YesterPlay: Teenage Mutant Ninja Turtles – Tournament Fighters (Mega Drive, Konami, 1993)

Ah, die 1990er, die güldenen Jahre in denen es neue Prügelspiele hagelte wie Schläge in einer Ultra-Combo in “Killer Instict” und in denen die Teenage Mutant Ninja Turtles noch so richtig beliebt und allgegenwärtig waren. Was lag da seinerzeit wohl näher, als die 4 gepanzerten Mutantenreptilien, die bereits diverse sehr gute Sidescrolling-Prügler absolviert hatten, auch Kämpfe 1-gegen-1 austragen zu lassen? Klar: Nichts! Und so kam es, dass Konami 1993 NES, SNES und Mega Drive mit einem weiteren Prügelspiel beglückte.

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YesterPlay: Karnov’s Revenge / Fighter’s History Dynamite (Arcade, Data East, 1994)

Über “Karnov’s Revenge” (oder “Fighter’s History Dynamite”, wie es außerhalb Europas heißt) bin ich im Italien-Urlaub gestolpert. Wie ich bereits öfter erwähnte, gibt es dort nur ein paar Meter von Zuhause entfernt eine Bar, die früher immer ein paar Automaten im Hinterzimmer stehen hatte. Einer davon enthielt dieses Spiel. Und meine Fresse, was kostete mich der “Gettoni” (italienisch für “Münzen”)! 😀 Continue reading “YesterPlay: Karnov’s Revenge / Fighter’s History Dynamite (Arcade, Data East, 1994)”

YesterPlay: Rise Of The Robots (Mega Drive, Data Design Interactive, 1995)

“Rise Of The Robots” fand seinen Weg in meine Mega-Drive-Sammlung seinerzeit zusammen mit einem Supervision inkl. “Crystball” und dem Spiel “Tasac 2010” dafür. Ich konnte alles sehr günstig in einem Ausverkauf ergattern und war besonders auf “Rise Of The Robots” gespannt, weil das Mitte der 90er eines der am meisten gehypten Prügelspiele war.

Was wurde nicht alles versprochen: Soundtrack von Brian May, dem Gitarristen der weltberühmten Band “Queen”! Eine KI wie man sie nie zuvor erlebt habe! Über 100 Animationen pro Kämpfer! Und so weiter. “Rise Of The Robots” sollte jedenfalls das Prügelspiel schlechthin werden!

Was es dann tatsächlich wurde, seht ihr ja hier. Brian Mays musikalischer Beitrag beschränkt sich auf ein einziges Gitarrenriff im Titelbildschirm (Zugegeben: Auf anderen Konsolen sind bis zu zwei Lieder von ihm enthalten). Die KI taugt nicht mal als schlechter Witz. Die 100 Animation sind vermutlich die Gesamtzahl der Animationen aller Kämpfer. Und gefühlt gibt es im ganzen Spiel nur 10 Soundeffekte.

Dabei hätte aus dem Spiel echt etwas werden können, es sieht (im Stillstand) gar nicht so übel aus, die kleinen Videosequenzen zwischen den Kämpfen finde ich echt schick. Die Musik, wenn auch nicht von Brian May, gefällt mir sogar echt gut und passt in die futuristische Stimmung. Aber die nicht vorhandene KI und das völlig verkrüppelte Gameplay ersticken jeden Spielspaß bereits im Keim: Ab dem 3. Gegner wird da Gekloppe zur reinen Glückssache, Continues gibt es generell keine. Es gibt für Einzelspieler keinerlei Möglichkeit, einen anderen Kämpfer als den Cyborg aus dem Missionsmodus zu spielen, selbst im 2-Spielermodus muss Spieler 1 immer mit diesem kämpfen…

Langer Rede kurzer Sinn: “Rise Of The Robots” war eine herbe Enttäuschung. Und das nicht nur für mich und nicht nur auf dem Mega Drive. Und man mag es kaum glauben: Diese Version gehört noch zu den besseren, es geht tatsächlich noch schlimmer…

YesterPlay: International Karate (C64, System 3, 1986)

Dieses Spiel habe ich schon lange nicht mehr gespielt. Dafür früher um so öfter, am C64 eine Freundes. Leider hatte ich damals keine Ahnung, wie ich welchen Angriff auszuführen hatte und auch das Punktesystem war mir überhaupt nicht schlüssig. Eine Anleitung hatten wir nicht *hust* und im allgemeinen Eifer des Gefechtes blieb seinerzeit auch kaum Zeit, sich wirklich damit zu befassen. Schließlich wollte ja jeder gewinnen, entsprechend konzentriert waren wir beim Spielen auch! Und so hörte man, wenn wir “IK” spielten, abgesehen vom Spiel selbst nur das wilde Klicken der Mikroschalter in den Joysticks und gelegentliche “Scheiße!”-Rufe meinerseits. Denn entweder hatte mein Freund mehr Glück, oder er wusste insgeheim doch etwas mehr über die Steuerung als ich, jedenfalls bekam ich in einer Tour die Hucke voll, bis ich irgendwann die Schnauze voll von “IK” hatte.

Dabei war das Spiel für damalige Verhältnisse ein echtes Meisterwerk, auch wenn sich das heute viele nicht mehr vorstellen können: Die (meist) wunderschönen Hintergründe, die geschmeidigen Animationen und die stimmungsvollen Soundsamples zur passenden Musik waren seinerzeit wegweisend, selbst Jahre danach erreichten viele Spiele diese Qualität noch nicht. Und heute, wo ich weiß, wie was funktioniert, macht das taktische Gameplay erst richtig Spaß! Denn wenn man mal raushat, in welchem Abstand zum Gegner und in welcher Situation welche Attacke am effektivsten ist, fühlt man sich fast wie Jean-Claude Van Damme in einem seiner Filme. 🙂

Ich empfehle übrigens einen echten 8-Wege-Joystick für dieses Spiel.

YesterPlay: Super Street Fighter 2 – The New Challengers (MS-DOS, Rozner Labs Software Group, 1996)

Obwohl es eigentlich ein absoluter Spielhallenklassiker ist und auf wirklich fast jedes System portiert wurde, habe ich das erste “Street Fighter 2” damals auf dem PC eines Freundes zum ersten Mal gespielt. Noch mit Tastatur und Soundausgabe über den PC-Speaker. Gerockt hat das Spiel trotzdem!

Ein paar Jahre und drei Street-Fighter-2-Versionen später erschien die Heimportierung von “Super Street Fighter 2 – The New Challengers” auf den aktuellen 16-Bit-Systemen von Sega und Nintendo, Mega Drive (Genesis in den USA) bzw Super Nintendo Entertainment System (SNES). Letztere wurde von der Rozner Labs Software Group auch wieder für MS-DOS-PCs umgesetzt, nachdem die beiden vorherigen Versionen von “Street Fighter 2”, “Champion Edition” und “Hyper Fighting”, nur auf den beiden Konsolen daheim spielbar waren. Die SNES-Konvertierung erklärt auch, warum die Gesichter der Verlierer nach dem Match frei von jeglichem Blut sind: Nintendo fuhr damals voll die familienfreundliche Masche und da war Blut ein absolutes No-Go.

Die Umsetzung ist insgesamt sehr gut gelungen, die Farbtiefe ist naturgemäß etwas niedriger (8 Bit) als beim SNES (16 Bit), hin und wieder kommt es zu kurzen Slowdowns und die Midi-Musik der PC-Version ist natürlich etwas dudeliger als die FM-Musik des SNES. Das alles tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch, zumal man als PC-Spieler da auch nicht wählerisch sein durfte, was gute Prügelspiele am Heimcomputer anging.

Das Spiel erschien auch in einem Bundle mit einem 6-Button-Gamepad, was auch direkt unterstützt wurde. Damals waren Joysticks und Gamepads mit 4 oder gar nur 2 Buttons noch eher die Regel.

Ich persönlich bin ja der Meinung, dass 6 Buttons völliger Overkill sind, man nutzt eh meistens nur die für die härteren Attacken. Und es gibt viele gute Prügelspiele, die auch mit deutlich weniger Buttons auskommen: “FX Fighter” (2 Buttons), “Virtua Fighter” (3 Buttons), die zahlreichen Neo-Geo-Titel wie “Art Of Fighting”, “King Of Fighters” und “Fatal Fury” (alle 4 Buttons), uvm. Gerade mit dem vom SNES-Gamepad etablierten Layout mit den 4 Buttons auf der Vorderseite und den Schultertasten spielt sich das einfach nicht so flüssig und intuitiv wie es sich spielen könnte, da war mir das 6-Button-Gamepad vom Mega Drive dann deutlich lieber.

Leider haben nach “Street Fighter 2” und dessen Erfolg viele Entwickler dieses Kontrollschema für ihre Spiele übernommen, in der Hoffnung einen ebenso großen Erfolg zu landen.

Nichts desto trotz ist “Super Street Fighter 2” auch auf dem PC ein sehr gutes Spiel und bringt das Spielhallengefühl sehr gut rüber! Besser geht es eigentlich nur noch mit dem Nachfolger “Super Street Fighter 2 Turbo” (in einem späteren Video vielleicht mal).

YesterPlay: Savage Warriors (MS-DOS, Atreid Concept, 1995)

Über “Savage Warriors” stolperte ich seinerzeit nur durch Zufall auf einem Flohmarkt, ich wusste bis dato nichts über das Spiel, aber die Screenshots auf der Packung sagten mir zu, der Preis schien fair, also kaufte ich es.

“Savage Warriors” ist ein klassisches Prügelspiel: Ihr wählt einen von 10 Kämpfern (15 mit Cheats) aus und vermöbelt die anderen 9 um danach noch einem Endgegner gegenübertreten zu dürfen. Die Story in kurz: Überkämpfer und Endgegner “The Master” trommelt die verschiedensten Kämpfer aus allen möglichen Epochen der Erde zusammen um einen würdigen Gegner zu finden. Die Riege der Kämpfer ist vielfältig, vom militärisch angehauchten Muskelmann über vorzeitlichen Reptilienjäger bis zum afrikanischen Steppenkrieger ist alles dabei.

Was sofort auffällt, nachdem man das Spiel installiert und zum ersten Mal gestartet hat, ist die wunderschöne Präsentation: Wo man in anderen Spielen des Genres nur einen Avatar auf einem Bildschirm auswählt, scrollt man hier durch eine schicke Bildergalerie, statt der üblichen Auswahl des Schwierigkeitsgrades per Balken oder Nummern gibt es hier einen animierten Schieberegler. Die handgezeichneten und liebevoll animierten Hintergründe und Level-Screens blenden fließend ineinander über, der treibende CD-Audio-Soundtrack untermalt das Geschehen mit stimmungsvoller Musik.

Was aber leider auch auffällt: Die Kämpfer sind zwar sehr geschmeidig animiert, dafür aber seltsam unförmig und grobpixelig, was gerade im Kontrast zu den wunderschönen Hintergründen negativ heraussticht. Warum das so ist, erkennt man erst auf den 2. Blick in den Replays, die nach jedem Kampf gezeigt werden: Bei den Kämpfern handelt es sich nicht wie bei anderen Spielen dieser Art um 2D-Sprites, sondern um texturierte 3D-Modelle. Diese “3D Bio Motion” genannte Technik macht zwar in den Replays viel her, besonders wenn man da die Kamera ein bisschen selbst schwenkt, kommt aber im eigentlichen Spiel kaum zum Tragen oder hat gar einen sinnvollen Nutzen. Schöne, detailliertere Sprites wären meiner Meinung nach die bessere Wahl gewesen.

Etwas mehr Liebe hätte ich mir auch beim Gameplay gewünscht: Mit nur 2 Buttons für Angriffe (Schlag und Tritt) und 3, maximal 4 Spezialattacken pro Kämpfer ist der Einstieg ins Spiel zwar einfach, aber die eher behäbig reagierende und oft ungenaue Steuerung trüben den Spielspaß teilweise schon etwas. Dito der unausgewogene Schwierigkeitsgrad, der oft wahllos zu variieren scheint: In der einen Runde hämmert ihr gegen einen dauerblockenden Gegner an, der sich so gut wie gar nicht zur Wehr setzt, in der nächsten feuert der gleiche Gegner ein wahres Trommelfeuer von Schlägen und Tritten ab, dem man kaum entkommt. So artet das Spiel leider schnell zu einem wilden Gehämmere auf den Buttons aus, weil man entweder verzweifelt versucht, die Deckung des Gegners irgendwie zu durch- oder das gegnerische Dauerfeuer zu unterbrechen.

Für mich überwiegt die Präsentation des Spiels seine Macken, deswegen spiele ich “Savage Warriors” immer wieder mal gerne. Mit etwas mehr Feintuning am Gameplay hätte das Spiel aber ein echter Klassiker werden können.

 

Neues YesterPlay: Saturday Night Slam Masters (Mega Drive, Capcom, 1994)

Die frühen 90er waren für Prügelspielfans ein echtes Highlight, so ziemlich jede bekannte Reihe des Genres, sei es Street Fighter, Mortal Kombat, King Of Fighters, etc erblickte in diesem Zeitraum das Licht der Welt. Entsprechend groß ist die Auswahl an solchen Spielen, entsprechend variabel natürlich auch die Qualität.

Was sich oft aber nur wenig unterschied, war das Gameplay, viele der Spiele spielen sich im Grunde ähnlich bis gleich. Eine (mir) wilkommene Ausnahme waren damals Wrestlingspiele, die sich oft komplexer aber nicht weniger spassig spielten. Neben Spielen, die man fast als Wrestling-Simulation bezeichnen konnte (wie z.B. WWF Raw, WWF Royal Rumble, etc.) gab es auch Spiele, die eher klassisches Beat-’em-Up-Gameplay mit Wrestlingelementen verbanden, wie z.B. WWF WrestleMania und In Your House. Oder auch dieses Spiel hier, das Capcom 1993 in die Spielhalle und ein Jahr später auf Mega Drive und SNES nach Hause brachten: Saturday Night Slam Masters (kurz SNSM)

Ich bin damals in der Videothek eher durch Zufall über dieses Spiel gestolpert, ich wollte eigentlich etwas anderes ausleihen, das war aber nicht da und ohne etwas anderes zum Spielen wollte ich auch nicht wieder heimradeln. 🙂 Das sollte aber nicht das letzte Mal sein, dass ich mir SNSM ausgeliehen habe, denn…

Dem Spiel sieht man sofort seine Herkunft an, es sieht den damaligen Topsellern von Capcom, Final Fight und Street Fighter 2, mehr als ähnlich. Was wohl auch gewollt ist, da es Verbindungen zu beiden Serien gibt, den Kämpfer Haggar hat man sogar direkt aus Final Fight importiert. Wer genaueres dazu wissen möchte, lese bitte hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Saturday_Night_Slam_Masters

Das Spiel kommt mit 3 Buttons aus (Es geht doch, Capcom!), einen für Attacken, einen für Sprünge, einen für den Pin um den Kampf zu beenden, wenn der Gegner keine Lebensenergie, klassisch als gelber Balken am oberen Bildschirmrand angezeigt,  mehr übrig hat. Verschiedene Griffe und Würfe kann man ansetzen, indem man Nahe an den Gegner herankommt, den Angriffsbutton drückt und dann mit einer Kombination aus Steuerkreuz und Angriffsbutton eine Aktion auslöst. Gerannt wird durch Doppeldruck nach rechts oder links, dabei sind auch Angriffe möglich. Specialmoves werden oft ähnlich wie in Street Fighter durch Viertelkreisbewegungen oder Mehrfachdruck des Angriffsknopfes ausgelöst. Mit ein wenig Übung klappt das alles ehr gut und intuitiv.

Die Version für den Mega Drive ist leider die Heimportierung, die die meisten Abstriche hinnehmen musste, besonders im Bereich der Grafik : Es fehlen ei paar wenige Effekte beim Einmarsch der Wrestler, die kleinere Farbpalette im Vergleich zu SNES- und Arcade-Version ist hier recht deutlich zu sehen, die Sprites sind etwas kleiner als in der Spielhalle und die Auflösung sichtbar reduziert, wie man an den schwarzen Balken oben und unter dem Bild im Video erkennen kann. Insgesamt hat Capcom aber einen sehr gute Arbeit geleistet, die optischen Abstriche fallen im Spiel kaum ins Gewicht und das Spiel sieht, abgesehen von den erwähnten Änderungen, seinem Spielhallenoriginal sehr, sehr ähnlich!

Auch der 4-Spieler-Modus fehlt, dafür bekam die MD-Version den exklusiven Death Match-Modus, in dem man in einem Ring mit Ringseilen aus Stacheldraht, explosivem Hallenboden und immer wieder in den Ring geworfenen Gegenständen gegen seine Kontrahenten antreten darf.

Besonder gelungen finde ich, für Mega-Drive-Verhältnisse, den Sound. Natürlich erreicht er nicht die Qualität der Spielhallenversion, aber im Vergleich zu vielen anderen Titeln für Segas 16-Bitter sind Musik, Effekte und Samples hier sehr gut umgesetzt!

Alles in allem ist Saturday Night Slam Masters ist eine sehr gelungene Umsetzung eines Spielhallenhits, die auch auf dem Mega Drive zu begeistern weiß. Wer mal etwas anderes als das übliche Gekloppe auf einer Ebene spielen, dabei aber nicht ganz aufs Hiebe austeilen verzichten will, liegt hier goldrichtig!

Gespielt und aufgenommen habe ich das Spiel wieder im Emulator KEGA Fusion, die Aufnahme nachbearbeitet habe ich mit VirtualDub.