

Und deshalb mache ich mir da jetzt auch keinen Stress, es hetzt mich nichts und niemand, also bleibt das Projekt bis auf weiteres im Stillstand. Sollte es etwas neues geben, erfahrt Ihr Es aber definitiv hier!

Retro um und zu jedem Preis? Es geht auch anders!

Alle Jahre wieder!

Beinahe schon traditionell bringt die Firma ATGames seit Jahren zwischen September und November eine neue Version Ihrer beliebten Atari Flashback Classic Console bzw. Sega Genesis Classic Console auf den Markt. So auch dieses Jahr. Bei diesen Geräten handelt es sich um lizenzierte Retrokonsolen, die preislich allesamt im Impulskaufsegment liegen, (meines Wissens) die gleiche Hardware verwenden und optisch mehr (Atari) oder weniger (Sega, dafür mit Modulschacht für echte Spielmodule) den jeweiligen Konsolenklassikern nachempfunden sind. Parallel zu diesen kommen fast immer Handheldvarianten auf den Markt, die über einen SD-Kartenslot verfügen und so fast beliebig um Spiele(-Roms) erweitert werden können. In eher unregelmäßigen Abständen bekamen auch andere Konsolen eine Neuauflage verpasst, ich möchte mich hier aber aus aktuellem Anlass auf die beiden erstgenannten konzentrieren, denn:

Was bisher kaum eine News wert war, erfährt nun im Fahrwasser der erst kürzlich eingestellten NES Classic Mini von Nintendo eine vorher kaum vorstellbare Medienpräsenz, kaum ein Portal berichtet nicht, zum Teil mit kaum verhohlener Begeisterung, über die “neuen” Retrokonsolen von ATGames, die auch 2017 wieder auf den Markt kommen werden.

Ein Blick zurück

Nun bin ich ja bekennender Liebhaber reiferer Spiele und prinzipiell Empfänglich für solche Apparaturen. Wenn ich aber das Wort “neu” in Verbindung mit den jeweiligen Bildern sehe, geht bei mir automatisch die linke Augenbraue hoch. Warum?

Machen wir ein kleines Ratespiel! Ich zeige Euch 3 Bilder, Ihr sagt mir welches Modell der jeweiligen Retrokonsole ihr glaubt zu erkennen. Auf die Plätze, fertig, los:

Na, wer hat sie alle erkannt? Richtig, es sind alles Atari Flashback Konsolen, und zwar die folgende Varianten von links nach rechts: Atari Flashback 4 Classic Console (2012), Atari Flashback 6 Classic Console (2015), Atari Flashback 8 Classic Console (2017).

Runde 2! Diesmal 4 Bilder, ich verrate gleich vorweg: Es sind alles Sega Genesis Classic Konsolen. Aber könnt Ihr sie chronologisch nach Marktstart sortieren?

 

Na, wer hat’s raus? Zugegeben, bei den Teilen noch durchzublicken ist auch echt schwer, die kamen weltweit in so vielen verschiedenen Varianten heraus, mal mit 80, mal mit 85, mal sogar mit 90 Spielen… Deswegen habe ich sie gleich chronologisch sortiert, die Konsolen kamen von links nach rechts heraus in 2012, 2015, 2016 und das letzte zeigt das Modell dass im Herbst 2017 erscheinen soll. Süß finde ich übrigens, wie man bis heute immer noch versucht, die alten “Mortal Kombat” Spiele als Zugpferd auf der Verpackung zu präsentieren. Sind die echt noch so verrucht dass man damit heute noch Käufer ködern kann?

Bonusrunde! Diesmal die Handheldvarianten. Ich zeige Euch diesmal 5 Bilder, verpixele die Bildschirme und Ihr sagt mir, welches System welches ist:

 

Das war relativ einfach, oder? Die Buttons und die jeweilige Farbgebung geben recht viel Preis: Von links nach recht haben wir hier das Master System Portable, das Atari Flashback 7 Portable, das alte Genesis Portable mit 3 Buttons (von vorne herein eine totale Fehlkonzeption!), dann das mit 6 Buttons und zum Schluss noch das im Herbst erscheinende Atari Flashback 8 Portable.

Wir sehen: Alles aus einem Guss, bestenfalls marginale äußere Veränderungen an der Hardware lassen sich ausmachen. “The same same procedure as last year? – The same procedure as every year!”

Aber lassen wir das offensichtlich mal beiseite, mag ja sein, dass die Konsolen seit Jahren gleich aussehen, aber es ist sicher nicht immer das gleiche drin, oder? Tatsächlich unterscheiden sich die Geräte in der Auswahl der vorinstallierten Spiele. Wie sehr (oder eben nicht), könnt ihr dieser handgeklöppelten Tabelle (als PDF) entnehmen, die die Spielelisten von 2014, 2015, 2016 und 2017 im Vergleich enthält. Spoiler: Sie unterschieden sich kaum. Die Spiele, die von ATGames mit in die Konsolen gepackt werden (Seite 2), könnt ihr übrigens, solltet Ihr über den Kauf einer solchen Konsole nachdenken, getrost ignorieren: Diese stammen großteils aus dem Homebrewbereich und sind in der Regel kein adäquater Ersatz für ein gutes Mega Drive-Spiel.

Echte Neuerungen?!

Wirklich neu scheint also, zumindest auf den ersten Blick, so gut wie gar nichts zu sein. Ganz aufmerksame Leser haben aber möglicherweise bei den stationären Modellen für 2017 etwas bemerkt: Genau, im Gegensatz zu den vorherigen Varianten, sind die Controller hier mit Kabel abgebildet! Klar, “Hat beim NES Classic Mini geklappt, das probieren wir auch!” wird man sich bei ATGames gedacht haben. Und die Spieler können von dieser Entscheidung nur profitieren, denn die drahtlosen Controller wurden zuvor über Infrarot verbunden, was zum einen dauerhafte Sichtverbindung zwischen Controller und Konsole voraussetzte, zum anderen oft zu deutlich spürbaren Latenzen führte, was beides natürlich eher wenig zum Spielspaß beitrug.

Von diesem eher nebensächlichen Detail abgesehen gibt es dieses Jahr aber 2 tatsächliche Neuigkeiten: Die offensichtlichste dürfte die neue Sega Genesis Flashback (mit “85” Spielen) sein, die optisch einem Genesis 1 nachempfunden ist. Die weniger offensichtliche (da sie sich optisch nicht von der Classic Console unterscheidet) dürfte die Atari Flashback Gold (mit 120 Spielen) und deren Activision Edition (mit 130 Spielen!) sein. Neben dem Namenszusatz (Flashback) teilt sich das Genesis Flashback mit den Atari-Pendants offenbar auch eine neue Hardwarebasis:

Alle drei werden endlich mit einem HDMI-Ausgang ausgestattet, meiner Meinung nach schon längst überfällig und in Zeiten, in denen bereits einige Ihre Full-HD-TVs gegen 4K-Geräte tauschen, hätte ich mir sogar mindestens 1080p statt der 720p, die tatsächlich ausgegeben werden, gewünscht. Immerhin werden optional Scanlines einschaltbar sein. Die drahtlosen Controller werden endlich mit einer 2,4Ghz-Funkverbindung ausgestattet, Controller mit Kabel lassen sich nach wie vor auch anschließen. Die neue Hardware scheint etwas mehr Dampf zu haben als die der jeweiligen Classic-Varianten, denn sie ermöglicht nun auch eine “Rückspulfunktion” sowie das Erstellen und Laden von Savestates. Dass sie nicht mehr als 720p darstellen kann lässt jedoch vermuten, dass auch die HD-Modelle von Chips befeuert werden, die eher am unteren Ende der Preis- und Leistungsskala angesiedelt sind. Eventuell ist das auch eher eine Designentscheidung, um die Kompatibilität mit so ziemlich jedem Flachbildfernsehgerät zu gewährleisten ohne den Käufer etwas konfigurieren lassen zu müssen, ich tippe aber auf ersteres. Bisher ist nicht bekannt, was die Konsolen jeweils kosten sollen.

Leider sind auch die zahlreichen Klone und “Billigspiele”, die bereits bei den bisherigen und auch der neuen Sega Genesis Classics Console mehr als die Hälfte der verfügbaren Spiele ausmach(t)en (s. meine Liste), wieder mit an Bord der Sega Genesis Flashback. Schade, ein paar echte Klassiker mehr statt dieser spielerischen C-Ware hätten der schicken Konsole sehr gut gestanden. Wieder einmal hat es nicht einer von Segas Rennspielklassikern mit auf die Liste geschafft! Buuuuuuuh, SEGA! Dafür werden nun auch ein paar Master System- und Game Gear-Titel mit auf der Konsole vorinstalliert sein, was die Auswahl an 16-Bit-Titeln aber weiter einschränkt.

Mit der Atari Flashback 8 Gold, deren Activision Edition und dem neuen Sega Genesis Flashback bekommen die beliebten Retrokonsolen also endlich ein längst überfälliges Upgrade auf HD und zeitgemäße Drahtlos-Controller. Eine Anschaffung wäre für Fans wie mich also durchaus eine Überlegung wert. Wäre da nicht dieses eine, kleine Problem… dazu später aber mehr.

Es ist nicht alles Gold was flasht!

Kehren wir nochmal zurück zum Anfang dieses Beitrags und schauen wir mal wer aufgepasst hat: Im Gegensatz zu den neuen Sega Flashback- bzw. Atari Flashback Gold-Konsolen war da doch noch die Rede von neuen Classic-Konsolen. Denn ja, parallel zu den neuen, besser ausgestatteten Konsolen, werden auch die bereits altbekannten Vertreter wieder mit einer nur minimal veränderten Spieleliste auf den Markt geworfen. Und davon, liebe Retrospielfreunde, bin ich, bei aller Liebe für die alten Spiele, absolut kein Freund!

Ich habe ja bereits in der Einleitung darauf hingedeutet, dass diese Konsolen preislich eher im Impulskaufsegment angesiedelt sind. Auf gut Deutsch bedeutet das so viel wie “billig” (nicht zu verwechseln mit “günstig”)! In der kleinen Retrospektive, die sich im folgenden Ratespiel versteckte, zeigte sich, dass die Geräte über Jahre zumindest äußerlich unverändert einfach immer wieder und wieder neu verpackt, die vorinstallierten Spiele minimal variiert und die Konsolen dann im jährlichen Turnus immer wieder “neu” verkauft wurden. Nun könnte man zumindest hoffen, dass die Konsolen zumindest technisch immer wieder mal modernisiert wurden. Aber leider machen die Bewertungen für die 2016er Vorjahresmodelle auf Amazon.com alle Hoffnungen schnell wieder zunichte: Bewertungen mit 4-5 Sternen halten sich in Summe beinahe die Waage mit solchen mit nur einem oder zwei Sternen, woraus sich meiner Meinung nach klar ablesen lässt dass Retrofans mit Anspruch kaum glücklich mit diesen Konsolen werden, Gelegenheitsspieler mit knappem Geldbeutel aber durchaus auch etwas Spaß damit haben können:

Bei den Handheldkonsolen ist eine deutliche Verschiebung hin in die Bereiche mit mehr Sternen erkennbar, allerdings kann ich da auch aus eigener Erfahrung nur sagen, dass ich mit meinem Handheld nicht viel Spaß hatte: Das Material könnte kaum billiger wirken, die Tasten fühlten sich unangenehm an, das Steuerkreuz war sehr ungenau und die Emulation eher mittelprächtig, besonders der Sound sogar echt miserabel. Zumindest letzteres wurde wohl leider bis 2016 nicht besser, wie man in diesem Review (von armchchairarcade.com) nachlesen kann. In einigen Amazon-Bewertungen wird auch 2016 noch moniert, dass es ein Glücksspiel sei, SDHC-Karten zum Laufen zu bekommen. Deswegen muss man leider davon ausgehen, dass die Handhelds auch auf einem ähnlich alten Stand sind wie die stationären Konsolen.

Schaut man sich die Beschreibungen der gerade angekündigten 2017er-Classic-Konsolen an, deutet leider nichts darauf hin dass diese sich in irgendeiner Form von den 2016er Modellen unterscheiden: Sie werden leider nach wie vor nur über einen einfachen analogen Cinch-Anschluss mit dem TV verbunden und auch sonst scheint alles beim Alten zu bleiben, außer dass man nun auch noch den IR-Port eingespart hat. Die diversen Classic Consoles von ATGames sind sozusagen das FIFA der Retrokonsolen: Ein alljährlicher Aufguss mit nur marginalem Aufwand (Entwicklungskosten sind quasi inexistent, die Fertigungsstraßen bei den Zulieferern stehen bereits seit langem, etc.), eine Gelddruckmaschine mit Gewinngarantie.

Elektroschrott in Serienproduktion

Nicht dass ich ATGames das Geld nicht gönnen würde, ca. 40€ für ca. 40 Sega-Spiele, ca. 40 ATGames-Zugaben und das ganze mit 2 Controllern, das ist echt nicht viel Geld! Meine Kritik geht in eine andere Richtung: In meinen Augen ist das schon fast eine bewusste kontinuierliche Elektroschrott-Serienproduktion. Bedingt durch die von vorne herein eher mäßige Qualität bis hin zu den jährlich variierenden Spielelisten, die mit 2-3 neuen Titeln jährlich (andere werden dafür entfernt) einzig und allein dem Zweck dienen, Käufer dazu zu bewegen, sich auch die neueste Reinkarnation der jeweiligen Konsole anzuschaffen.

Wer sind überhaupt diese Käufer? Sammler? Möglicherweise, ich persönlich kann mich allerdings nur schwerlich für die Vorstellung begeistern, mehr als eine quasi identische Retrokonsole im Regal stehen zu haben. Aber Sammler sind oft speziell… Echte Retrofans? Die geben sich eher kaum mit so mittelmäßig emulierten Spielen ab. Jemand, dessen Originalkonsole defekt ist und der Ersatz braucht? Der dürfte auch kein Interesse daran haben, seine Spiele nur mäßig gut emuliert zu spielen. Also wer kauft solche Konsolen? Die kauft vermutlich hauptsächlich der Spieler, der gerne die Klassiker seiner Kindheit und Jugend am heimischen TV spielen möchte, der aber weder das Geld hat, sich eine eigene Original-Sammlung anzulegen, noch den technischen Sachverstand und/oder die Motivation, sich mit guten Emulatoren auf dem PC oder einem Raspberry Pi auseinanderzusetzen. Die Teile sind Plug-and-Play, damit kommt jeder zurecht. Und was macht dieser Spieler wenn er statt beispielsweise alter Atari-Spiele nun Lust auf Sega-Spiele bekommt? Er kauft noch eine Konsole. Und was macht dieser Spieler, wenn er genau die 2-3 Spiele, die im nächsten oder übernächsten Jahr neu auf der nächsten Atari oder Genesis Classic Console mit drauf sind, auch spielen möchte? Er kauft sich womöglich noch eine dieser Konsolen, sind ja so schön einfach zu handhaben und kosten weniger als ein Vollpreistitel für die aktuellen Konsolen. Ich kann also durchaus nachvollziehen, warum so etwas gekauft wird. Gut finde ich es aber nicht.

Ich persönlich frage mich nämlich, mehr aus ökologischen denn ökonomischen Gründen: Hätte es denn die Sega Genesis Classic und die Atari Flashback Classic neben den neuen Flashback- bzw- Flashback-Gold-Varianten tatsächlich noch gebraucht? Das jeweilige Handheld könnte ja meinetwegen noch weiter geführt werden, aber wäre das nicht ein guter Zeitpunkt gewesen, die “alten” Heimkonsolen nach all den Jahren in den wohlverdienten Ruhestand zu schicken? Und wäre es wirklich zu viel verlangt, auch den stationären Classic Konsolen einen SDHC-Kartenslot zu spendieren, mit dem man selbständig Spiele “nachrüsten” könnte statt jährlich eine neue kaufen zu “müssen”? Beim Handheld geht es doch auch! Denn, und damit kommen wir nun wieder zu meinem bereits erwähnten kleinen Problem mit den neuen HD-Varianten: Auch diese lassen dieses überaus nützliche Feature wieder schmerzlich vermissen, ebenso wie zuvor bereits das NES Classic Mini, was alleine aus diesem Grund für mich von vorne herein schon keine Option war! Solche bewussten Kastrationen der hardwarespezifischen Möglichkeiten machen aus unternehmerischer Sicht sicherlich Sinn, sind in meinen Augen jedoch verschwendetes Potenzial, verschwendete Rohstoffe und für den Käufer unnötige Kosten.

Ich will aber an dieser Stelle keine Grundsatzdiskussion über die Umweltverträglichkeit unseres Lieblingshobbys anfangen, obwohl eine solche sicher auch nicht ganz unangebracht wäre, sonder lieber etwas anderes präsentieren:

Alternativen

Was also kann man tun, wenn man gerne alte Spiele am TV spielen, aber nicht jedes Jahr, wegen 2-3 neuer Spiele, eine neue Billig-Konsole kaufen und auch nicht unbedingt den PC am TV anschließen kann oder möchte? Reichlich viel kann man da tun!

Es gibt z.B. neben den bekannten Vertretern von ATGames, Blaze und Co. noch weitere ähnlich ausgerichtete Konsolen, die haptisch oft nicht wirklich besser aber dafür leichter um weitere Spiele erweiterbar sind und sogar Originalmodule und Roms von noch mehr Systemen unterstützen! Z.B. die Retron 5 von Hyperkin, die die Module von NES/Famicom, SNES/Super Famicom, Genesis/Mega Drive, Game Boy, Game Boy Color, & Game Boy Advance abspielen kann. Oder, wenn man es ganz wild treiben will, die Retro Freak von Cybergadgets, die Module von gleich 11 anderen Systemen abspielen kann!

Wem bei diesen Multi-Emulations-Konsolen der Retrocharme fehlt, greift zukünftig vielleicht zur RetroEngine Sigma, die Vorbesteller im Design eines silber gefärbten Genesis / Mega Drive 1 bekamen, spätere Käufer erhalten die Konsole in einem Retrodesign dass eher eine Mischung aus Atari 2600 und Mega Drive zu sein scheint.

All diese Konsolen haben eines gemeinsam: Sie kosten mehr als die Einzelsystemkonsolen von ATGames, dafür können sie alle Spiele für gleich mehrere Systeme von der SD-Karte oder gar Originalmodulen abspielen und geben das Bild ebenfalls in HD mit 720p aus!

Eine weitere Möglichkeit einer Retrokonsole sind die inzwischen vielfältig erhältlichen Mini-Bastler-PCs, wie z.B. der Raspberry Pi, aus denen sich mit einem optionalen Gehäuse und dem Controller Eurer Wahl auch für relativ wenig Geld eine schicke, kleine aber sehr leistungsfähige Retro-Konsole oder sogar ein -Handheld basteln lässt. Mit echtem Mehrwert, weil die kleinen Dinger natürlich noch viel mehr können als Spiele zu emulieren. Handwerklich begabte Retrofreunde bauen sich solche sogar in Originalgehäuse alter Konsolen ein! Danach einfach die entsprechende kostenlose Linuxdistribution (z.B. Retropie, Lakka oder Recalbox) und die gewünschten Spiele auf eine microSD-Karte kopieren, anschließen, einmalig einrichten und loslegen! (Vielleicht gibt es dazu bald mal ein Tutorial von mir.)

Ach ja, Spiele… All diese Konsolen bieten nun zwar all die technischen Möglichkeiten, die vielfältigsten Retrospiele zu spielen, haben aber, im Gegensatz zu den Geräten von ATGames, keine Spiele mit an Bord. Wo bekämen wir die nun her? Klar, ihr könntet Euch natürlich einfach die SD-Karte mit illegal im Netz heruntergeladenen Spielen vollpacken, wer die Spiele aber gerne legal erwerben möchte, kommt kaum um den Erwerb von Compilations für den PC herum. Diese gibt es zwar oft auch auf Konsolen, Konsolendiscs sind in der Regel nicht ohne weiteres (am PC) auslesbar. Um bei den Beispielen Atari 2600 und Sega Mega Drive zu bleiben, wären also zum einen die Atari Vault als auch die Sega Genesis and Mega Drive Classics auf Steam meine Empfehlung: Diese sehr schön aufgemachten Sammlungen von Klassikern enthalten fast die gleichen Spiele wie die entsprechenden Flashback-Konsolen von ATGames, sind besonders im Sale immer wieder mal echt günstig zu bekommen und ihr könnt die Roms, einmal gekauft und installiert, einfach vom Installationsordner auf der Festplatte auf Eure SD-Karte kopieren und dann mit der Konsole Eurer Wahl spielen. Oder auch einfach direkt am PC, die Collections enthalten alle bereits einen leicht zu konfigurierenden Emulator.

Womit wir, Desktop oder Notebook vorhanden, zur wohl günstigsten und besten Variante kämen, denn am PC/Mac gibt es (neben den Bastel-Mini-PCs) die mit Abstand besten Emulatoren. Kaum eine Retrokonsole gibt die Spiele bisher so gut wieder wie z.B. ein Stella die A2600-Spiele oder ein Kega Fusion die Titel von Sega. Diese Emulatoren, gefüttert mit den Roms aus den entsprechenden Collections und auf einem per HDMI mit dem TV verbundenen PC oder Mac, sind nach wie vor das Non-Plus-Ultra, wenn es um die Emulation von Retro-Spielen geht: Höchste Auflösungen, optional zuschaltbare Filter, Unterstützung aller möglichen Controller, teilweise sogar Spiele über Netzwerk oder Internet möglich und, was mir persönlich sehr gefällt: Kein zusätzliches Gerät nötig, Umwelt und Geldbeutel gleichermaßen geschont!

Mein Appell

Ihr seht, es gibt mehr als eine Möglichkeit, Retrospiele auch am TV zu spielen, ohne  irgendwelche billig produzierten “Wegwerf-Konsolen” kaufen zu müssen: Entweder ihr kauft Konsolen, die zwar ein paar Euro mehr kosten, dafür aber langfristig und deutlich flexibler nutzbar sind, weil ihr dank SD-Karten ganz nach belieben Eure Spiele von verschiedenen Systemen darauf spielen könnt. Oder ihr baut Euch für gar nicht mal viel mehr Geld, als so ein ATGames-Gerät kostet, eine eigene Mini-Konsole mit noch besseren Emulatoren und verzichtet dafür auf die Modulschächte. Oder ihr kauft Euch für ganz wenig Geld entsprechende Collections am PC und spielt die Spiele darüber mit den mitgelieferten oder anderen (oft besseren) Emulatoren! Alles ist besser als weiterhin diesen alljährlichen Re-Re-Re-Re-Re-Re-Re-Release von billigst produzierten und schlecht emulierenden Retrokonsolen zu unterstützen! Bitte kauft solche Konsolen nicht mehr, so nostalgisch sie auch sein mögen, kauft Euch lieber “nachhaltigere” Multisystemkonsolen, oder nutzt gar die eventuell bereits vorhandenen Möglichkeiten, Eure Spiele am PC zu emulieren! So oder so, ihr könnt dabei nur gewinnen, selbst wenn es anfänglich ein paar Euro mehr kostet!

Wie denkt ihr darüber? Geht Nostalgie immer vor? Oder geht ihr den Kosolenkauf auch eher mit dem Kopf an? Lasst es mich in den Kommentaren und/oder auf Twitter wissen!

YesterPlay: Alien Trilogy (MS-DOS, Probe Entertainment, 1996)

Wie war noch der Werbe-Slogan zum ersten “Alien”-Film? “Im Weltall hört Dich niemand schreien!” Sehr schön, wenn uns eh keiner hört können wir es auch gewaltig krachen lassen!

Und das tut es in diesem Doom-Klon, dessen Namen sich darauf bezieht dass er thematisch an die ersten 3 Filmen der populären Reihe angelehnt ist. Als Ripley wandert man durch düstere Flure, Hallen und Höhlen, erwehrt sich allerlei fieser und ekliger Kontrahenten, ein Auge immer auf den Bewegungsmelder gerichtet, ein Ohr immer offen für dessen Unheil verkündendes Piepsen, während das andere sich an der sehr stimmungsvollen Hintergrundmusik erfreut.

Die für 1996 grafisch bereits etwas schwachbrüstige PC-Fassung entspricht im Einzelspielermodus 1:1 den Versionen für PSX und Saturn, leider ist die Umsetzung nicht so gut gelungen wie man es sich wünschen würde, vor allem die sehr langsame und nicht regulierbare Maussteuerung (hier dank DOSBox flotter) sowie eine etwas schwankende Framerate und extrem scanlinige Videosequenzen trüben den Spielspaß am PC etwas. Dafür kann man sich am PC im Netzwerk gegenseitig bekämpfen, leider wird hier aber nur DeathMatch-Standardkost ohne jegliche Highlights geboten, Kämpfe in der Gruppe gegen Aliens gibt es leider nicht.

Das Spiel weiß trotz seiner Mängel besonders dank der sehr dichten Atmosphäre aber auch heute noch zu gefallen, wer FPS mag kommt hier voll auf seine Kosten!