YesterPlay: Hi-Octane (MS-DOS, Bullfrog Productions, 1995)

“Hi-Octane” entstand im Boom der futuristischen Antigravitations-Rennspiele, den “Wipeout” Mitte der 1990er ausgelöst hatte. Innerhalb von nur 8 Wochen entwickelte Bullfrog Production Ltd. auf Basis Ihrer “Magic Carpet”-Engine dieses pfeilschnelle Actionfeuerwerk, mehr aus der Notwendigkeit heraus Geld zu verdienen, als aus echter Leidenschaft.

Dafür kann es sich, meiner Meinung nach, aber mehr als sehen lassen! Klar, es ist optisch etwas eintönig und besonders die Sichtweite könnte deutlich höher sein. Die Musik versprüht auch bei weitem nicht die Dynamik eines “Wipeout“. Aber was die Action und die Geschwindigkeit angeht, können die damaligen Kontrahenten, am PC vornehmlich eben “Wipeout” und “Slipstream 5000“, kaum mithalten. Ebenso sorgten die zahlreichen Abkürzungen und sich dynamisch verändernde Streckenabschnitte für Abwechslung. In Sachen Multiplayer kann das Spiel mit einem Netzwerkmodus für bis zu 8 Spieler auftrumpfen!

Die unterschiedlichen Werte in der Fahrzeugauswahl sind übrigens reine Makulatur. Wie inzwischen bekannt ist, haben alle Fahrzeuge nicht nur die gleichen Werte für Geschwindigkeit, Beschleunigung ,etc. Sie haben darüber hinaus auch alle die gleichen tatsächlichen Ausmaße, das bedeutet auch kleinere Fahrzeuge benötigen den selben (rechteckigen) Platz auf der Strecke wie große. Die Auswahl des Fahrzeugs ist also reine Geschmackssache. Ich benutze gerne den KD-1 Speeder, weil er mich an den DeLorean aus “Zurück in die Zukunft” erinnert. 🙂

“Hi-Octane” kam damals neben dem PC noch für Sonys Playstation und Segas Saturn heraus, beide Versionen schnitten aber in den Bewertungen damals nicht besonders gut ab, besonders der Saturn-Port litt unter schweren Framerateeinbrüchen. Dafür entspricht die Saturn-Version der PC-Version mit den nachträglich per kostenlosem Addon hinzugefügten Strecken und Spielmodi. Das Spiel ist bis heute leider auf keinem der Spieleportale wie Steam oder GOG neu veröffentlicht worden, es ist also nur noch gebraucht zu bekommen. Einzig die Playstation-Version ist im PSN als Download erhältlich.

Flat Eric hat dem Spiel auf seinem Blog übrigens bereit 2012 einen längeren Beitrag mit dem Titel “Hi-Octane – verkannte Perle oder Trash?” gewidmet. Mein Kurzfazit: Irgendwo dazwischen, tendenziell aber eher Perle.

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Daytona USA ++: Neuer Lack für einen Rennspielklassiker

Nachdem ich neulich auf der Gamescom das Vergnügen hatte, am Stand des Flipper- und Arcademuseums Seligenstadt deren emulierten “Daytona-USA”-Automaten für 8 Spieler erleben zu dürfen, fiel mir ein, dass ich bereits seit längerem einmal diese Version des Rennspielklassikers von Sega antesten wollte.

“Daytona USA ++” ist kein Rom-, sondern ein Emulator-Hack des Arcadecontrols-Forum-Mitglieds “Nuexzz“. Dieser nutzt nicht nur die Möglichkeit des M2 Emulators, höhere Auflösungen als im Original einzustellen und Texturen im Spiel durch externe, ebenfalls höher aufgelöste Grafikdateien zu ersetzen. Darüber hinaus erweitert er dessen Funktionsumfang gezielt um Features für “Daytona USA”: So ist es beispielsweise möglich, mit einem der eigentlich gegnerischen Fahrzeuge zu fahren, es gibt neue Kamerawinkel, der sogenannte Panoramic Attract Mode, der sonst erst ab 4 vernetzten Automaten aktiviert werden kann, kann nun bereits an einem PC genutzt werden, etc. All diese Features werden über einen zusätzlichen Launcher aktiviert. Die Details könnt ihr hier nachlesen.

Der zusätzliche Launcher für die erweiterten Optionen in “Daytona USA ++”

Er funktioniert übrigens mit allen Version von “Daytona USA”, also auch den diversen Romhacks wie CCE, Turbo und GTX2004!

Hier bin ich mal ein paar Runden auf dem Anfänger-Kurs Three-Seven-Speedway gefahren, eher schlecht als recht. Aber man sieht deutlich den grafischen Unterschied zum originalen “Daytona USA”, der die Doppelplus-Version zur vermutlich schönsten Version des “Daytona-USA”-Erstlings macht. Leider ohne den großen, in den Fels gemeisselten Sonic. Aber vielleicht findet sich ja noch jemand, der firm genug im Umgang mit Photoshop oder dergleichen ist und das wieder ändern kann.

YesterPlay: Super R.C. PRO-AM (Gameboy, Rare, 1991)

Super R.C. PRO-AM für Gameboy

Einen Gameboy besaß ich nur ganz, ganz kurze Zeit. Und auch nur leihweise. Aber eines der Module, die dabei waren, war dieses Rennspiel hier, das den Nachfolger des NES-Titels “R.C. PRO-AM” darstellt.

Es wurde schnell zum meistgespielten Titel meiner leihbedingt kurzen Gameboy-Phase, Ihr wisst ja bereits, dass ich einfach auf Rennspiele stehe. Besonders wenn sie ein so schönes Arcade-Gameplay haben wie “Super R.C. PRO-AM”: 2 Buttons (Gas und Feuer), links, rechts – mehr braucht es nicht. Dennoch ist die unterhaltsame Rutschpartie auf dem Gameboy mitnichten einfach, der Schwierigkeitsgrad zieht schnell und deutlich an, man sollte also tunlichst zusehen, alle Upgrades für seinen ferngesteuerten Flitzer einzusammeln, sonst hat man ruck-zuck einen Dauerplatz am Ende des Teilnehmerfeldes inne!

4-Spieler-Adapter für den klassischen Gameboy

Das Spiel kann auf dem Gameboy mit dem entsprechenden Adapter von bis zu 4 Spielern gleichzeitig gespielt werden, was ich leider niemals selbst erleben durfte. Der Spaßfaktor dürfte in dieser Konstellation enorm sein!

Meines Wissens ist das Spiel nie neu veröffentlicht worden, es gab aber einen Nachfolger für Segas Mega Drive/Genesis mit dem Namen “Championship PRO-AM”. Danach wurde die Serie offenbar eingestellt, es gibt aber zahlreiche ähnliche Spiele dieser Art. Eines davon war “Race Mania” auf dem PC, dazu kommen wir aber ein anderes Mal…

YesterPlay: Bleifuss Fun (MS-DOS/PC, UDS, 1997)

Obwohl es den gleichen Namen wie seine berühmten Vorgänger trägt, ist das PC-exklusive “Bleifuss Fun” ein gänzlich anderes Spiel, von einem völlig anderen Entwicklerstudio, als die drei ArcadeRacingKlassiker aus Italien.

Im Gegensatz zu diesen findet das Geschehen hier à la “Micro Machines” in einer Draufsicht von oben statt, was dem Spielspaß aber absolut keinen Abbruch tut! Ganz im Gegenteil: Die frenetische Action weiß, wie seine “Vorgänger”, von der ersten Sekunde an zu begeistern! Die knallbunte und detaillierte Grafik, die originelle Fahrzeugauswahl, die abwechslungsreichen Strecken inkl. diverser Abkürzungen, die funkige Musik und die wenigen, aber stimmungsvollen Soundeffekte zaubern ein Spiel auf den Bildschirm, dass man in dieser Qualität seinerzeit eher auf einer Konsole erwartet hätte, besonders dank der per Patch nachrüstbaren Unterstützung für 3Dfx-Karten (leider nur in der Windows-Version).

Für Mehrspieler bot das Spiel einen Splitscreen-Modus für zwei Spieler, unter Windows konnte man sogar im LAN gegeneinander antreten.

Der Racer wurde übrigens nur hier in Deutschland der “Bleifuss”-Serie zugeordnet, in Frankreich wurde das Spiel als “Fun Tracks”, im Rest der Welt unter seinem originalen Namen “Ignition” vertrieben und hatte keinerlei Bezug zu “Screamer”, wie “Bleifuss” auf dem internationalen Markt hiess. So oder so: “Bleifuss Fun” hält genau das, was der Titel verspricht: Kompromisslosen Spaß von der ersten bis zur letzten Sekunde!

Ich kam zu diesem Spiel dank der “Bleifuss Quattro”-Box, die die ersten 3 Titel plus diesem hier enthielt. Bis Anfang diesen Jahres war das Spiel leider, abgesehen vom Second-Hand-Bereich, vom Markt mehr oder weniger verschwunden, inzwischen ist es aber wieder für ein paar Euro als “Ignition” bei Steam und GOG erhältlich, leider nur als DOS-Version ohne 3Dfx- und LAN-Support, dafür ist es unter so gut wie jedem Betreibssystem lauffähig.

YesterPlay: Operation Wolf (MS-DOS, Taito, 1989)

“Operation Wolf” habe ich, wie sollte es anders sein, in einer Spielhalle in Italien kennen gelernt. Das muss allerdings schon mitte der 90er gewesen sein, obwohl das Spiel berits 1987 veröffentlicht wurde. Leider hatte ich nicht viel Zeit, mich mit dem Spiel zu beschäftigen, da wir 2 Tage später die Heimreise antreten mussten. Es blieb also vorerst leider bei einem Abend und ein paar Münzen, die ich in den Railshooter investieren konnte.

Zurück in der Heimat mobilisierte ich sogleich den ganzen Freundes- und Bekanntenkreis (heute würde man das “Networking” nennen) und bekam so nach “nur” ein paar Wochen über einige Umwege vom völlig unbekannten Freund eines Mädels, dessen Cousin ein Bruder eines Freundes eines Klassenkamerades war (oder so ähnlich ;)), eine Kopie des Spiels für den PC. Anders war es damals kaum möglich an das Spiel zu kommen, da es in Deutschland auf dem Index stand.

Das Spiel ist eine recht gelungene Umsetzung des Spielhallenoriginals. Soundtechnisch fällt es deutlich spärlicher aus, es kann grafisch aber überraschend gut mit dem Automaten mithalten. Leider ist der Schwierigkeitsgrad so hoch, dass ich es so gut wie nie über das 2. Level hinaus geschafft habe.

Neben dem PC wurden seinerzeit so gut wie alle anderen Heimcomputersysteme sowie sämtliche 8-Bit-Konsolen mit einer Umsetzung bedacht. Seit 2008 kann die NES-Version auf der Virtual Console der Wii bezogen werden. Die Umsetzung für Amstrads CPC ist dabei die einzige Heimversion, die eine Lightgun unterstützt. Die Spielhallenversion wurde auf der Collection “Taito Legends” 2005 für den PC, die PS2 und die Xbox wieder veröffentlicht, allerdings nur außerhalb Deutschlands, da zu diesem Zeitpunkt die Indizierung noch nicht abgelaufen war.

YesterPlay: Cruis’n USA (Arcade, Midway, 1994)

Wie, zu “Cruis’n World” gibt es schon einen Beitrag auf meinem Blog, zu dessen Vorgänger aber nicht? Frevel! Denn schließlich ist das einer der Arcade-Racer, in denen ich bis heute sicher mit am meisten Münzen versenkt habe: “Cruis’n USA” stand früher nämlich in der örtlichen Billardkneipe. Und an der kam ich auf dem Heimweg von der Schule oft vorbei. 😉

Die grafisch ansprechende Tour durch die USA ist sehr flott inszeniert, wie man es von Midway erwarten würde mit jede Menge lustiger Gags gespickt und spielt sich einfach klasse! Es war übrigens das erste Arcadespiel das ich gespielt habe, bei dem man die Musik während des Rennens auswählen konnte.

Am Anfang des Spiels wird für 1995 eine Heimkonsolenversion für die Ultra64-Konsole angekündigt. Daraus wurde schlussendlich dann das Nintendo 64, das Spiel kam dafür aber erst 1996, in Europa sogar erst 1998 heraus, weil die Hardware des N64 deutlich schwächer als die für den Arcade-Automaten verwendete war und entsprechend viel angepasst werden musste. Das Ergebnis kann sich aber dennoch sehen lassen, auch auf dem N64 (und in der WiiVC) macht das Spiel echt Spaß!

YesterPlay: Sega Rally (Arcade, Sega, 1995)

Heute mal etwas älteres aus meinem Youtube-Kanal:

Mit “Sega Rally Championship” (kurz: “Sega Rally”), das Sega 1995 in die Spielhallen brachte, erschien das erste Rennspiel, in dem Rennen auf Strecken mit variierenden Untergründen ausgetragen wurden, die sich auch merklich auf die Steuerung des Fahrzeugs auswirkten. Dieses damalige Novum, die nahezu perfekte Spielbarkeit und die für damalige Verhältnisse wunderschöne Grafik sichern dem Spiel bis heute immer wieder Nominierungen in den Listen der besten Videospiele aller Zeiten. Zu Recht!

Das Spiel bietet anfänglich 2 Modi (Meisterschaft und Training), 3 Strecken (Wüste, Wald, Gebirge) und 2 Wagen (Toyota Celica GT-Four, Lancia Delta HF Integrale), letzte je nach Gusto mit automatischer oder manueller Schaltung. Wer sauber und schnell genug durch den Meisterschaftsmodus fährt, darf auf einer malerischen aber schwereren Strecke um einen See antreten. Wer auch diese als Erstplatzierter meistert, darf danach mit einem 3. Fahrzeug, einem “Lancia Stratos HF” um die Pisten schlittern.

Die teilweise in Zusammenarbeit mit einem Flugzeugtriebwerkhersteller entwickelte Hardware, Segas Model 2-Board (genauer: Model2A-CRX) war seinerzeit ein wichtiges Sprungbrett für viele bekannte Serien wie eben “Sega Rally”, “Daytona USA”, “Dead Or Alive” und andere, teilweise noch heute regelmäßig mit Nachfolgern und/oder Spin-Offs gesegneten Titel. Das System erreichte 1993 bereits Leistungswerte, an die PC-Grafikkarten erst gute 5 Jahren später herankamen und war damals zur Veröffentlichung das bei weitem schnellste Spielhallenboard.

Das Spiel läuft hier natürlich emuliert im M2 Emulator, dafür aber in Full-HD-Auflösung, während die Spielhallenversion ursprünglich nur in 496×384 dargestellt wurde. Leider lässt sich diese oder eine annähernd ähnliche Auflösung im Emulator (zumindest bei mir) nicht auswählen, deshalb habe ich mich dafür entschieden, direkt die höchste Auflösung zu wählen. Wie man sieht, kann der Emulator das Spiel sogar in 16:9 Vollbild darstellen, als Tüpfelchen auf dem i unterstützt er für “Sega Rally” sogar Force Feedback, wer also ein entsprechendes Lenkrad am PC sein Eigen nennt, darf mit nochmal mehr Spielspaß rechnen!

Wer auf einen Emulator keine Lust hat, kann das Spiel auch für Segas Saturn und, sofern er es heute noch zum laufen bekommt oder einen entsprechend alten PC mit Windows 95/98 hat, auf dem PC spielen (Bitte nicht mit dem 2006 veröffentlichten “Sega Rally” verwechseln!). Beide Versionen erreichen nicht ganz die Qualität der Arcadeversion, sind aber für damalige Verhältnisse sehr nahe dran!