DOSBox ECE r4044.2: Jetzt mit vollständiger Unterstützung für 2 360-kompatible Controller

Neulich wollte ich ausproieren, ob ich “Bleifuss” in DOSBox nicht evtl. mit meinem Xbox 360 Wireless Racing Wheel spielen könnte. Dieses hatte ich zusätzlich zu meinem Logitech F710 Gamepad mit meinem Notebook verbunden, wo es als Controller 2 erkannt wurde.

Im Setup von “Bleifuss” musste ich leider feststellen, dass das offenbar nur die ersten 4 Achsen eines Joysticks erkannt werden. Woraufhin mir einfiel, dass dieses Limit auch in DOSBox fest gesetzt ist. Das hat zur Folge, dass von einem 360- oder kompatiblen Controller nur der linke Analogstick (Achse X=1, Achse Y=0), die analogen Trigger (Achse 2) und vom rechte Analogstick die Y-Achse (Achse 3) nutzbar sind. Hat man gar 2 Controller verbunden, verteilen sich die 4 Achsen auf beide, es bleibt also jeweils nur der linke Analogstick nutzbar.

Das passte mir nicht und ich begann, nach einer Lösung für dieses Problem zu suchen. Und siehe da, bereits nach wenigen Minuten fand ich heraus, dass sich bereits jemand der Sache angenommen hatte. Nachdem in diesen Patch an den aktuellen Quellcode angepasst hatte (ein paar Zeilen davon waren nicht mehr nötig, bei anderen stimmte nur die Zeilenanzahl nicht mehr) und die Anzahl der maximalen Achsen auf 10 erhöht hatte (2×5, da ein 360-Controller 5 Achsen hat), kompilierte ich eine neue .exe und probierte sie aus. “Bleifuss” scheint intern auch auf maximal 4 Achsen beschränkt zu sein, aber im DOSBox-Mapper konnte ich alle Achsen an 2 Controllern nutzen.

Ein schöner Nebeneffekt des Patches ist, dass damit auch das D-Pad (aka. Hat) nutzbar wird, sofern ein Spiel so etwas unterstützt. Wenn nicht, kann es im Mapper nun ganz nach bleiben belegt werden, vorher ging das nur wenn man in der Konfigurationsdatei joysticktype=fcs definierte.

Da die Revision von DOSBox die gleiche war wie für den letzten Build, habe ich dieser Version nun eine .2 angehängt, ich werde auch zukünftig neue Builds, die auf der gleichen Revision basieren wie der/die davor, so hochzählen.

Solltet Ihr auf Fehler stoßen oder Probleme haben, lasst es mich hier oder noch besser im entsprechenden Beitrag auf vogons.org wissen!

 

P.S.: Die Pedale des 360-Lenkrades scheinen unter DOSBox generell nicht zu funktionieren, unabhängig davon ob es nun gepatcht ist oder nicht. Schade.

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Daytona USA ++: Neuer Lack für einen Rennspielklassiker

Nachdem ich neulich auf der Gamescom das Vergnügen hatte, am Stand des Flipper- und Arcademuseums Seligenstadt deren emulierten “Daytona-USA”-Automaten für 8 Spieler erleben zu dürfen, fiel mir ein, dass ich bereits seit längerem einmal diese Version des Rennspielklassikers von Sega antesten wollte.

“Daytona USA ++” ist kein Rom-, sondern ein Emulator-Hack des Arcadecontrols-Forum-Mitglieds “Nuexzz“. Dieser nutzt nicht nur die Möglichkeit des M2 Emulators, höhere Auflösungen als im Original einzustellen und Texturen im Spiel durch externe, ebenfalls höher aufgelöste Grafikdateien zu ersetzen. Darüber hinaus erweitert er dessen Funktionsumfang gezielt um Features für “Daytona USA”: So ist es beispielsweise möglich, mit einem der eigentlich gegnerischen Fahrzeuge zu fahren, es gibt neue Kamerawinkel, der sogenannte Panoramic Attract Mode, der sonst erst ab 4 vernetzten Automaten aktiviert werden kann, kann nun bereits an einem PC genutzt werden, etc. All diese Features werden über einen zusätzlichen Launcher aktiviert. Die Details könnt ihr hier nachlesen.

Der zusätzliche Launcher für die erweiterten Optionen in “Daytona USA ++”

Er funktioniert übrigens mit allen Version von “Daytona USA”, also auch den diversen Romhacks wie CCE, Turbo und GTX2004!

Hier bin ich mal ein paar Runden auf dem Anfänger-Kurs Three-Seven-Speedway gefahren, eher schlecht als recht. Aber man sieht deutlich den grafischen Unterschied zum originalen “Daytona USA”, der die Doppelplus-Version zur vermutlich schönsten Version des “Daytona-USA”-Erstlings macht. Leider ohne den großen, in den Fels gemeisselten Sonic. Aber vielleicht findet sich ja noch jemand, der firm genug im Umgang mit Photoshop oder dergleichen ist und das wieder ändern kann.

YesterPlay: Judge Dredd: Dredd vs. Death (PC, Rebellion, 2003)

Das Gesetz wurde in Filmen und deren Videospieladaptionen bereits von sehr vielen Charakteren vertreten, nur wenige waren dabei aber so wortkarg, konsequent und unbeirrbar wie Judge Dredd.

Nach diversen Plattform- und Railshootern ließ Rebellion Developments Ltd. den berühmten Comic-Gesetzeshüter 2003 erstmals in einem First-Person-Shooter gegen das Verbrechen und die geisterhaften Dark Judges antreten und spendierte dem Spiel dabei eine der größten Besonderheiten im Vergleich zu anderen Shootern: Um am Ende eines Levels die höchste Auszeichnung (natürlich “Judge Dredd”) zu bekommen, genügt es nicht, einfach alles Bösewichte aus den Latschen zu pusten. Stattdessen muss, ganz im Sinne der Judges, ein Bösewicht erst verhaftet und dann direkt Recht gesprochen werden, was in der Regel lebenslänglich bedeutet. Dabei ist der mürrische Polizei-Richter nicht allein auf die offensichtlichen Verbrecher und Kultisten beschränkt, auch die zahlreich in den Leveln herumlaufenden Zivilisten verhalten sich nicht immer konform den Gesetzen der dystopischen Mega-City One. So kann man also durchaus auch Leute dafür verhaften, dass sie in der Öffentlichkeit rauchen oder einfach zu dick sind.

Im Gegenzug bekommt Dredd aber auch mit den eigenen Leuten Ärger, wenn er zu viele Zivilisten tötet, man sollte also bei Feuergefechten immer darauf achten, welche Munition man im Lawgiver geladen hat, um Kollateralschäden zu vermeiden.

Damit der reine Ballerspaß aber nicht zu kurz kommt, nehmt ihr es auch immer wieder mit Vampiren und Zombies auf, bei denen sich eine Verhaftung aus naheliegenden Gründen erübrigt und die deshalb standesgemäß endgültig aus dem Leben geschossen werden dürfen.

Das Spiel ist relativ kurz(weilig), mittelmäßig schwer und leider grafisch eher unterdurchschnittlich, was wohl darauf zurückzuführen ist dass es neben dem PC noch für die Xbox, den Gamecube und die Playstation 2 herauskam. Der Comic-Charme, die futuristische Stimmung und die Action wissen aber definitiv zu gefallen!

Das gilt auch für die diversen Spielmodi, die neben der Hauptstory noch sogenannte Arcade-Level enthalten, in denen man in einem Level eine bestimmte Anzahl Gegner erledigen muss. Für Multiplayer gibt es gar einen Koop-Modus sowie diverse Modi gegeneinander.

Das Spiel wird heute noch für den PC bei Steam und GOG für jeweils ein paar Euro verkauft, die man definitiv schlechter anlegen könnte.

Ein kleiner Tip noch: Dank eines Custom Resolution Tools, was ich auch eingesetzt habe, lassen sich höhere Auflösungen als eigentlich vom Spiel unterstützt einstellen, ebenso wie Breitbildmodi.

YP80@GC2017: Zum ersten Mal auf der Gamescom

Nachdem ich es mir schon mehrere Jahre immer wieder vorgenommen hatte, jedes mal aber irgendwas andere dazwischen kam, hat es dieses Jahr tatsächlich mal geklappt: Ich war, zusammen mit einem Freund, zum ersten Mal auf der Gamescom in Köln! Ursprünglich wollten wir zu dritt dort aufschlagen, aber wie es eben so läuft, gewisse Verluste gibt es bei solcherlei Unternehmungen leider immer.

Ich hatte mir von Anfang an nur wenig konkret vorgenommen: Ich wollte ein VR-Headset ausprobieren, endlich “Super Burnout” für den Atari Jaguar spielen, von dem ich wusste dass es am Stand vom European Atari Jaguar Festival ausgestellt war. Und natürlich den Retrobereich erkunden, ganz klar! Mein Kumpel wollte eigentlich nur bei Blizzard und Wargaming vorbeischauen. Ansonsten wollten wir einfach mal Eindrücke sammeln und schauen, wie es da halt so ist. Und so fuhren wir am 26.8. in aller Herrgottsfrühe (Abfahrt 7.15 Uhr) mit dem Zug nach Köln, um uns abenteuerlustig in die Flut menschlicher Körper zu stürzen und uns zu unseren wenigen Zielen durch zu kämpfen, in der Hoffnung dabei trotzdem noch das eine oder andere mit zu bekommen

Nach einer sehr entspannten, überraschend reibungslosen Zugfahrt und ein paar Schritten (wir stiegen in Köln am Hauptbahnhof aus statt an der Haltestelle Messe) über die mit unzähligen Vorhängeschlössern dekorierte Brücke, die den HBF mit dem Messegelände verbindet, stellten wir recht schnell fest, dass mitnichten so viele Menschen, wie wir befürchtet hatten, Schlange standen, um auf die Gamescom zu kommen. Wir waren schon nach wenigen Minuten in den Messehallen und konnten unsere Tour beginnen.

In Halle 10.1 fielen uns direkt die ausgestellten Casemod-Wettbewerbsgewinner auf. Da waren einige extrem aufwendige und coole PC-Gehäuse dabei, meine Favoriten waren aber ganz klar der Iron Man  und der Dalek:

Da wir schonmal in Halle 10 waren, konnte ich natürlich nicht anders als direkt nach oben in 10.2 zu gehen und dort, mit einem kurzen Abstecher durch das Cosplay Village, die Retro Area aufzusuchen. Schon da fiel mir auf, wie viel heller, bunter und sympathischer Halle 10.2 im Vergleich zu den anderen Bereichen der Gamescom war. Für akustisch adäquate Unterhaltung sorgte, zu diesem Zeitpunkt, Tronimal mit seinem musizierenden Gameboy.

“Daytona USA” von Sega, emuliert im 8-Spieler-Modus

Schnell hatte ich den Stand vom Flipper- und Arcademuseum Seligensstadt (kurz FAMS) ausgemacht, wo neben einigen Flippern und älteren Arcadeautomaten auch mehrere vernetzte PCs samt Lenkrädern (die Pedale waren so ziemlich alle schon kaputt) aufgebaut waren, auf denen “Daytona USA” von Sega im 8-Spieler-Modus lief. (Das FAMS hat im Museum genau diese Automatenvariante für 8 Spieler stehen, deswegen finde ich es OK, dass sie zur Messe nur die emulierte Fassung davon mitbrachten, das Ding ist groß, schwer und wertvoll.) Wer mich kennt, oder zumindest regelmäßig hier mit liest, weiß: An so etwas kann ich nicht vorbeigehen, ohne wenigstens eine Runde zu spielen. 🙂 Nach ein paar Minuten war ich auch schon dran und durfte gegen 7 andere Hobbyrennfahrer antreten, von denen 2 mir das Rennen nicht immer leicht machten. Schlussendlich gewann ich aber doch, weil die Zeit abgelaufen war und ich zu diesem Zeitpunkt in Führung lag. Gerettet durch den Gong, quasi! 🙂

“Super Burnout” für Atari jaguar (Anklicken, um ein Video davon anzuschauen)

Da durch das rasante Rennen in Daytona das Benzin im Blut bereits zu kochen begonnen hatte, steuerte ich mit meinem Kumpel im Schlepptau direkt den Stand vom European Atari Jaguar Festival an, wo ich mir endlich einen lange gehegten Wunsch erfüllen konnte: “Super Burnout” spielen! Vielen Dank dafür! Seit ich in den 90ern erstmals von diesem Spiel las, war ich neugierig, ich liebe ja diese klassischen Sprite-Scaling-Rennspiele wie OutRun, Hang On, etc. Richtig heiß auf das Spiel wurde ich dann, als ich es bei Youtube erstmals in Aktion sah. Und nun, gute 20 Jahre nachdem mein Interesse daran geweckt wurde, war es endlich so weit und ich konnte zum ersten Mal einen Jaguar-Controller in die Hand nehmen (ich hätte ihn schwerer erwartet) und DAS Spiel für Ataris letzte Konsole spielen! :O

Ich verlor zwar gegen meinen Freund 2:1, aber das war mir egal. Das Spiel ist echt große Klasse und ich muss wohl doch mal zusehen, dass ich mir das Geld für einen Jaguar und zumindest dieses Spiel zusammen spare. (habe ich da eben meine Frau zusammenzucken gehört?) Ein Traum von einem klassischen Arcaderennspiel!

Bereits jetzt mit dem Vorsatz im Hinterkopf, später nochmal vorbei zu schauen, fingen wir danach an, die weiteren Hallen zu erkunden. Wir hatten kein System und liefen einfach mal, wohin die Nase gerade zeigte. Dabei hatte ich stets ein Auge auf Möglichkeiten, ein VR-Headset auszuprobieren. Tatsächlich gab es die sogar recht zahlreich, nicht nur direkt an den Ständen derer Hersteller sondern auch an denen von PC-Fertigern wie MSI, Dell, etc. Allen Möglichkeiten war aber eines gemein: Sie waren extrem gut genutzt, überall standen und saßen schon jede Menge Menschen in Warteschlangen. Da ich kein Freund solcher bin, hakte ich diesen Tagesordnungspunkt schnell ab, dafür wäre mir die Zeit einfach zu schade gewesen.

Genauso wie für das Getummel vor den Bühnen, wenn es mal wieder irgendwo etwas abzugreifen gab. Ehrlich, man hätte jederzeit mit verbundenen Augen sofort gewusst, wo es mal wieder Geschenke gab, weil die Lautstärke der Menge dort teilweise schon unangenehm hoch war. Amüsant war es trotzdem, sich das Geschehen mal aus sicherer Entfernung anzusehen. Ohne jemandem zu Nahe treten zu wollen, aber das ganze verlief haargenau wie die Fütterung unserer Hunde:

“Wollt Ihr Schleckis?” – Freudiges Schwanzwedeln und erwartungsvoll Blicke – “Gebt Pfote! / Macht Platz! / Macht Männchen!” – Hunde geben Pfote/machen Platz/Männchen – “Fein!” – Herrchen gibt Schleckis.

Analog dazu auf der Gamescom:

“Wollt ihr Geschenke!” – Bejahende Rufe und Geräusche aus dem Publikum – “Dann lasst mal etwas hören!” – Unsägliches Gejohle des Publikums – “Yeah!” – Moderator wirft irgendwas in die Menge.

Wie gesagt: Sehr amüsant. 🙂

Weniger amüsant: Wer hat denn den Trend mit diesen unnötig großen Papiertüten angefangen? Ohne Scheiss, da liefen Jungs auf der Gamescom herum, die bestanden optisch nur noch aus Kopf, Tüte und Füßen! Als ob nicht schon genug Bäume und Wälder sinnlos abgeholzt werden, müssen die Papiertaschen jetzt auch noch mindestens doppelt so groß sein wie früher? Nur damit man darin 3 Flyer, 8 Aufkleber und 2 Schlüsselbänder durch die Gegend tragen kann? Oder damit sie direkt in der nächsten Halle wieder auf Boden liegen bleiben? Fand ich gar nicht gut und ich hoffe, dass das schnell wieder aufhört!

Auch wenig amüsant waren die Essenspreise. Klar, Messe kostet immer etwas mehr, aber 6 Euro für eine Scheibe Pizza Margherita (nur so als Beispiel, um mal den Maßstab zu setzen) sind schon heftig.

“Fox n Forests” von “Bonus Level Entertainment” (Anklicken, um den offiziellen Trailer anzuschauen)

Zurück in Halle 10.1 schlenderten wir erst mal durch die Indie Arena Booth, wo diverse unabhängige Studios sozusagen unter einem Dach ihre Spiele zeigen konnten. Dort machte ich auch die erste wirklich interessante Neuentdeckung des Tages: “Fox n Forests“, ein sehr schöner und farbenfroher Action-Platformer mit RPG-Elementen in klassisch-pixeligem SNES-Style, vom deutschen Studio Bonus Level Entertainment aus München. Das Spiel kommt Ende 2017 für den PC und evtl. weitere Plattformen. Ich sah nur eine Weile zu, ohne es selbst zu spielen, was ich sah veranlasste mich aber direkt zu einer Vorbestellung, da freue ich mich echt schon drauf.

“Team Racing League” von “Gamious” (Anklicken, um den offiziellen Trailer anzuschauen)

In unmittelbarer Nähe zur Indie Arena Booth hatten Gamious ihren Stand, wo ich mir mal kurz den aktuellen Stand der Dinge zum Coop-Top-Down-Racer “Team Racing League” anschaute. Der Kollege Poly hat das Spiel auf seinem Blog vor etwa einem Monat bereits präsentiert, auf der Gamescom sah es noch genau so aus. Interessantes Spielprinzip, bei dem man im Team versuchen muss, durch geschicktes taktieren Rennen zu gewinnen. Leider ist mir das Spiel nach wie vor optisch zu eintönig und spartanisch, mir fehlt es da einfach an Farben und Details.

“Yokus Island Express” von “Villa Gorilla” (Anklicken, um den offiziellen Trailer anzuschauen)

Was man von “Yokus Island Express” von Villa Gorilla, dass wir sspäter am Stand von Team 17 entdeckten, absolut nicht behaupten kann. Hier übernimmt man die Rolle eines Mistkäfers, der auf einer malerischen Insel die Vertretung für den dortigen Postflugsaurier übernimmt. Klingt schon interessant? Bleibt auch so! Denn anstatt klassisch von Plattform zu Plattform zu hüpfen, befördert man den Käfer samt seiner Kugel hier in bester “Sonic-Spinball”-Manier über die wundervoll handgezeichnete Insel, nämlich mit Flippern und Bumpern. Instant-Wunschlisten-Kandidat, der 2018 auf PC und Konsolen erscheinen soll!

Inzwischen hatten wir auch die Messeauftritte von Wargaming und Blizzard, die allein eine halbe Halle mit je einem Stand für jedes ihrer aktuellen Spiele füllten, besucht. Wargaming, bekannt durch die Free-2-Play-Spiele “World Of Tanks” und “World Of Warships“,  hatte ebenfalls eine imposante Bühne aufgebaut, über der bedrohlich ein Panzer thronte. Aber ich bin kein Freund von Kriegsmaschinerien aller Art, egal ob das jetzt Panzer oder Schiffe sind, deswegen konnte mich das eher weniger begeistern. Bei Blizzard konnte ich endlich eine Frage, die mich schon länger beschäftigte, stellen und erhielt auch prompte und kompetente Antwort. Ich wollte nämlich wissen, wie der Name des Spiels “Hearthstone“, das mein Kumpel in sprichwörtlich (!) so gut wie jeder freien Minuten am Handy daddelt, offiziell ausgesprochen wird. Nämlich “Hartstone” oder “Heartstone”, also ohne h und “tiiäitsch”. Tägliches bisschen Bildung: Abgehakt. 😉

Irgendwann kamen wir auch in Halle 5.2 an: Der Fan Shop Area. Das war der mit Abstand volleste Bereich, den wir an diesem Tag erlebten. Obwohl es gefühlt an jedem 4. Stand das gleiche gab und gefühlt ca. 80% des Merchandise irgendwas japanisches war. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, hätte ich mich eher auf einer Anime- oder Comicmesse wähnen können. Was mich auch verwunderte und es nach wie vor tut: Warum kann ich auf der Gamescom alles möglich an nützlichem und unnützem Krempel kaufen, nur keine Games? Wäre so eine Videospieltauschbörse oder ein Gamesflohmarkt nicht eine sinnige Bereicherung einer Videospielmesse? Oder gab es so etwas gar und wir haben es nur nicht mitbekommen?

Das aktuelle Inspiron Gaming Laptop von Dell

Beim Messestand von Dell machte ich eine interessante Entdeckung, nämlich die (mir) neuen Inspiron Gaming Notebooks. Ich nutze schon lange Notebooks und PCs von Dell und suche aktuell etwas neueres, weil alle meine Kisten schon etliche Jahre auf dem Buckel haben. Also fragte ich sogleich die erste Dame, die ich traf, ob denn auch eine 17-Zoll-Variante davon geplant sei (als Nachfolger für mein Inspiron 17R SE). Da sie mir die Frage leider nicht beantworten konnte, verwies sie mich an andere Kollegen, die da so herum liefen und ich suchte mir den nächsten. Der war gerade in eine Runde “Tekken 7” auf einem der besagten Notebooks vertieft und so geduldete ich mich, bis diese vorbei war bevor ich ihn ansprach. Was ich mir hätte sparen können, er war so vertieft in sein Spiel dass er mich offensichtlich gar nicht wahrnahm und direkt die nächste Runde startete. Wie gesagt, ich warte nicht gerne und ich hatte auch keine Lust, jetzt nochmal jemanden deswegen anzusprechen, also nahmen wir am Gewinnspiel für eines dieser Notebooks teil (Dell hat meine Daten ja eh schon) und zogen weiter.

Ähnlich voll oder sogar noch voller wie bei den Ständen, an denen man VR ausprobieren konnte, waren auch die von populäreren Neuerscheinungen der größeren Studios. Wie gesagt, ich stehe nicht gerne in der Schlange an, deshalb schaute ich mir da so gut wie nichts an, wenn es nicht irgendwo auch auf einem Display oder einer Leinwand zu sehen war. Obwohl mich schon so einige interessiert hätten, wie. z.B. Agents Of Mayhem, ein Spin-Off der Saints-Row-Reihe von Deep Silver Volition, die Beta von DayZ, Bohemia Interactives Zombie-Survival-Crafting-Spiel, etc. Auf dem großen Centerscreen beim Messeauftritt der Xbox  konnte ich zumindest die fantastische Grafik von “Forza Motorsport 7” bewundern.

“Cuphead” von “StudioMDHR” (Anklicken, um den offiziellen Trailer anzuschauen)

Viel mehr begeisterte mich aber das nächste Spiel, das dort gezeigt wurde: “Cuphead“. Das Spiel von StudioMDHR ist ein horizontal scrollender Shooter, der optisch und akustisch alten Zeichentrickfilmen aus den 1930ern nachempfunden ist und so einen bisher einmaligen Charme entwickelt. Das Spiel soll am 29.9. für Xbox, Windows 10 und auf Steam herauskommen.

“Huntdown” von “Easy Trigger Games” (Anklicken, um den offiziellen Trailer anzuschauen)

Ebenfalls am Stand der Xbox fiel mir ein weiteres Spiel im Retrostil auf, dass es (Dank Poly, ich hatte nämlich den Namen vergessen) direkt auf meine Steam-Wunschliste geschafft hat: Huntdown, von Easy Trigger Games, ein pixeliges Actionfeuerwerk mit Multiplayermodus allererster Güte! Es soll irgendwann mal für Switch, Steam, PS4 und Xbox One erscheinen.

Der menschenleere Stand von “Shenmue 3” auf der Gamescom 2017 (Anklicken, um den offiziellen Trailer anzuschauen)

Beinahe traurig wirkte übrigens der Stand von “Shenmue 3” bei Deep Silver, die vor kurzem das Publishing für den sehnlichst erwarteten Nachfolger von Yu Suzukis Epos übernahmen. Verlassen und leer, wie die stehen gebliebenen Dosen und Flaschen, am Boden lag Müll, auf dem einzigen Screen am Stand liefen ganz andere Trailer statt dem von “Shenmue 3″… Da  hätte ich einfach mehr erwartet. Mehr Präsenz, mehr Pflege, mehr öffentliche Neuigkeiten zum Spiel.

Inzwischen hatten wir alle Hallen einmal besucht, die Füße wurden schwer und die Zeit bis zur Rückfahrt (wir hatten ein günstiges Ticket mit Zugbindung) immer kürzer. Da mein Kumpel gesehen hatte, was er sehen wollte, entschied ich, die restliche Zeit in der Retro-Area zu verbringen. Wo auch sonst? Dort ging es gerade sehr musikalisch zu, nur wenige Meter voneinander entfernt machte “DJ Altraz” mit 2 Amigas und die Combo “Melted Moon” mit mehreren Gameboys jeweils echt fetzige Chiptune-Musik!

 

Nachdem wir einige Minuten begeistert gelauscht hatten, nutzte ich eine sich bietende Gelegenheit, zum ersten Mal in meinem Leben ein PC-Engine-Spiel zu spielen, auf der Originalkonsole natürlich. Den Namen kenne ich nicht, es lief bereits und war nur pausiert, ich stieg also mittendrin ein. Wer weiß, welches Spiel das ist, möge uns den Titel bitte in den Kommentaren wissen lassen! Es war ein vertikal scrollender Shooter mit einer enormen Waffenauswahl und einer Grafik, die auch auf dem Mega Drive nicht zur schlechtesten gehört hätte. Und das auf einer 8-Bit-Konsole! Beeindruckender kleiner Kasten, diese PC Engine!

Anschließend spielte ich eine Weile am Polyplay-Automaten, dem einzigen Arcadeautomaten der in der ehemaligen DDR produziert wurde und wechselte ein paar Worte mit Senad (Ex-Retroblah, jetzt Retrokram und Presseverantwortlicher des FAMS) und Shari (von Classic Videogames). Senad ließ es sich natürlich nicht nehmen, seine berühmt-berüchtigte pinke Gameboykamera zu zücken und uns damit digital zu verewigen, die entsprechenden und viele andere Fotos findet ihr in seinem Beitrag zur Retro-Area auf der Gamescom 2017.

Wir beendeten unseren ersten Besuch der Gamescom wie wir ihn begannen: Mit einer weiteren Runde “Daytona USA” am FAMS-Stand. Ich wurde diesmal nur dritter, hätte aber vermutlich besser abgeschnitten wenn Fahrer 3 nicht ständig an meinem Auto herumgerempelt hätte. Hat aber trotzdem Spaß gemacht. 🙂

Am Bahnhof genehmigten wir uns noch einen Döner, dessen Hähnchenfleisch eher zweifelhaft durchgebraten schien und der generell eher mau und kläglich belegt war. Solltet ihr also einmal in Köln Appetit auf einen Döner bekommen, meidet das Lokal “Anadolu” im Hauptbahnhof, esst lieber etwas anderes oder sucht Euch einen anderen Döner in der näheren Umgebung.

Nachdem unsere Anreise ja verdächtig glatt lief, was ich als Ex-Bahnpendler ja überhaupt nicht so kannte, konnte die Deutsche Bahn schlussendlich ihrem Ruf auch wieder voll gerecht werden: Der Schaffner verkündete zwar kurz vor der Ankunft noch, dass alle Anschlusszüge in Frankfurt erreicht werden würden. Tatsächlich hatte unser ICE aber, ohne erkennbaren Grund, genau so viel Verspätung dass er genau so dort ankam, dass alle Reisende trotz kurzem Sprint dem Anschlusszug in Richtung Würzburg nur noch beim losfahren zuschauen konnten. Auch ein Klopfen an die Scheiben des gerade erst anrollenden Zuges änderte daran nichts mehr, wir wurden einfach stehen gelassen. Zu allem Überfluss wurde dann offenbar der RE, der eine Stunde später fuhr, zu einer RB umfunktioniert und hielt, bis auf eine Ausnahme, an wirklich jedem noch so kleinen Bahnhof entlang der Strecke. Wir kamen also mit ca. eineinhalb Stunden Verspätung zu Hause an.

Davon ließ ich mir aber die gute Stimmung nicht vermiesen. Es war ein sehr schöner und interessanter Tag, es gab viel zu sehen und zu erleben. Ich hatte echt Spaß und eine richtig gute Zeit!

Aber ob ich wiederkommen würde?

Direkt am Tag danach war ich noch der Meinung, dass ich nicht mehr unbedingt auf die Gamescom müsste. Dito mein Freund. Nicht nur wegen des zeitlichen und finanziellen Aufwands. Zu viel von dem, was dort gezeigt wurde, interessiert mich nicht, zu viel von dem, was mich interessiert hätte, konnte ich mir nicht anschauen.

Aber wenn ich so darüber nachdenke: Eigentlich war ich ja selbst schuld! Anstatt blindlings los zu stürmen und ziellos über das Gelände zu watscheln, hätte ich mich ja im Vorfeld etwas mehr informieren, mir einen Plan machen und etwas gezielter herauspicken können, was ich wo sehen wollte. Und ich hätte auch 2 Tage unter der Woche kommen können statt am Samstag, wo eben einfach jeder kommt weil er da halt Zeit hat.

Und dann gab es ja die grandios gute Retro Area! Die war mein absolutes Highlight, nicht nur weil es dort hell und bunt war, es relativ viele Sitzgelegenheiten gab und ich einfach auf ältere Spiele stehe. Die ganze Atmosphäre dort war entspannter, freundlicher, man konnte fast glauben zu spüren, wie schöne Erinnerungen, spaßige Zweikämpfe an den vielen bespielbaren Geräten und der offene, ungezwungene Umgang miteinander eine positive Energie aufbauten.

Also ja, ich würde wohl wiederkommen! Aber dann mit mehr Zeit, mehr für die Retro Area mehr für den Rest. Denn auch außerhalb der Retroecke gab es einige sehr interessante Titel zu entdecken (s. oben) und ich habe sicher noch den einen oder anderen übersehen, weil wir uns einfach nicht überall alles genau anschauen konnten. Mehr Zeit auch, um vielleicht den einen oder anderen Gleichgesinnten mehr persönlich zu treffen. Auch würde ich keinen Rucksack mit Wasserflaschen mehr mit mir herumschleppen, der ging mir nach einiger Zeit tierisch auf die Nerven und die Schultern. Und ich würde eben nicht mehr am Wochenende kommen, sondern eher unter der Woche. Und wer weiß, wenn Ihr alle, die Ihr das hier lest, anderen von meinem kleinen Blog hier berichtet, klappt es irgendwann vielleicht sogar mit einem Presseticket und -Zugang. 😉

So, genug von mir und davon, was mir gefallen hat und wie ich den Tag erlebt habe. Wer war noch auf der Gamescom? Wie fandet ihr es, was waren Eure Tops und Flops der Messe? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

P.S.: Ich hab natürlich auch etwas Merchandise abgegriffen:

Überschaubar, wie ich finde. 😉

DOSBox ECE: Geänderte Dateinamen und kein Linux mehr

Nachdem ich von einem aufmerksamen Menschen darauf hingewiesen wurde, dass meine Dateiversionierung für DOSBox ECE nicht ganz richtig sei, habe ich nach kurzem Mail-Austausch mit ihm die Dateinamen für meine Builds angepasst.

Das Kürzel “SVN” ist ganz raus geflogen, weil es eigentlich redundant ist. Anstatt jeweils der aktuellen Versionsnummer für das ganze Projekt bekommen unterschiedliche Builds nun jeweils die Versionsnummer, in der es tatsächlich zum letzten Mal Änderungen am jeweiligen Quellcode gab. Das bedeutet, dass der Build des “normalen” DOSBox und DOSBox ECE nun wieder die Version r4029 hat, weil es dort zum letzten Mal Änderungen darin gegeben hat (kann man z.B. hier nachschauen).

Alle späteren Änderungen fanden nur im davon “abgezweigten” Bereich (engl. “branch”) statt, in dem der Soundcore vom MAME implementiert wurde. Dieser Bereich hat deshalb eine neuere Versionsnummer als der Quellcode im Stamm (engl. “trunk”). Diese Builds landen künftig im Unterordner “EXPERIMENTAL!!!”

Diesem System folge ich ab heute auch bei meinen Builds. Das bedeutet, dass Ihr Euch zukünftig beim Download der Builds bitte nicht ausschließlich an der Versionsnummer orientiert sondern auch am Ordner in dem er liegt und am Dateinamen, an dem man weiterhin erkennen wird ob der Build experimentell ist oder nicht.

Wichtig ist also: Die höchste Versionsnummer ist nicht automatisch der “sicherste” Build, sondern kann, wie aktuell im Falle des Builds mit dem MAME Soundcore, experimentell und instabil sein!

Ich habe auch beschlossen, zukünftig keine Linuxversion mehr zu erstellen. Bis heute habe ich nicht herausgefunden, wie ich einen statischen Build erstellen kann, man muss also alle Abhängigkeiten manuell nachinstallieren. Und offenbar nutzt den eh so gut wie niemand. Deswegen gibt es jetzt im Archivordner einen neuen Unterordner, in dem die ganzen Linuxbuilds noch liegen. Neue werden aber wohl keine mehr dazu kommen. Außer die Nachfrage war insgeheim doch höher als sie schien, wenn ja, lasst es mich wissen!

Update für DOSBox ECE r4035: Builds mit MAME Sound Core jetzt verfügbar!

Kurzes Update zu meiner vorherigen Post: Ich habe 2 separate Builds mit dem neuen MAME Sound Core hochgeladen, separat deswegen, weil ich erst mal abwarten will, wie die Rückmeldungen ausfallen, ob der Core fehlerfrei läuft, etc. Sie sind also eher experimentell.

Wer ihn ausprobieren möchte findet die Downloads (normal und ECE) da wo man sie immer findet, auf meinem Google Drive. Gebt bitte Rückmeldung in diesem Thread auf vogons.com!

DOSBox ECE r4035: Neuer Splashscreen und (hoffentlich) schnellere Darstellung mit Pixel Perfect

Ich habe heute DOSBox in der aktuelle Revision r4035 kompiliert, auf Bitte von Ant222, der den Pixel-Perfect-Patch beisteuert, mit geänderten Einstellungen für die Optimierung beim Kompilieren (-O3 statt -O2). Das hat zwar eine minimal größere EXE-Datei zur Folge (knapp über 200 KByte), dafür soll laut seinen Aussagen die pixelperfekte Bildausgabe aber gut 25% schneller sein. Ob diese Änderung sonstige Auswirkungen hat, konnte ich bisher nicht feststellen, wenn ihr etwas bemerkt, lasst es mich bitte wissen!

Ich habe auch einen neuen Splashscreen eingebaut, der dem aktuellen Look des Blogs entspricht, das ist aber eine rein kosmetische Änderung.

Von reinen Quellcode her hat sich an DOSBox seit Revision r4029 übrigens nichts mehr geändert, die neuen Revisionen beziehen sich auf einen neuen Branch, der den Sound Core vom Emulator MAME in DOSBox implementieren soll. Dieser soll eine akkuratere Emulation der Soundchips bieten als es bisher der Fall ist, wir dürfen also gespannt sein!

Ach ja, ein unverändertes und unverbasteltes DOSBox für die Puristen ist natürlich auch wieder mit dabei. 😉