YesterPlay: Teenage Mutant Ninja Turtles – Tournament Fighters (Mega Drive, Konami, 1993)

Ah, die 1990er, die güldenen Jahre in denen es neue Prügelspiele hagelte wie Schläge in einer Ultra-Combo in “Killer Instict” und in denen die Teenage Mutant Ninja Turtles noch so richtig beliebt und allgegenwärtig waren. Was lag da seinerzeit wohl näher, als die 4 gepanzerten Mutantenreptilien, die bereits diverse sehr gute Sidescrolling-Prügler absolviert hatten, auch Kämpfe 1-gegen-1 austragen zu lassen? Klar: Nichts! Und so kam es, dass Konami 1993 NES, SNES und Mega Drive mit einem weiteren Prügelspiel beglückte.

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YesterPlay: International Karate (C64, System 3, 1986)

Dieses Spiel habe ich schon lange nicht mehr gespielt. Dafür früher um so öfter, am C64 eine Freundes. Leider hatte ich damals keine Ahnung, wie ich welchen Angriff auszuführen hatte und auch das Punktesystem war mir überhaupt nicht schlüssig. Eine Anleitung hatten wir nicht *hust* und im allgemeinen Eifer des Gefechtes blieb seinerzeit auch kaum Zeit, sich wirklich damit zu befassen. Schließlich wollte ja jeder gewinnen, entsprechend konzentriert waren wir beim Spielen auch! Und so hörte man, wenn wir “IK” spielten, abgesehen vom Spiel selbst nur das wilde Klicken der Mikroschalter in den Joysticks und gelegentliche “Scheiße!”-Rufe meinerseits. Denn entweder hatte mein Freund mehr Glück, oder er wusste insgeheim doch etwas mehr über die Steuerung als ich, jedenfalls bekam ich in einer Tour die Hucke voll, bis ich irgendwann die Schnauze voll von “IK” hatte.

Dabei war das Spiel für damalige Verhältnisse ein echtes Meisterwerk, auch wenn sich das heute viele nicht mehr vorstellen können: Die (meist) wunderschönen Hintergründe, die geschmeidigen Animationen und die stimmungsvollen Soundsamples zur passenden Musik waren seinerzeit wegweisend, selbst Jahre danach erreichten viele Spiele diese Qualität noch nicht. Und heute, wo ich weiß, wie was funktioniert, macht das taktische Gameplay erst richtig Spaß! Denn wenn man mal raushat, in welchem Abstand zum Gegner und in welcher Situation welche Attacke am effektivsten ist, fühlt man sich fast wie Jean-Claude Van Damme in einem seiner Filme. 🙂

Ich empfehle übrigens einen echten 8-Wege-Joystick für dieses Spiel.

Ohrfeigen und Bohnen für ein paar Kröten

Einigen von Euch wird sicherlich The Trinity Team aus Italien ein Begriff sein: Das Indie-Entwicklerstudio hat vergangenes Jahr im Rahmen eines Contests auf indievault.it, dem Spaghetti Western Jam, einen Prototyp des meines Wissens ersten Videospiels veröffentlicht, in dem man Bud Spencer und Terence Hill gemeinsam spielen kann: Schiaffi & Fagioli (zu deutsch: Ohrfeigen und Bohnen).

Das Spielchen präsentierte sich als klassisches Beat ’em Up im Stile eine Final Fight oder Streets Of Rage und gefiel durch wunderschöne Grafiken und Animationen. Man merkt eindeutig dass da echte Fans am Werk sind und sehr, sehr viel Liebe drinsteckt! Überzeugt Euch selbst:

Diese Demo kam offenbar so gut an, dass The Trinity Team das Spiel nun im Umfang deutlich erweitern und das ganze einer breiteren Basis zugänglich machen möchte. Da das natürlich mit Kosten verbunden ist, sucht das Team nun über eine extrem sympathische Kickstarter-Kampagne Unterstützer, die bereit sind, ein paar Kröten für ein vollwertiges Spiel locker zu machen. Wer also schon sein ganzes Leben davon geträumt hat, mit den beiden beliebten Haudraufs ein Bier-und-Würstchen-Minispiel spielen oder in einem roten Strandbuggy mit gelbem Häubchen ein paar Runden drehen zu können: Hier spielt die Musik!

Geplant ist das Spiel zumindest auf PC, Mac und Linux herausbringen zu können, je nachdem wie viel Geld tatsächlich zu Stande kommt, sind Umsetzungen auf diverse Konsolen und/oder Mobilgeräte nicht ausgeschlossen.

YesterPlay: Samurai Shodown (Mega Drive, Saurus, 1994)

Wer in den 90er auf Prügelspiele stand, kannte vermutlich auch das NeoGeo von SNK, zumindest aus Magazinen oder den verbliebenen Spielhallen. Leisten konnten es sich damals nur die wenigsten, die Konsole war nur als Import erhältlich und kostete alleine einen vierstelligen Betrag, die Spiele schlugen mit Preisen bis zu 600DM (ca. 300€) zu Buche! So blieben die meisten dieser Spiele für viele Spieler damals nur Wunschträume.

Aber einige wenige wurden glücklicherweise auf andere 16-Bit-Konsolen konvertiert, so auch dieses hier: “Samurai Shodown”, eins der damaligen Aushängeschilder des NeoGeo. Die sehr gelungene Umsetzung auf dem Mega Drive war so nah am NeoGeo-Original wie es nur ging, der Kämpfer Earthquake musste aber leider eingespart werden, das dessen bildschirmfüllendes Sprite auf dem Mega Drive einfach technisch nicht machbar war.

Leider meinte SNK für den 1. Teil der Serie noch, das von “Street Fighter 2” etablierte 6-Button-Layout (3x Schlag, 3x Tritt) übernehmen zu müssen, das zwar dank 6-Button-Controller auf dem Mega Drive perfekt umgesetzt werden konnte, meiner Meinung nach aber völlig überflüssig war. Ich bleibe dabei: Mehr als 4 Buttons braucht kein Prügelspiel!

Nichtsdestotrotz ist “Samurai Shodown” eines der besten Prügelspiele für Segas 16-Bit-Pionier und ich war sehr froh, es damals in die Hände bekommen zu haben!

YesterPlay: Super Street Fighter 2 – The New Challengers (MS-DOS, Rozner Labs Software Group, 1996)

Obwohl es eigentlich ein absoluter Spielhallenklassiker ist und auf wirklich fast jedes System portiert wurde, habe ich das erste “Street Fighter 2” damals auf dem PC eines Freundes zum ersten Mal gespielt. Noch mit Tastatur und Soundausgabe über den PC-Speaker. Gerockt hat das Spiel trotzdem!

Ein paar Jahre und drei Street-Fighter-2-Versionen später erschien die Heimportierung von “Super Street Fighter 2 – The New Challengers” auf den aktuellen 16-Bit-Systemen von Sega und Nintendo, Mega Drive (Genesis in den USA) bzw Super Nintendo Entertainment System (SNES). Letztere wurde von der Rozner Labs Software Group auch wieder für MS-DOS-PCs umgesetzt, nachdem die beiden vorherigen Versionen von “Street Fighter 2”, “Champion Edition” und “Hyper Fighting”, nur auf den beiden Konsolen daheim spielbar waren. Die SNES-Konvertierung erklärt auch, warum die Gesichter der Verlierer nach dem Match frei von jeglichem Blut sind: Nintendo fuhr damals voll die familienfreundliche Masche und da war Blut ein absolutes No-Go.

Die Umsetzung ist insgesamt sehr gut gelungen, die Farbtiefe ist naturgemäß etwas niedriger (8 Bit) als beim SNES (16 Bit), hin und wieder kommt es zu kurzen Slowdowns und die Midi-Musik der PC-Version ist natürlich etwas dudeliger als die FM-Musik des SNES. Das alles tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch, zumal man als PC-Spieler da auch nicht wählerisch sein durfte, was gute Prügelspiele am Heimcomputer anging.

Das Spiel erschien auch in einem Bundle mit einem 6-Button-Gamepad, was auch direkt unterstützt wurde. Damals waren Joysticks und Gamepads mit 4 oder gar nur 2 Buttons noch eher die Regel.

Ich persönlich bin ja der Meinung, dass 6 Buttons völliger Overkill sind, man nutzt eh meistens nur die für die härteren Attacken. Und es gibt viele gute Prügelspiele, die auch mit deutlich weniger Buttons auskommen: “FX Fighter” (2 Buttons), “Virtua Fighter” (3 Buttons), die zahlreichen Neo-Geo-Titel wie “Art Of Fighting”, “King Of Fighters” und “Fatal Fury” (alle 4 Buttons), uvm. Gerade mit dem vom SNES-Gamepad etablierten Layout mit den 4 Buttons auf der Vorderseite und den Schultertasten spielt sich das einfach nicht so flüssig und intuitiv wie es sich spielen könnte, da war mir das 6-Button-Gamepad vom Mega Drive dann deutlich lieber.

Leider haben nach “Street Fighter 2” und dessen Erfolg viele Entwickler dieses Kontrollschema für ihre Spiele übernommen, in der Hoffnung einen ebenso großen Erfolg zu landen.

Nichts desto trotz ist “Super Street Fighter 2” auch auf dem PC ein sehr gutes Spiel und bringt das Spielhallengefühl sehr gut rüber! Besser geht es eigentlich nur noch mit dem Nachfolger “Super Street Fighter 2 Turbo” (in einem späteren Video vielleicht mal).