YesterPlay: Teenage Mutant Ninja Turtles – Tournament Fighters (Mega Drive, Konami, 1993)

Ah, die 1990er, die güldenen Jahre in denen es neue Prügelspiele hagelte wie Schläge in einer Ultra-Combo in “Killer Instict” und in denen die Teenage Mutant Ninja Turtles noch so richtig beliebt und allgegenwärtig waren. Was lag da seinerzeit wohl näher, als die 4 gepanzerten Mutantenreptilien, die bereits diverse sehr gute Sidescrolling-Prügler absolviert hatten, auch Kämpfe 1-gegen-1 austragen zu lassen? Klar: Nichts! Und so kam es, dass Konami 1993 NES, SNES und Mega Drive mit einem weiteren Prügelspiel beglückte.

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YesterPlay: Duke Nukum / Duke Nukem (MS-DOS, Apogee Software, 1991)

Den Duke selbst muss ich wohl keinem mehr vorstellen: Das blonde Großmaul mit dem Bürstenschnitt hat sich seinen Spitzenplatz in allen Listen bekannter Videospielhelden mehr als zementiert, ganz besonders dank dem 1996 erschienenen “Duke Nukem 3D” und dessen Neuauflagen, wie z.B. der gerade 2016 erst veröffentlichten “20th Anniversary World Tour” mit einer brandneuen Episode. Auch der  unrühmliche Nachfolger “Duke Nukem Forever” machte seinen Protagonisten bekannt, allerdings nicht wegen seiner Qualität sondern seiner beinahe wahnwitzigen Entwicklungsgeschichte.

Was viele aber vielleicht nicht wissen ist, dass der Duke seine Karriere in einem ganz anderen Genre startete: Dem Action-Plattfomer, zu meiner Zeit noch Jump ‘n’ Shoot genannt. In einem solchen debütierte der schießwütige Macho nämlich 1991 unter dem Banner von Apogee Software (heute als 3D Realms bekannt) auf dem PC. Mit dessen Eingabegerät der Wahl (Tastatur oder Joystick) hüpft und ballert man sich also zu feinsten PC-Speaker-Klängen durch die sehr schön gestalteten und ausgeklügelten Level in EGA-Grafik und versucht, sich gegen allerlei Fallen und Widersacher meist technischer Natur seiner Haut zu erwehren. Diese stammen aus den Laboren des fiesen Dr. Proton (Bitte nicht mit dem fiktiven TV-Wissenschaftler aus “Big Bang Theory” verwechseln!) und dienen, wie so oft, dem Ziel, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Was unser Held in pinker Rüstung natürlich zu verhindern versucht.

Das Spiel ist, wie es damals oft üblich war, in 3 Episoden aufgeteilt, die leider separat gespielt werden müssen. Das bedeutet, dass man in jeder Episode wieder bei Null anfängt: Null Punkte, Null Waffenupgrades, Null alles. Das ist zwar etwas schade, andererseits bleibt das Spiel so spannend und herausfordernd. Die erste Episode wurde, wie bei vielen anderen Spielen seinerzeit, kostenfrei als Shareware vertrieben.

Warum im Titel eigentlich “Duke Nukum / Duke Nukem” steht? Das rührt daher, dass Apogee kurz nach Veröffentlichung des Spiels herausfand, dass es bereits eine Figur mit dem Namen “Duke Nukem” in einer populären Zeichentrickserie gab. Um eventuellen Rechtsstreitigkeiten mit deren Machern aus dem Weg zu gehen, wurde kurzerhand mit einem Patch das eigene “Duke Nukem”  in “Duke Nukum” umbenannt. Da sich der Name der Zeichentrickfigur dann aber doch als nicht geschützt herausstellte, konnte Apogee sich diesen nun schützen lassen und so konnten die darauf folgenden Spiele wieder mit dem heute bekannten Titel erscheinen. Verwunderlich bleibt allerdings, warum man sich wegen des Namens solche Sorgen machte, aber offenbar kein Problem damit hatte, Grafikelemente aus “Turrican” und “Mega Man” zu “übernehmen”…

“Duke Nukem” wusste mich von Anfang durch die nahezu perfekte Balance zwischen Action und Geschicklichkeit sowie die wundervoll präzise Steuerung zu begeistern. Eigentlich wollte ich für dieses Video nur die ersten paar Level spielen, aber ruck-zuck hatte ich die gesamte erste Episode “Shrapnel City” durch (ca. 2,5 Stunden), weil es sich einfach so schön flüssig spielt.

Die beiden ersten “Duke Nukem”-Spiele waren übrigens noch auf der CD der ersten veröffentlichten Version (1.3d) von “Duke Nukem 3D” mit enthalten und waren bis Ende 2015 noch bei Steam und GOG als Download erhältlich. Leider sind sie, ebenso wie die “Megaton Edition” (Hauptspiel + alle offiziellen veröffentlichten Addons) von “Duke Nukem 3D”, aktuell in keinem digitalen Store mehr erhältlich, da die Rechte an der Marke 2015 endgültig von 3D Realms auf Gearbox Software übergingen und seither offenbar keine neuen Verhandlungen über die Wiederveröffentlichung der alten Teile der Serie mehr geführt wurden, zumindest keine erfolgreichen. Glücklicherweise hatte ich die Spiele noch gekauft, bevor sie bei Steam und GOG aus dem Angebot genommen werden mussten und kann sie nach wie vor spielen.

Ich hoffe sehr, dass sie dort bald wieder auftauchen, noch schöner wäre nach inzwischen 26 Jahren im Dienst der Menschheit freilich ein Freeware-Release, es wäre einfach zu schade wenn sie völlig in Vergessenheit geraten würden!

Emulation – Neues Leben für alte Spiele

Eigentlich wollte ich mir gerade “Neo Turf Masters” kaufen, weil ich dachte, ich hätte es noch nicht, aber glücklicherweise war es doch bereits in der NeoGeo 25th Anniversary Collection enthalten, die ich bereits 2015 im Humble Store kaufte. Diese ist inzwischen als Neo-Geo Classic Complete Collection verfügbar, die die gleichen 23 Spiele enthält und auf Windows, Mac und Linux lauffähig ist. Ganz ohne DRM, für sehr faire 34,99€ im Bundle, in Paketen ab 11,99€ oder ab 3,99€ pro einzelnem Spiel.

Echt, ich liebe solche Collections und Compilations total! Jede Menge guter Retro-Spiele zu fairen Preisen, da können mich die ganzen “Sammler” mit Ihren Wucherpreisen auf Ebay & Co. mal kreuzweise. Klar wäre es toll, auch mal Fotos der eigenen meterlangen und prall gefüllten Spielregale twittern zu können, aber ich kann mir das leider weder räumlich noch finanziell erlauben. Deswegen lege ich inzwischen auch keinen gesteigerten Wert mehr auf physikalische Medien und nutze gerne Downloadplattformen wie Steam, Humble Bundle / Store, GOG, etc. um meiner Sammelleidenschaft zu frönen und meinen Bedarf an Retro-Spielen zu decken.

Natürlich läuft das bei älteren Spielen in den meisten Fällen auf einen Sourceport oder eine Emulation hinaus, sei es ein selbst geschriebener Emulator z.B. von DotEmu oder ein DOSBox, wie es bei GOG z.B. häufig zum Einsatz kommt. Aber auch darin sehe ich mehr Segen denn Fluch, denn (gute) Emulatoren bieten inzwischen echten Mehrwert gegenüber klassischen Konsolen: Man kann den Controller seiner Wahl nutzen, hat auch am 4K-TV (sofern vorhanden) immer ein gestochen scharfes  und optional oft sogar aufgebessertes Bild. Teures Zubehör wie z.B. Memory Cards oder Upscaler sind nicht mehr nötig, Ladezeiten sind oft kürzer, das Handling bequemer, Ländersperren entfallen, man kann oft pausieren, speichern und laden, wie es einem passt, etc. Und so mancher Emulator ermöglicht sogar das Spielen mit- oder gegeneinander über das Internet!

Viele Hardcore-Retrospieler rümpfen jetzt vermutlich wieder die Nase und werden mir erzählen wollen, dass nur echte Hardware das echte Gefühl wiedergibt und alles andere nichts tauge. Aber das ist in meinen Augen Quatsch! Klar, ein hydraulisch bewegtes Deluxe-Arcadecabinet in der Spielhalle ist ein ganz anderes Erlebnis als als das gleiche Spiel in MAME daheim vor dem PC oder TV zu spielen, keine Frage. Aber ob das Mega-Drive-, SNES-, Neo-Geo- oder Playstation-Spiel, das jetzt gerade auf dem heimischen TV läuft, tatsächlich auf der  Originalkonsole oder im  Emulator am PC läuft ändert am Spiel an sich, wenn man es mal nüchtern betrachtet, rein gar nichts, vorausgesetzt natürlich, es ist gut emuliert. Ein gutes Spiel ist ein gutes Spiel ist ein gutes Spiel. Aber das ist eine grundsätzliche Glaubensfrage, die nicht Thema dieses Beitrags sein soll.

Mich beschäftigt eine ganz andere Frage: Warum gibt es nicht mehr solcher Compilations oder Re-Releases auf Basis von Emulatoren? Obwohl die Nachfrage und das Interesse an Retro-Spielen so hoch ist wie nie, werden die Möglichkeiten, die alten Klassiker aus dem eigenen Portfolio wieder auf die Bildschirme dieser Zeit zu bringen, meiner Meinung nach von viel zu wenig Entwicklern und Publishern genutzt. Dabei wäre es doch für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation: Die Publisher / Entwickler könnten mit relativ wenig Aufwand ihre alten Spiele neu veröffentlichen, die Fans kämen für überschaubare Ausgaben in den Genuss, sie (wieder) (legal) spielen zu können. Und die Auswahl wäre oft enorm!

Natürlich werden immer wieder einzelne Spiele oder Bundles neu veröffentlicht, z.B. auf der Virtual Console von Nintendo oder in den Stores auf Xbox Live und Playstation Network. Aber das geschieht in doch eher homöopathischen Dosen und oft mit einer ähnlich fragwürdigen Preisgestaltung wie auf Ebay & Co. Auch diverse Collections, z.B. von Namco, existieren bereits, aber variieren z.B. im Inhalt teilweise deutlich von Plattform zu Plattform, warum auch immer. Und wirklich viel zu oft sind leider die verwendeten Emulatoren einfach qualitativ nicht gerade die 1. Wahl. Was leider, mit Ausnahme des “NES Classic Mini”, in der Regel auch auf die diversen Konsolen zutrifft, mit denen immer wieder Spiele gebundelt auf den Markt kommen:

Dass leider nicht jedes Spiel einfach so neu veröffentlicht werden kann leuchtet mir natürlich auch ein, oft verhindern beispielsweise nicht mehr verfügbare Lizenzen einen Re-Release, wie z.B. bei Sega mit den alten “OutRun“-Spielen, die sie ohne Modifikationen daran nicht mehr veröffentlichen können, weil sie die Lizenz von Ferrari nicht mehr haben. Ein weiterer Grund ist, dass viele der ursprünglichen Entwickler / Publisher heute gar nicht mehr existent sind und die Lizenzen für ihre Spiele mit ins Grab genommen haben.

Aber so viele richtig gute Spiele sind heute trotz vorhandener und eindeutig zugeordneter Lizenzen legal einfach nicht mehr oder nur noch zu teilweise horrenden Summen erhältlich. Und letzteres auch nur auf dem Gebrauchtspielemarkt, Publisher und Entwickler sehen da also keinen Cent mehr. Warum starten da nicht viel mehr Rechteinhaber Initiativen, diese offensichtliche Versorgungslücke mit Hilfe von Emulatoren zu schließen, die Spiele vor dem endgültige Vergessenwerden zu bewahren, nebenbei ein wenig Fanservice zu bieten und dabei noch den einen oder anderen Euro zu verdienen?

Frank Cifaldi, seines Zeichens Gründer und Vorsitzender der Video Game History Foundation, schlug mit seinem fantastischen Beitrag  “It’s just emulation! – The challenge of selling old games” auf der Game Developers Conference  2016 bereits in die gleiche Bresche:

Emulation is the cheapest, safest and best way to republish an older game on modern hardware.

(Emulation ist der billigste, sicherste und beste Weg um ein älteres Spiel auf moderner Hardware wieder zu veröffentlichen.)

(Hätte ich diesen Beitrag eher gefunden, hätte ich mir meinen hier eigentlich sparen können. 😉) Ich kann mich dem nur anschließen: Liebe Publisher, Entwickler, sonstige Rechteinhaber, nutzt doch bitte die sich bietenden Möglichkeiten, anstatt das Thema Emulation einfach grundsätzlich mit Raubkopien gleichzusetzen! Dass beide Themen eine gemeinsame Schnittmenge bilden, will ich gar nicht leugnen. Aber sie sind keinesfalls gleichbedeutend, denn Leute, die sich heute noch für diese Spiele begeistern, sind auch bereit, angemessene Preise dafür zu zahlen! Ihr müsst nur dafür sorgen, dass die Spiele legal verfügbar und bezahlbar sind. Schaut doch mal auf Ebay, wie viele Eurer alten Spiele selbst für völlig unangemessene Preise tagtäglich noch den Besitzer wechseln!

Und hört bitte mit der alten Leier auf, Emulatoren wären, weil sie Raubkopien begünstigen würden, nicht geschäftlich sinnvoll! Der Zug ist doch nun wirklich abgefahren, so gut wie jedes Eurer älteren Spiele kann inzwischen kostenlos irgendwo heruntergeladen und auf so gut wie jedem System mit mindestens einem Emulator gespielt werden. Und das schon seit MS-DOS-Zeiten! Die Frage, die Ihr Euch also stellen solltet ist demnach nicht, ob jemand einen Emulator nutzt, sondern welchen: Den frei erhältlichen mit dem kostenlos gezogenen Rom? Oder den evtl. von Euch zur Verfügung gestellten mit dem legal dazu erworbenen Spiel? Ihr habt nichts mehr zu verlieren und könnt doch nur noch gewinnen!

Ihr müsstet es nur richtig aufziehen. Es gibt z.B. einige echt schön aufgemachte Sammlungen, wie z.B. die um 2012 herum veröffentlichten “Sega Vintage Collections” auf Xbox Live, die noch gar nicht so alte “Mega Man Legacy Collection” oder die auch erst kürzlich erschienene “Disney Afternoon Collection” (beide von Capcom), die zwar klasse aufgemacht sind, aber mit jeweils 3 bzw. 6 Spielen nur eine sehr begrenzte Auswahl enthalten. Trotzdem freue ich mich über jede davon! Viel sinnvoller finde ich aber “modulare” Collections wie z.B. die “SEGA Mega Drive and Genesis Classics” auf Steam. Leider kamen da schon ewig keine weiteren Spiele mehr nach, bis heute gibt es beispielsweise kein einziges Rennspiel in dieser Sammlung. Und leider verwendet Sega hier einen in der Unity Engine eingebetteten Emulator, der mehr schlecht als recht läuft und unter mittelmäßigem Ton und schwankenden Bildwiederholraten selbst auf leistungsfähigen PCs leidet. Die gleichen Spiele laufen übrigens wunderbar und problemlos in anderen frei erhältlichen Emulatoren (z.B. Kega Fusion), selbst auf älteren PCs.

Lässt man die qualitativen Mängel aber einmal beiseite, findet man ein an sich sehr interessantes Konzept vor: Alle Spiele können entweder einzeln (fast alle für sehr faire 2,49€), in Paketen (zu je 7,50€) oder alle auf einmal (55 Spiele für schlappe 58,99€!) gekauft werden, tauchen dann, alle schön in einem virtuellen Regal im Zimmer dargestellt, im schönen, animierten Frontend auf und können von da konfiguriert und gestartet werden. Ähnlich und qualitativ besser macht es Code Mystics “Atari Vault” (auch Steam, schlappe 9,99€!), das ganze 100 Atari-2600-Spiele mitbringt und auch zukünftig mit DLCs erweitert werden soll. So, liebe sonstige Rechteinhaber, könnten auch Eure Spiele wieder an Mann und Frau kommen, völlig legal, völlig einfach!

Und das wäre (ganz grob umrissen natürlich) auch schon alles, was einmalig getan werden müsste: Man müsste einen guten Emulator lizenzieren oder (mit)entwickeln, im Idealfall für mehrere Systeme, z.B. NES und SNES. Dieser müsste auf möglichst vielen aktuellen Plattformen laufen (was heute oft schon der Fall ist, s. MAME). Dann bräuchte der noch ein schickes und einfach zu bedienendes Frontend. Et voilà – Euer Zeitreisetunnel für das gesamte Retroportfolio! Danach könnte man jederzeit ein Spiel nach dem anderen dafür oder damit veröffentlichen, als kleines, plattformunabhängiges Downloadpaket mit dem Rom, einem digitalen Handbuch und evtl. optionalen Artwork für den Emulator / das Frontend. Oder jedes Spiel als Gesamtpaket mit dem Emu, wie es z.B. DotEmu und SNK mit ihren Spielen tun. Steam und die jeweiligen Stores auf den Konsolen könnten,sofern verlangt, mit dem jeweiligen DRM dafür sorgen dass Schindluder so gut es geht vermieden wird (Obwohl der Zug, wie gesagt, eh längst abgefahren ist.) – Zack, fertig! Wie John Connor 1994 schon zu sagen pflegte:

Leicht verdientes Geld!

Die Basis müsste einmalig geschaffen werden, die Preise müssten vertretbar sein, die Fans wären glücklich, die Abzocker auf Ebay eher nicht. Es könnte so schön sein…

Wie denkt Ihr darüber? Wäre / ist Emulation für Euch eine Alternative zu überteuerten Gebrauchtspielen? Oder lasst ihr nichts an Eure Sammlung echter Konsolen und Module rankommen? Und hättet Ihr lieber ein “SNES Classic Mini” oder wäre Euch eine erweiterbare “SNES Classic Collection” auf PC/Konsole lieber?

YesterPlay: Chase H.Q. 2 (Arcade, Taito, 2007)

Ganze 14 Jahre nach dem dritten Teil brachte Taito 2007 einen weiteren Nachfolger der beliebten “Chase H.Q.“-Serie in die Spielhallen und traute sich diesmal endlich, das Kind einfach beim Namen zu nennen: “Chase H.Q. 2” ist eigentlich das vierte Arcade-Spiel der Serie, aber erst das zweite, das den Originaltitel im Namen trägt.

Natürlich präsentierte sich das Spiel 2007 in zeitgemäßer 3D-Polygon-Optik, die dank Cel-Shading ein comicartiges Aussehen verpasst bekam. Diesmal hat man als Spieler die Wahl zwischen 3 verschiedenen Fahrzeugen in je 3 Farbvarianten, hat man sich für eine Kombi entschieden, geht es nach einer kurzen Missionsbeschreibung per Video durch die gute und gar nicht gealterte Nancy direkt auf die Piste und die wilde Hatz beginnt aufs Neue! Wie schon in den fast 2 Jahrzehnten zuvor gilt es, das jeweils gesuchte Fahrzeug durch möglichst unsanften Vollkontakt fahruntauglich zu machen, hilfreich sind dabei die nun auf der Strecke verteilten, einsammelbaren Turbos sowie diverse Sprünge und Abkürzungen. Ein echtes Highlight ist dabei die Verfolgungsjagd in entgegengesetzter Richtung zu einem gerade stattfindenden Nascar-Rennen!

“Chase H.Q 2” ist, wie sein(e) Vorgänger ein extrem kurzweiliges Spiel, auch wenn es grafisch vielleicht nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit war. Leider wurde es nie für irgendein Heimsystem portiert.

YesterPlay: Super Chase – Criminal Termination (Arcade, Taito, 1993)

“Super Chase Criminal Termination” (ab jetzt kurz “SCCT”) ist der 3. Teil der populären Action-Rennspielserie von Taito, die mit “Chase H.Q.” fünf Jahre zuvor ihren Anfang nahm.

Das Spiel, das intern noch den Titel “Chase 3” trug, unterscheidet sich optisch deutlich von den beiden Vorgängern, das Geschehen findet nun Großteils in der Cockpitperspektive statt. Die Serie behielt also ihre offensichtlichen optischen Parallelen zu populären Rennspielen von Sega bei: Während die ersten beiden Spiele noch an “OutRun” erinnerten, ließ man sich nun von “Rad Mobile” inspirieren. Inhaltlich orientierte man sich wieder stärker am ersten Teil der Serie, die Waffen bleiben während der Fahrt nun wieder stecken und die Stelle am Funkgerät wurde wieder mit Nancy besetzt. Gut so, von ihr bekommen wir nach erfolgreicher Mission wenigstens frischen Kaffee! 🙂

Während die beiden Vorgänger noch auf mehrere Heimsystemem portiert wurden, schaffte es “SCCT” nur noch auf das SNES, ebenso gibt es, soweit ich weiß, bis heute keine neue Veröffentlichung der Arcadeversion auf irgendeinem anderen System.

YesterPlay: Duke Nukem – Time To Kill (PS1, n-Space, 1998)

Was macht wohl ein Duke Nukem, wenn er nicht gerade Kaugummi kaut oder Ärsche tritt? Klar, er düst auf seinem Chopper in sein “Zuhause weg von Zuhause”. Und was könnte das wohl anderes sein als der Stripclub “Bootylicious”? Aber ausgerechnet diese wertvollen Augenblicke der Ruhe und Entspannung müssen sich die aus “Duke Nukem 3D” bekannten Aliens aussuchen, um mit einer Zeitmaschine nicht nur für Unruhe im Club, sondern gleich in der gesamten Weltgeschichte zu sorgen! Und als ob das nicht schon genug Grund für Ärger wäre, wird Dukes Chopper dabei auch noch kollateral beschädigt und in ein Bonanzarad verwandelt! Und damit wären wir wieder beim Ärsche treten…

… und mitten im ersten 3rd-Person-Ableger mit dem allseits beliebten Blondschopf mit dem Bürstenschnitt. Dieser spielt sich wie ein testosterongeschwängertes “Tomb Raider”, worauf im Spiel auch immer wieder humoristisch hin gewiesen wird. Leider steuert sich der Duke deutlich behäbiger und ungenauer als die grazile Lara, wodurch das Gameplay selten so wirklich flüssig läuft. Die obligatorischen, inzwischen aber etwas abgedroschenen und oft recycelten Sprüche des Protagonisten können diesmal auch eher weniger überzeugen, zu viele Gags zünden einfach nicht. Schade, denn sonst wäre “Time To Kill” ein richtig gutes Spiel geworden, so ist es bestenfalls gehobenes Mittelmaß und erfordert einiges an Geduld, um sich durch die sehr langen Levels zu kämpfen.

Bereut habe ich den Spontankauf (Ich wollte eigentlich nur “Final Doom” haben, der nette Händler machte mir aber einen guten Preis für alle 3 Duke-Nukem-Spiele für die PS1.) aber dennoch nicht, ich bin (noch) gewillt und motiviert das Spiel durch zu spielen. 😉

YesterPlay: Special Criminal Investigation (Arcade, Taito, 1989)

Auch wenn der Titel zuerst an ein Spiel mit detektivischem Hintergrund denken lässt, so handelt es sich bei “Special Criminal Investigation” (ab jetzt kurz “S.C.I.”), wie man schnell erkennen kann, ganz offensichtlich um einen Nachfolger des allseits beliebten “Chase H.Q.” aus gleichem Hause.

Das schon im Vorgänger extrem kurzweilige Gameplay wurde um die Möglichkeit, gegnerische Vehikel mit Waffengewalt aus dem Verkehr zu ziehen, erweitert. Derer gibt es nun auch mehrere pro Strecke, ein Zielfahrzeug und mehrere Begleitfahrzeuge, die vorher aus dem Weg geräumt werden müssen um sich an die Stoßstange des eigentlich gesuchten automobilen Schurken hängen zu können. Erschwert wird dies teilweise zusätzlich von dynamisch auftauchende Hindernissen auf der Strecke, auf einigen Pistenabschnitten kann man auch komplett von der Strecke stürzen. Der Porsche aus dem ersten Teil wurde durch einen Nissan ersetzt, in dem die beiden Protagonisten des ersten Teils die Sitzplätze tauschen. Oh, und Nancy heißt jetzt Karen.

Es hat sich also einiges im Verfolgungsjagd-Hauptquartier getan, das Ergebnis ist ein noch frenetischeres Spiel als es der Vorgänger schon war, unter der wüsten Action auf der Strecke muss hin und wieder aber die Übersicht etwas leiden. Nichtsdestotrotz ist das Spiel mindestens genau so kurzweilig wie sein Vorgänger und macht mindestens so viel Spaß!

Wie bereits sein Vorgänger wurde “S.C.I.” auf diverse Heimcomputer und -Konsolen portiert, teilweise sogar mit dem Namenszusatz “Chase H.Q. 2”. Eine Veröffentlichung der Spielhallenversion z.B. auf irgendeiner Compilation für Konsolen oder PC gab es diesmal aber meines Wissens bis heute nicht.