YesterPlay: Teenage Mutant Ninja Turtles – Tournament Fighters (Mega Drive, Konami, 1993)

Ah, die 1990er, die güldenen Jahre in denen es neue Prügelspiele hagelte wie Schläge in einer Ultra-Combo in “Killer Instict” und in denen die Teenage Mutant Ninja Turtles noch so richtig beliebt und allgegenwärtig waren. Was lag da seinerzeit wohl näher, als die 4 gepanzerten Mutantenreptilien, die bereits diverse sehr gute Sidescrolling-Prügler absolviert hatten, auch Kämpfe 1-gegen-1 austragen zu lassen? Klar: Nichts! Und so kam es, dass Konami 1993 NES, SNES und Mega Drive mit einem weiteren Prügelspiel beglückte.

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YesterPlay: Doom (32X, id Software, 1994)

Nachdem ich neulich den Beitrag über “Battle Frenzy” fertig hatte, einen recht soliden FPS für Segas Mega Drive, wollte ich wissen, was es noch so an FPS für den 16-Bit-Pionier gab. Vor allem interessierte mich die Frage, was wohl das Maximum war, das der Mega Drive noch stemmen konnte. Mir wurde schnell klar, dass, abgesehen von “Corporation”, “Battle Frenzy” neben “Zero Tolerance” (dem Retropixels erst kürzlich einen Beitrag widmete) und dem mäßigen (und nur in Brasilien erschienenen) “Duke Nukem 3D” (das auch erst neulich von MrVenom1974 bedacht wurde) wohl die Spitze des Berges war, mehr ging wohl nicht, bzw. gab es nicht.

Aber dann fiel mir ein, dass der Mega Drive seinerzeit ja noch diverse AddOns bekam, darunter das 32X. Und dafür gab es den Klassiker, den Meilenstein, die Blaupause für ein ganzes Genre: “Doom”.

Jetzt kann man sich natürlich darüber streiten, ob das jetzt noch als Mega-Drive-Spiel gezählt werden darf, aber ich persönlich sehe das 32X eher als Pendant zum “Super FX”-Chip des SNES, das halt als externes Hardware-Addon verkauft statt mit in die Module gepackt wurde.

Das Spiel wurde übrigens von John Carmack höchstselbst direkt vor Ort bei Sega of America portiert und obwohl er sehr deutliche Einschnitte bei Inhalt und Leveldesign machen musste, lässt sich das Ergebnis meiner Meinung nach wirklich gut sehen, das Spiel läuft sehr flüssig und in einem relativ großen Bildausschnitt. Der Sound ist etwas mager, was daran liegen dürfte dass das 32X keinen eigenen, besseren Soundchip mitbrachte, aber alles in allem erkennt man die Musikstücke noch.

Das ist es also, das Nonplusultra der FPS auf dem Mega Drive (mit 32X). Was meint ihr? Wäre mehr drin gewesen oder konnte id Software wirklich alles rausholen, was MD/32X hergaben?

YesterPlay: David Robinson’s Supreme Court (Mega Drive, ACME Interactive, 1992)

Heute kann ich mit den meisten Sportspielen nicht mehr viel anfangen, aber früher spielte ich zwischendurch ganz gerne mal eines. “Fifa 98” war z.B. bei früheren LAN-Parties immer spaßig, “Virtua Tennis” auf der Dreamcast wanderte auch ab und an mal ins Laufwerk, hin und wieder überkam es mich sogar “World Cup Italia ’90” auf dem Mega Drive zu spielen. Aber insgesamt flimmerten klassische Sportspiele generell selten auf meinen Bildschirmen, wenn dann waren es eher Extremsport-Spiele wie “Tony Hawks Pro Skater” oder “Dave Mirra’s Freestyle BMX”.

Eines der wenigen, die es mal taten, ist das exklusiv auf dem Mega Drive erschienene “David Robinson’s Supreme Court”, ein Basketballspiel zwar ohne NBA-Lizenz, aber dafür mit Unterstützung von David Robinson, einem NBA-Spieler.

Das Spiel war nach “World Cup Italia ’90” mein zweites Sportspiel auf dem Mega Drive, war aber nur eine Ausleihe aus der kleinen Videothek im Ort. Ich würde das Spiel als “sehr solide” bis “gut” zusammenfassen, was mir merkwürdigerweise aber immer besonders in Erinnerung blieb, war das Quietschgeräusch der Schuhe, was ich damals für extrem detailverliebt hielt. Keine Ahnung warum sich genau dieses Geräusch bei mir so eingeprägt hat, es bescherte dem Spiel jedenfalls einen Dauerplatz in der überschaubaren Liste der Sportspiele, an die ich mich (gerne) erinnere. Und Euch damit diesen Beitrag und dieses Video. 😉

YesterPlay: Battle Frenzy (Mega Drive, Domark, 1994)

Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich “Battle Frenzy” (“Bloodshot” im englischsprachigen Raum) in den Geschäften aus dem Regal nahm, mir die Screenshots ansah, eine Weile überlegte und es dann doch irgendwie instinktiv wieder zurückstellte und mein Erspartes in ein anderes Spiel investierte. Dabei sah das, was da auf der Packung gezeigt wurde, gar nicht übel aus. Aber mein Spieler-Instinkt sagte mir, dass ein Spiel dass so oft im Angebot war und dennoch in so großen Stückzahlen in den Läden stand, entweder in völlig utopischen Stückzahlen produziert worden sein musste, oder aber dass es einfach nicht gut sein konnte.

Da ersteres in Zeiten der eindeutig gezählten 16-Bit-Tage eher unwahrscheinlich schien, mutmaßte ich dass wohl zweiteres der Fall sein musste und machte weiterhin vorsichtshalber einen Bogen darum, konnte die Neugier und ein gewisses Interesse daran aber nie ganz ablegen.

Irgendwann stand ich wieder von den Mega-Drive-Spielen und musste feststellen, dass ich alles, was in meinem momentanen Budget war, schon kannte oder hatte. Bis auf… na klar, “Battle Frenzy”. Und da sich damals die Gelegenheit, Spiele zu kaufen, nur selten bot, weil es bei uns in der Nähe keinen Händler gab, der welche führte, ging ich das Risiko ein.

Glücklicherweise hatte mich mein Instinkt hier getäuscht, das Spiel ist gar nicht so übel wie ich befürchtet hatte, besonders wenn man die limitierten Fähigkeiten eines Mega Drive ohne Zusatzchips in Betracht zieht. Ganz im Gegenteil, “Battle Frenzy” ist ein lupenreiner First-Person-Shooter der zumindest im würfeligen Aufbau der Level sehr an das 2 Jahre zuvor auf dem PC erschienene “Wolfenstein 3D” erinnert.

Die Steuerung funktioniert dafür, dass hier nur ein Digitalkreuz und 3 Feuerknöpfe genutzt werden, auch recht gut, ist aber natürlich kein Vergleich zu einem PC mit Tastatur und Maus oder den modernen Gamepads mit 2 Analogsticks. Das Spiel verzichtet außer im Intro auf Musik und beschränkt sich auf erfreulich klare Sprachsamples, Soundeffekte und Hintergrundgeräusche, die eine erstaunlich passende und beklemmende Atmosphäre in den meist schmalen Korridoren erzeugen. Die Grafik erinnert in der Farbgebung sehr an zahlreichr Spiele auf dem Commodore Amiga, mit kräftigen Farben und schön gezeichneten Sprites. Das Kampfgeschehen nimmt dabei einen recht großen Teil des Bildschirms ein, den Rest das HUD. Ein minimales Ärgernis sind ein paar Texturenfehler, die auch hier im Video zu sehen sind. Die Mega-CD-Version des Spiels hatte diese nicht und bot auch während des Spiels Musik statt der Umgebungsgeräusche.

Mit 12 Levels ist “Battle Frenzy” überschaubar lang (oder kurz), was den mangelnden Abwechslungsreichtum etwas entschärft. Und wenn man jetzt noch die gelegentlichen Framerate-Einbrüche tolerieren kann bekommt man ein überraschend vollwertiges und gutes Ballerspiel im Stile eines “Doom”, “Wolfenstein 3D” oder “Rise Of The Triad” auf dem zur Veröffentlichung doch schon recht betagten Mega Drive! Als Tüpfelchen auf dem i gibt es sogar noch einen 2-Spieler-Splitscreen, der allerdings die Toleranzschwelle für die Framerate nochmal etwas höher gesetzt sehen möchte.

Da die Auswahl an 3D-Shootern auf dem Mega Drive systembedingt eh nie groß war, ist “Battle Frenzy” also schon fast ein Muss für Genre-Fans und Sammler, zumal es echt ein gutes Spiel ist! Man darf es eben nur nicht mit denen auf dem PC oder einem “Doom 2” auf dem SNES vergleichen, das dank “Super FX 2”-Chip in einer anderen Liga spielte.

YesterPlay: Taz Mania (Mega Drive, Recreational Brainware, 1992)

Ich habe ja bereits öfter die kleine, leider schon lange nicht mehr existente Videothek in unserem Ort erwähnt, in der man früher auch Videospiele ausleihen konnte. Damals radelte ich so gut wie jeden Samstag direkt nach dem Frühstück hin um mir ein Spiel auszuleihen, mich damit daheim vor dem Mega Drive niederzulassen und mich die nächsten eineinhalb Tage möglichst wenig woanders blicken zu lassen. Da es offenbar deutlich mehr Kids mit Mega Drive als Spiele zur Ausleihe gab, musste man entweder schnell dort oder aber flexibel sein, was bedeutete, sich auch mal ein anderes Spiel auszuleihen als das, was man eigentlich leihen wollte. Eines dieser Spiele, das ich mir damals aus diesem Grund auslieh, war “Taz Mania”, ein eher lose an die damals laufende, gleichnamige Zeichentrickserie angelehntes Jump ‘n’ Run.

Zur Abwechslung muss hier mal nicht die Prinzessin, Partnerin oder die Welt gerettet, sondern nur ein möglichst großes Ei in die Pfanne geschlagen werden. Klingt erst mal einfach, aber um an dieses heran zu kommen, muss man natürlich zuerst mit dem wild gewordenen tasmanischen Teufel verschiedenste farbenfrohe Gebiete durchqueren und sich dabei ganz klassisch den unterschiedlichsten Gefahren stellen.

Das Spiel erreicht nicht ganz die hohe Qualität der Disney-Platfomer der 16-Bit-Ära, aber die Zeichentrickgrafik und vor allem die lustigen Animationen und Soundeffekte gefallen mir bis heute sehr gut! Mich nerven nur etwas die immer wieder mal vorkommenden Stellen, an denen man blind ins Leere springen muss, auch der Minenkartlevel im späteren Verlauf des Spiels kostete mich schon einiges an Geduld. Es gibt definitiv einfachere Jump ‘n’ Runs auf dem Mega Drive, deshalb musste ich mir das Spiel auch mehr als einmal ausleihen, ein Wochenende genügte mir damals nicht um es durch zu spielen. Aber so lustig inszenierte gibt es nicht viele, weshalb es mir mein Taschengeld auch wert war! 🙂

 

YesterPlay: Ristar (Mega Drive, Sega, 1995)

In den 1990ern gab es auf Segas und Nintendos 8- und 16-Bit-Konsolen jede Menge Jump ‘n’ Runs, von richtig schlecht bis richtig gut war natürlich alles dabei. Definitiv in die Kategorie “richtig, richtig gut” gehört dieses hier: “Ristar”, von den Machern des großartigen “Sonic The Hedgehog CD” für Mega CD. Continue reading “YesterPlay: Ristar (Mega Drive, Sega, 1995)”

YesterPlay: Gods (Mega Drive, The Bitmap Brothers, 1992)

“The Bitmap Brothers” waren ihrerzeit ein Synonym für qualitativ hervorragende Spiele. Dieses hier habe ich zuerst am Commodore Amiga eines Freunde gespielt, bevor ich es später leihweise für den Mega Drive bekam. Im Vergleich zur Amiga-Version läuft diese Version etwas schneller und ist dadurch etwas schwerer. Dafür gibt es aber in den Levels Hintergrundmusik, die es am Amiga nur im Titelbildschirm gibt.

Man spielt hier den antiken Helden Herkules der versucht, durch die Vernichtung von 4 “Wächtern” (die Endbosse) in den Olymp aufgenommen und unsterblich zu werden. Dafür hüpft man Waffen werfend durch 4 Welten mit jeweils mehreren Leveln und löst dort verschiedene Rätsel mit diversen Schaltern und Gegenständen.

Wie bereits erwähnt ist der Schwierigkeitsgrad relativ hoch, zumal man sich auch merken muss, wann und wo Gegner spawnen. Auch die Sprünge wollen (mir) nicht immer so gelingen, wie man (ich) sie erwarten würde. Dennoch weiß das Spiel durch die Präsentation und Levelgestaltung zu gefallen und motiviert immer wieder zu noch einem Versuch.