Globale Einsamkeit

Ich kaufe ja grundsätzlich keine Spiele mehr zum Release sondern warte lieber auf die schon fast obligatorische Ultimate, Gold, Game Of The Year, Complete oder Wieauchimmersiegenanntwird Edition, die meistens etwas günstiger und dafür inkl. aller bisherigen Downloadinhalte ausgeliefert wird. Denn leider sind auch die inzwischen fast schon obligatorisch und mindestens genau so nervig. Das ist aber ein anderes Thema.

Jedenfalls sind die Spiele, wenn ich Sie dann mal kaufe, schon längst nicht mehr aktuell und entsprechend leer sind die Online-Server. So weit leuchtet mir das auch ein.

Was mir aber weniger einleuchtet ist, dass scheinbar niemand die Spiele aus dem Xbox-Live-Marktplatz spielt, zumindest nicht online.  Weder das relativ aktuelle Wrecked: Revenge Revisited noch das auch noch nicht so alte Daytona USA. Weltweit kein einziges Spiel gefunden!

Wo sind die Leute alle? Spielen die alle nur noch Call Of Duty: Modern Warfare 3, Battlefield 3, FIFA 12 und Co? Ich glaube, ich werde es doch diversen Genossen gleichtun, und meinen Gold-Account ablaufen lassen…

Raider heißt jetzt Twix, Calgonit heißt jetzt Finish und FlatOut…

… heißt jetzt eben Ridge Racer. Denn mehr scheint mir das neue Ridge Racer: Unbounded nach Sichtung diverser Videos und Reviews nicht zu sein. Nachdem Bugbear Entertainment das Franchise ja an StrategyFirst bzw. Team 6 abgetreten und die daraus das grottenschlechte Flatout 3 gewürgt haben, musste ein neuer zugkräftiger Name her. Und da hat man wohl bei Namco die Kasse klingeln gehört und kurzerhand dem neuen FlatOut-Verschnitt die Marke Ridge Racer aufgedruckt.

Was dabei rumkommt: “Nur” ein weiterer Teil der finnischen Verschrottungsorgie mit neuem Namen und etwas japanophileren Karosserien, wodurch es dem Vorbild BurnOut noch ähnlicher wurde als es das ab Teil 2 eh schon tat. Das macht das Spiel per se nicht schlecht, allerdings sehe ich für Käufer der ersten drei (eher 2,5) Teile der originalen FlatOut-Serie (die von Bugbear also) und/oder Besitzer von Burnout Revenge (dem es m.M.n. im folgenden GameStar-Video sehr ähnlich sieht) wenig Gründe für einen Kauf. Zumindest nicht zum Vollpreis.

Section 8: Prejudice

Cover des Spiels Section 8: PrejudiceNeulich mal wieder bei Steam zugeschlagen: Section 8: Prejudice inkl. aller Downloadinhalte (kurz: DLC) für knapp über 8 Euro. Das Video und die Screenshots sahen nach einem recht spassigen Shooter aus, die Kritiken waren zwar gemischt, aber das sind sie eigentlich immer und da ich eh mal wieder Lust auf einen lupenreinen Shooter hatte, habe ich eben zugeschlagen. Ob es sich gelohnt hat, erfahrt ihr in den kommenden paar Zeilen:

Ihr spielt Alex Corde, einen Commandeur einer mit Super-Rüstungen ausgestatteten Kampfeinheit mit dem titelgebenden Namen “Section 8”. Euer Ziel ist die Eliminierung einer rebellischen Gruppierung mit dem Namen “Arm Of Orion”, deren Oberhaupt und damit auch Obermotz des Spiels Ihr durch magere 8 Level verfolgt.

Das Gameplay ist sehr geradlinig, ihr bekommt immer wieder Aufträge und müsst euch, um diese zu erledigen, von einem zum nächsten Punkt kämpfen. Dabei geht es eigentlich immer entweder darum, etwas zu zerstören oder etwas vor der Zerstörung zu bewahren, indem Ihr die potenziellen Zerstörer zerstört. Ein überschaubares und dem Genre angemessenes Regelwerk also. Erweitert wird dieses durch pseudo-taktische Elemente, wie der Wahl des Munitionstyps der beiden tragbaren Waffen und der Vergabe von Punkten auf bestimmte Fähigkeiten. Pseudo-taktisch aber deswegen, weil weder das eine und schon gar nicht das andere nenneswerten Einfluss auf das Spielgefühl hat. Besonders die Punkteverteilung auf Fähigkeiten hätte man sich eigentlich komplett sparen können, da es maximal 10 Punkte auf ca. ebensoviele Fähigkeiten zu verteilen gibt, was eben zu kaum oder gar nicht bemerkbaren Effekten führt. Auch die Fähigkeit, Euren Kampfanzug im Overdrive-Modus einzusetzen (wodurch ihr, ähnlich wie in Vanquish, extrem schnell werdet) oder kopfüber aus dem Dropship mitten ins Kampfgeschehen zu krachen, wird viel zu selten und eigentlich nie effektiv eingesetzt. Dazu kommt, dass die auf den ersten Blick weitläufigen Schlachtfelder künstlich auf sehr kompakte Areale eingeengt werden, innerhalb derer ihr euch bewegen dürft. 5 Sekunden ausserhalb dieses Areals und Euer Anzug wird abgeschaltet, was dem Scheitern der Mission gleichkommt. Eine absolut überflüssige Limitierung, die es mehr als einmal verhindert, dass ihr Euch z.B. mit einem Snipergewehr etwas abseits des Geschehen auf die Lauer legt und von dort Eure Kameraden, die Euch oft begleiten, beschützt. Andererseits ist das auch nicht nötig, da diese im Gegensatz zu Euch eh unsterblich sind.

Die Auswahl an Gegnern ist sehr beschränkt, es gibt nur wenige verschiedene Gegenertypen, die sich optisch auch alle sehr ähneln. Im Grunde sehen sie aus wie die Section-8-Truppe, nur anders gefärbt, was oft im Kampf nicht stark genug auffällt. Etwas Abwechslung kommt durch gelegentliche Abschnitte, in denen Ihr Euch in Panzern oder großen Kampfrobotern durch die Gegend bewegt auf, ebenso wie durch Geschütztürme, die es entweder zu zerstören oder zu errichten gilt.

Was uns zu einem weiteren an sich netten Element bringt: Das Kaufen. Obwohl im Verlauf des Spiels per Dropship immer wieder mit Fahrzeugen, Kampfrobotern, Aufladestationen und dergleichen versorgt werdet, gibt es 2 Stellen, an denen ihr Equipment plötzlich kaufen müsst. Aber keine Panik, ihr müsst die finanziellen Mittel dafür nicht erst mühsam verdienen, sie werden Euch sozusagen direkt überwiesen, damit ihr sie ebenso direkt wieder ausgebt. Ansonsten bekommt ihr alles gratis. Welchen Sinn diese kurze Shoppingtour also haben soll, ist mir schleierhaft. Man bekommt an keinen weiteren Stellen des Spiels Geld und wann man sich mit welchem Vehikel weiterbewegt, ist auch fest vorgegeben und kann von Euch nicht beeinflusst werden. Das Feature findet auch im Multiplayer-Modus Verwendung, wo es auch deutlich mehr Sinn macht.

Ich denke, Ihr merkt langsam: Das Spiel bietet jede Menge Elemente, die es zu etwas besonderem oder zumindest ein schönes Stück abwechslungsreicher hätten machen können, wenn man sie denn sinnvoll und flexibler implementiert hätte. So aber wirkt das ganze Gameplay leider nur unausgereift und lieblos.

Was ein gutes Stichwort zur technischen Seite ist: Auch grafisch wird nur angestaubte Hausmannskost geboten, sie ist wenig detailliert und besondere Effekte wie z.B. Fussspuren im Schnee oder gar physikalische Spielereien sucht man vergebens. Das hat allerdings auch den Vorteil, dass das Spiel mit maximalen Details auch auf betagteren Systemen wunderbar läuft. Ein Aushängeschild für die Unreal 3-Engine ist das Spiel aber definitiv nicht.

Zum Sound ist leider auch nicht viel zu sagen: Er ist vorhanden, er passt, fällt aber ebenso wie der Rest des Spiels zu keinem Zeitpunkt besonders auf oder sticht gar positiv aus der Masse heraus.

Das Spiel bietet mehrere Multiplayermodi für bis zu 32 Spieler, aber auch diese kommen nicht über die inzwischen etablierte Durchschnittsmenge heraus: Ein Assault-Modus (ein Team versucht alle Kontrollpunkte des anderen einzunehmen), ein Conquest-Modus (2 Teams versuchen möglichst viele Kontrollpunkte einzunehmen) ein Skirmish-Modus (ein klassisches Team-Deathmatch) und der Swarm-Modus, bei dem bis zu 4 Spieler einen Kontrollpunkt gegen immer stärker werdende Angriffswellen von Computergegnern verteidigen. Nichts neues im Netz also.

Was also bleibt? Hat es sich gelohnt? Gerade noch so. Hätte ich mehr für das Spiel gezahlt, hätte ich mich vermutlich geärgert, aber für die knapp 8 Euro war es ein angemessener, wenn auch kurzer, Zeitvertreib. Das Spiel unterstützt Windows Live, inkl. Achievements und ist auch für Xbox360 und Ps3, jeweils ebenso nur als Downloadtitel, erhältlich.

Simyo synct – aber mit wem?

Logo des Dienstes Simyo SyncMein Mobilfunkbetreiber, Simyo, informierte mich kürzlich per SMS über einen neuen Service, den er mir, anderen Kunden und eigentlich allen Handynutzern gerne kostenlos zur Verfügung stellen würde: Simyo Sync. Dabei handelt es sich um eine systemübergreifende Sicherung / Synchronisation von auf dem Mobiltelefon gespeicherten Daten, wie z.B Kontakte, Kalender, Aufgaben, etc.

Nun, an sich käme mir ein solcher Service ganz gelegen, als Samsung– und Symbian-User (ja, ich bin alt) ohne Outlook ist es ja sonst nicht so weit her mit dem (automatischen) Abgleich zwischen Handy und PC. Aber so einiges an diesem Service machte mich dann direkt stutzig:

Warum muss ich mich als bereits registrierter Simyo-Kunde nochmal separat für diesen Dienst registrieren? Warum soll ich dazu für eine Synchronisation völlig unerhebliche Daten wie das Geschlecht, meinen Geburtstag, den Wohnort, etc. angeben? Warum ist der Dienst nur “ausschließlich volljährigen, voll geschäftsfähigen Personen vorbehalten” (s. Nutzungsbedingungen), ist da evtl. geplant, später eine Gebühr dafür zu erheben? Und warum soll ich Simyo für meine Inhalte “eine nichtexklusive, übertragbare, sub-lizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz zur Verwendung” stellen? Übertragbar? An wen? Weltweit? Vielleicht auch in die USA?

Auch wenn die Server in Deutschland stehen wirkt das ganze auf mich wenig vertrauenserweckend. So schön ein solcher Service per se wäre, zu diesen Bedingungen dürfte niemand, der seine Daten ansatzweise privat halten will, ihn ernsthaft in Erwägung ziehen. Ich bin mal gespannt, wie lange mein diesbezüglicher Eintrag im Simyo-Blog bestehen bleibt…

Kommt es mir nur so vor, oder versucht seit der Ankündigung, dass Facebook mit utopischen Milliardenwerten an die Börse gehen wird / will, wirklich jede Klitsche ein eigenes, möglichst umfassendes Profil von mir anzulegen?