YesterPlay: Teenage Mutant Ninja Turtles – Tournament Fighters (Mega Drive, Konami, 1993)

Ah, die 1990er, die güldenen Jahre in denen es neue Prügelspiele hagelte wie Schläge in einer Ultra-Combo in “Killer Instict” und in denen die Teenage Mutant Ninja Turtles noch so richtig beliebt und allgegenwärtig waren. Was lag da seinerzeit wohl näher, als die 4 gepanzerten Mutantenreptilien, die bereits diverse sehr gute Sidescrolling-Prügler absolviert hatten, auch Kämpfe 1-gegen-1 austragen zu lassen? Klar: Nichts! Und so kam es, dass Konami 1993 NES, SNES und Mega Drive mit einem weiteren Prügelspiel beglückte.

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YesterPlay: Karnov’s Revenge / Fighter’s History Dynamite (Arcade, Data East, 1994)

Über “Karnov’s Revenge” (oder “Fighter’s History Dynamite”, wie es außerhalb Europas heißt) bin ich im Italien-Urlaub gestolpert. Wie ich bereits öfter erwähnte, gibt es dort nur ein paar Meter von Zuhause entfernt eine Bar, die früher immer ein paar Automaten im Hinterzimmer stehen hatte. Einer davon enthielt dieses Spiel. Und meine Fresse, was kostete mich der “Gettoni” (italienisch für “Münzen”)! 😀 Continue reading “YesterPlay: Karnov’s Revenge / Fighter’s History Dynamite (Arcade, Data East, 1994)”

YesterPlay: Shinobi (Arcade, Sega, 1987)

Ein Highlight für mich war früher im Italien-Urlaub immer, dass es dort, im Gegensatz zu hier, fast in jeder Bar mindestens einen Videospielautomaten gab, oft sogar mehrere. So auch in der Bar, die unserer Wohnung in Italien am nächsten war, nur gute 200m entfernt.

Einer dieser Automaten war “Shinobi”, ein Action- / Platformer aus dem Hause Sega. Ich hatte zwar schon ein paar andere Automaten damals gespielt, aber “Shinobi” hat mich besonders fasziniert, die Musik, der Grafikstil, das Gameplay – irgendwie hatte es genau das, was ich damals (und noch heute) klasse fand. Entsprechend viel Münzgeld ist auch in den Automaten geflossen.

“Shinobi” war auch das Spiel, das mein Interesse an Emulatoren geweckt hat. Ich wollte damals auch zu Hause wieder “Shinobi” spielen können! Und tatsächlich, dem System-16-Emulator (wird schon lange nicht mehr weiterentwickelt) sei dank, konnte ich das auch schon bald. Nicht ganz in der hier zu sehenden Qualität, aber gut genug um am Ball zu bleiben.

Dabei musste ich aber schnell feststellen: Leider gehört “Shinobi” zu den Spielen, in die man zwar leicht einsteigen, die man aber nur schwer besiegen kann. Spätestens ab Mission 3 ist auf “normal” Frust am laufenden Band angesagt: Unfaire und kaum oder gar nicht einsehbare Stellen, aus dem nichts erscheinende Gegner, abweichende Muster, in denen die Gegner erscheinen… Man muss die Zähne definitiv zusammenbeißen, wenn man da durch will. Nichts desto trotz bliebt “Shinobi” für mich einer DER Klassiker der Spielhallen-Ära! Die zahlreichen Spiele die die Serie später noch hervorbrachte bestätigen mich in dieser Meinung natürlich.

Für dieses Video habe ich es bei den ersten drei Missionen belassen, die haben schon genug Zeit gekostet, so fluffig wie es hier jetzt aussieht lief es in echt nicht ab, ich habe mit Savestates gearbeitet und im Nachgang mindestens die Hälfte des Videos wegschneiden müssen. 😀

YesterPlay: David Robinson’s Supreme Court (Mega Drive, ACME Interactive, 1992)

Heute kann ich mit den meisten Sportspielen nicht mehr viel anfangen, aber früher spielte ich zwischendurch ganz gerne mal eines. “Fifa 98” war z.B. bei früheren LAN-Parties immer spaßig, “Virtua Tennis” auf der Dreamcast wanderte auch ab und an mal ins Laufwerk, hin und wieder überkam es mich sogar “World Cup Italia ’90” auf dem Mega Drive zu spielen. Aber insgesamt flimmerten klassische Sportspiele generell selten auf meinen Bildschirmen, wenn dann waren es eher Extremsport-Spiele wie “Tony Hawks Pro Skater” oder “Dave Mirra’s Freestyle BMX”.

Eines der wenigen, die es mal taten, ist das exklusiv auf dem Mega Drive erschienene “David Robinson’s Supreme Court”, ein Basketballspiel zwar ohne NBA-Lizenz, aber dafür mit Unterstützung von David Robinson, einem NBA-Spieler.

Das Spiel war nach “World Cup Italia ’90” mein zweites Sportspiel auf dem Mega Drive, war aber nur eine Ausleihe aus der kleinen Videothek im Ort. Ich würde das Spiel als “sehr solide” bis “gut” zusammenfassen, was mir merkwürdigerweise aber immer besonders in Erinnerung blieb, war das Quietschgeräusch der Schuhe, was ich damals für extrem detailverliebt hielt. Keine Ahnung warum sich genau dieses Geräusch bei mir so eingeprägt hat, es bescherte dem Spiel jedenfalls einen Dauerplatz in der überschaubaren Liste der Sportspiele, an die ich mich (gerne) erinnere. Und Euch damit diesen Beitrag und dieses Video. 😉

YesterPlay: Savage Warriors (MS-DOS, Atreid Concept, 1995)

Über “Savage Warriors” stolperte ich seinerzeit nur durch Zufall auf einem Flohmarkt, ich wusste bis dato nichts über das Spiel, aber die Screenshots auf der Packung sagten mir zu, der Preis schien fair, also kaufte ich es.

“Savage Warriors” ist ein klassisches Prügelspiel: Ihr wählt einen von 10 Kämpfern (15 mit Cheats) aus und vermöbelt die anderen 9 um danach noch einem Endgegner gegenübertreten zu dürfen. Die Story in kurz: Überkämpfer und Endgegner “The Master” trommelt die verschiedensten Kämpfer aus allen möglichen Epochen der Erde zusammen um einen würdigen Gegner zu finden. Die Riege der Kämpfer ist vielfältig, vom militärisch angehauchten Muskelmann über vorzeitlichen Reptilienjäger bis zum afrikanischen Steppenkrieger ist alles dabei.

Was sofort auffällt, nachdem man das Spiel installiert und zum ersten Mal gestartet hat, ist die wunderschöne Präsentation: Wo man in anderen Spielen des Genres nur einen Avatar auf einem Bildschirm auswählt, scrollt man hier durch eine schicke Bildergalerie, statt der üblichen Auswahl des Schwierigkeitsgrades per Balken oder Nummern gibt es hier einen animierten Schieberegler. Die handgezeichneten und liebevoll animierten Hintergründe und Level-Screens blenden fließend ineinander über, der treibende CD-Audio-Soundtrack untermalt das Geschehen mit stimmungsvoller Musik.

Was aber leider auch auffällt: Die Kämpfer sind zwar sehr geschmeidig animiert, dafür aber seltsam unförmig und grobpixelig, was gerade im Kontrast zu den wunderschönen Hintergründen negativ heraussticht. Warum das so ist, erkennt man erst auf den 2. Blick in den Replays, die nach jedem Kampf gezeigt werden: Bei den Kämpfern handelt es sich nicht wie bei anderen Spielen dieser Art um 2D-Sprites, sondern um texturierte 3D-Modelle. Diese “3D Bio Motion” genannte Technik macht zwar in den Replays viel her, besonders wenn man da die Kamera ein bisschen selbst schwenkt, kommt aber im eigentlichen Spiel kaum zum Tragen oder hat gar einen sinnvollen Nutzen. Schöne, detailliertere Sprites wären meiner Meinung nach die bessere Wahl gewesen.

Etwas mehr Liebe hätte ich mir auch beim Gameplay gewünscht: Mit nur 2 Buttons für Angriffe (Schlag und Tritt) und 3, maximal 4 Spezialattacken pro Kämpfer ist der Einstieg ins Spiel zwar einfach, aber die eher behäbig reagierende und oft ungenaue Steuerung trüben den Spielspaß teilweise schon etwas. Dito der unausgewogene Schwierigkeitsgrad, der oft wahllos zu variieren scheint: In der einen Runde hämmert ihr gegen einen dauerblockenden Gegner an, der sich so gut wie gar nicht zur Wehr setzt, in der nächsten feuert der gleiche Gegner ein wahres Trommelfeuer von Schlägen und Tritten ab, dem man kaum entkommt. So artet das Spiel leider schnell zu einem wilden Gehämmere auf den Buttons aus, weil man entweder verzweifelt versucht, die Deckung des Gegners irgendwie zu durch- oder das gegnerische Dauerfeuer zu unterbrechen.

Für mich überwiegt die Präsentation des Spiels seine Macken, deswegen spiele ich “Savage Warriors” immer wieder mal gerne. Mit etwas mehr Feintuning am Gameplay hätte das Spiel aber ein echter Klassiker werden können.

 

YesterPlay: Batman (Mega Drive, Sunsoft, 1990)

Für einen Fan des dunklen Ritters gibt es vermutlich nur wenig, was noch besser ist als die Filme zu schauen oder die Comics zu lesen. Unter diesen wenigen Dingen ist aber mit Sicherheit, selbst das Cape anzulegen, ins Batmobil zu springen und dem Bösen unter Anwendung von wohldosierter Gewalt die Flausen aus dem Kittel zu klopfen. Zumindest virtuell.

Erst recht Spass macht das, wenn es so präsentiert wird, wie es Sunsoft Anfang der 90er auf dem Mega Drive getan hat: Batman für Segas 16-Bitter ist ein Gesamtkunstwerk von dem sich viele Entwickler durchaus eine Scheibe hätten abschneiden können. Vor allem was Musik auf dem Mega Drive angeht: Oft zu recht kritisiert zeigt Sunsoft hier, dass auch der Mega Drive verdammt gut klingen kann!

Das Spiel orientiert sich am Film von Tim Burton und spielt sich ähnlich wie “The Revenge Of Shinobi”, setzt dabei aber fast komplett auf Nahkampf, denn Wurfgeschosse sind rar gesät und sollten mit Bedacht eingesetzt werden. Die Sidescrolling-Level, von denen hier im Video nur der 1. zu sehen ist, lockern das an sich einseitige Geschehen nach jeweils 2-3 Leveln immer wieder auf, bevor es am Schluss in der Kathedrale zum Showdown gegen Batmans Erzfeind kommt.

MIt diesem letzten Level tue ich mir immer sehr schwer, er ist sehr lang und man tritt nochmal gegen alle Endgegner aus den vorherigen Leveln an, bevor man schlussendlich im Turm den Joker stellen darf. Aber so weit komme ich meistens gar nicht, in der Kathedrale ist in der Regel für mich Schluss. Trotzdem versuche ich es gerne immer wieder, denn wie gesagt, das Spiel ist eine chte Perle, sowohl in der langen Reihe von Batman-Spielen als auch im Spielekatalog des Mega Drive.

Wie immer habe ich das Spiel im Emulator Kega Fusion gespielt und aufgezeichnet, die Nachbearbeitung erfolgte, wie gewohnt, in VirtualDub.

YesterPlay: The Revenge Of Shinobi (Mega Drive, Sega, 1990) [Komplettes Spiel]

Von “The Revenge Of Shinobi”, einem der ersten Spiele für den Mega Drive, las ich seinerzeit erstmalig in einem Review in einer Videospielzeitschrift. Beschreibung und Screenshots gewannen mich sofort, also sparte ich ab diesem Tag tapfer mein Taschengeld und so wurde “The Revenge Of Shinobi” mein erstes dazu gekauftes Mega-Drive-Spiel, zusätzlich zu den dreien die im Bundle schon der Konsole beilagen.

Vermutlich ist es seither auch eines der von mir meistgespielten Mega-Drive-Spiele und das nicht nur weil es eben eines der dienstältesten ist: An “The Revenge Of Shinobi” stimmt einfach nahezu alles! Die Grafik ist wunderschön gezeichnet und sehr stimmungsvoll, allein der Sonnenunter- und Mondaufgang gleich im ersten Level haute mich damals total um! Die Musik vom bekannten Komponisten Yuzo Koshiro untermalt den jeweiligen Level immer mit stimmigen Melodien und Rhythmen, dito die Soundeffekte. Einzig die Animationen hätten gerne ein paar Frames mehr haben dürfen, gerade der Protagonist wirkt leider etwas hölzern. Aber ansonsten ist und bleibt “The Revenge Of Shinobi” eines der besten Spiele, die je für den Mega Drive veröffentlicht wurden!

Das Spiel ist seinerzeit exklusiv für den Mega Drive erschienen und ist der offizielle Nachfolger des 1987 in die Spielhallen gekommenen “Shinobi“. Kurioserweise bekam der aber 1989 mit “Shadow Dancer” schon einen Nachfolger in den Spielhallen. Vermutlich deshalb ist “The Revenge Of Shinobi” eine Art “Remix” der beiden Spielhallen-Vorbilder, das viele optische und spielerische Elemente und teilweise fast ganze Levels aus beiden Spielen übernimmt.

Sega vollführte mit diesem Spiel übrigens einen interessanten Drahtseilakt zwischen Popkultur und Urheberrechtsklage:
Im Spiel kommen einige bekannte Figuren aus TV und Comics vor, wegen derer, bzw. wegen evtl. ausgelaufenen oder ganz fehlenden Rechten an ihnen, bis heute insgesamt 4 verschiedene Versionen des Spiels erschienen sind, von denen 4 bereits herauskamen während der Mega Drive noch in den Läden stand. In der Version für die Wii Virtual Console wurde selbst das Gesicht des Shinobi im Titelbildschirm ausgetauscht! Wen es interessiert, den verweise ich an dieser Stelle auf die englische Wikipedia-Seite zum Spiel, wo alle Änderungen genau beschrieben sind.

Sega veröffentlichte übrigens 2002 exklusiv für den GameBoy Advance ein Spiel mit dem gleichen Namen, das aber überhaupt nichts mit diesem zu tun hat. Eine schöne Übersicht über alle “Shinobi”-Spiele findet ihr auf dieser Seite: http://www.hardcoregaming101.net/shinobi/shinobi.htm

Ab etwa 1:05:46 habe ich noch eine kurze Aufnahme vom Abspann des weniger glücklichen Endes des Spiels angehängt, den man zu sehen bekommt, wenn man den Endgegner zwar besiegt, dafür aber zu lange gebraucht hat. In diesem Fall wird Shinobis Verlobte vom riesigen Stein, der sich im Hintergrund weiter und weiter absenkt, getötet.